200 rohe Eier geworfen und wieder aufgefangen

Uni-Sportfest aufgrund des strömenden Regens kurzfristig in die Sporthalle verlegt

BILDAnna Gerber (l.) und Niole Miersch versuchten sich beim Unisportfest im Bauch-Wrestling

In der Halle ist die Luft lange nicht mehr die beste. 200 Sportler oder Zuschauer, ein Fußball- und ein Volleyballturnier, die eine oder an-dere Funsportart fordern ihr Recht auf Sauerstoff. Dabei war alles ganz anders geplant, hatten Matthias Demmler und seine Mitstreiter für das Unisportfest mit gutem Wetter gerechnet. Alles war vorbereitet. "Trabiwettschieben, Bauch-Wrestling, Eierwerfen genauso wie Bier und Roster - alles total verschifft", zieht Matthias Demmler die Bilanz des Regentages.

Als am Vormittag der Regen un-aufhörlich prasselte, verlegten sie das Sportfest kurzfristig in die Sporthalle. Doch das bedeutete jede Menge Einschränkungen. Die beiden Turniere mussten so miteinander verzahnt werden, dass sie sich nicht gegenseitig beeinträchtigten. "Wir hatten immerhin insgesamt 28 Mannschaften, beim Fußball waren es 120 Spieler, beim Volleyball an die 200", so musste der Sportreferent an diesem Nachmittag vieles improvisieren.

Am Nachmittag hoffte er für die Spaßsportarten auf eine Lücke in den dichten Wolken, doch darauf konnte er lange warten. Schließlich entschloss man sich, einen Teil der Wettkämpfe während der Volleyballspiele anzubieten.

Schnell waren die Seile für das Wettklettern eingehängt, die Anzüge für das Bauch-Wrestling bereit-gestellt und ein Fass Bier hereingerollt. "Das Fünf-Liter-Fass musste in einem Netz mit ausgestreckten Armen hochgehoben werden, wer es am längsten hielt, durfte es mit nach Hause nehmen", erklärte Demmler die schlichten Regeln. Zwischen 60 und 100 mehr oder weniger Mutige ließen sich auf die An-gebote ein, die Zuschauer waren begeistert.

Zwar blieb das Trabiwettschieben im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stecken, aber das Eierwerfen ließen sich die Studenten nicht nehmen. Draußen im Regen konnten auch hier die Regeln einfacher nicht sein. Zwei Spieler bildeten ein Team - einer warf ein rohes Ei, das der andere fing. Wer die größte Distanz schaffte, ohne dass das Ei dabei zerbrach, hatte gewonnen. 200 Eier standen bereit, jeder sollte zweimal werfen dürfen, aber durch den strömenden Regen standen nur wenige Teilnehmer bereit. So kamen die 25 Teams in den "Genuss" mehrerer Versuche. Anja Lages und Andrea Knorr entschieden die Konkurrenz für sich, während sich bei den Herren die "Liga Nord Ost" in 15 Versuchen an die Siegerweite von 48 Metern herantastete. Allerdings zerbrach nicht nur bei den beiden 20-Jährigen so manches Ei, ergoss sich immer der klebrige Inhalt auf den Fänger. Die wenigen Zuschauer unter ihren Schirmen bewunderten mit entsprechenden Zurufen das etwas veränderte Aussehen.

Wenig später war die Unbill vergessen, denn da stand die Disko in der Mensa auf dem Plan. "Es waren ungefähr 800 Leute, die mitgefeiert haben. Die letzten gingen um vier Uhr, wer noch geholfen hatte aufzuräumen, kam erst um sieben weg", berichtete Demmler von den letzten Stunden des in diesem Jahr etwas ungewöhnlichen Unisportfestes.

Matthias Schmid
Freie Presse


| Inhalt |

Impressum


HTML-Version von Ralph Meyer, 09. November 1999