Gedankenaustausch in einer Welt der Netze

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn ist von der TU Chemnitz beeindruckt

BILDProf. Dr. Roland Schöne (l.), Professur Erwachsenenbildung und betriebliche Weiterbildung der TU Chemnitz, erläutert der Bundesministerin Edelgard Bulmahn (2.v.l.) im Beisein des Rektors Prof. Dr. Christian von Borczyskowski (2.v.r.) und weiteren Gäste, unter anderem das Netzwerk Lernende Region Chemnitz.

(MSt) Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn (SPD), verschafft sich gegenwärtig ein Bild von der Forschungs- und Bildungslandschaft in den neuen Bundesländern. Anfang September besuchte sie gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Jelena Hoffmann (SPD) die TU Chemnitz. "Forschung und Bildung sind das wichtigste Fundament der Bundesrepublik. Wir leben von den Ergebnissen dieser Bereiche", so Edelgard Bulmahn. Deshalb werde ihr Ministerium auch weiterhin alles daran setzen, neue erfolgversprechende Wege zu unterstützen. Bezogen auf die Chemnitzer Uni sparte sie nicht mit Lob: "Die TU Chemnitz ist bundesweit bekannt, sehr fortschrittlich - auch in ihren Studienangeboten". Rektor Prof. Dr. Christian von Borczyskowski freute sich natürlich über das Urteil des Ministeriums.

In Chemnitz informierte sich Edelgard Bulmahn über Netze und Verbünde zwischen Universität und Unternehmen. Den Einstieg ins Thema lieferte die Chemnitzer Firma Dr. Teschauer & Petsch AG. Hier informierte sich Edelgard Bulmahn über das Netzwerk "Lasertechnik", in dem derzeit sieben Unternehmen der Region kooperieren. Wissenschaftlich betreut wird das Netzwerk von Prof. Dr. Roland Schöne von der Professur Erwachsenenbildung und betriebliche Weiterbildung der TU Chemnitz. Er war es auch, der am Nachmittag

weitere derartige Projekte vorstellte, unter anderem das "Netzwerk Lernende Region Chemnitz".

Der TU-Rektor sprach mit der Ministerin auch über Möglichkeiten, wie man die Weiterbildung und Ausbildung an den Universitäten qualitativ noch verbessern kann. Ein Weg: "Durch eine sinnvolle Kooperation von Hochschulen, Unternehmen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen kann noch schneller als bisher modernste Technologie in die Ausbildung einfließen. Großgeräte müssen nicht immer an den Unis mit großer finanzieller Unterstützung des Bundes oder des Landes gekauft werden. Studenten sollten vielmehr auch direkt in den Unternehmen und Forschungseinrichtungen ausgebildet werden, wo gerade neueste Technik im Einsatz ist." Ein Vorschlag, der die Ministerin überzeugte. Auch das starke Bemühen der TU, durch neue Studienangebote und auf Schüler bezogene Projekte wieder mehr junge

Leute - insbesondere auch Frauen - für die Natur- und Ingenieurwissenschaften zu begeistern, fand den Beifall der Ministerin. Denn gerade in diesen Bereichen ist in Deutschland der Bedarf am größten. "Unsere Absolventen werden von der Industrie förmlich abgesaugt. Und um die Forschung an der Uni nicht in Gefahr zu bringen, müssen wir immer mehr Wissenschaftler aus dem Ausland anwerben", so der Chemnitzer Rektor.

Auch von den Forschungsergebnissen sowie den regionalen und internationalen Kooperationen des Zentrums für Mikrotechnologien (ZfM) war die Ministerin beeindruckt. Dessen Direktor Prof. Dr.

Thomas Geßner malte zudem die Vision vom sächsischen "Silicon Valley". Immer mehr Firmen der Region würden auf den Gebieten der Mikrosystemtechnik und Mikroelektronik arbeiten und sich in Netzwerken (z.B. AMTEC) zusammenschließen. Mittlerweile hat das ZfM auch mehr Partner in der Region als in den alten Bundesländern.

Mit nach Hause nimmt Edelgard Bulmahn auch eine Menge Wünsche von Geschäftsführern und Wissenschaftlern: Kleine und mittlere Unternehmen wünschen sich mehr Einfluss in den Beratungs- und Gutachtergremien des Ministeriums, Möglichkeiten der Promotion in Unternehmen, verbesserte Informationswege zwischen Bundesministerium und der Öffentlichkeit und besser platzierte Förderprogramme. Die TU Chemnitz wünscht sich vor allem mehr Unterstützung beim Aufbau internatio-naler Kooperationen. Und die Ministerin war für diese Wünsche und viele Hinweise dankbar: " Ich möchte von den Leuten vor Ort erfahren, was ich als Ministerin besser machen kann." Eines soll sich schon bald verbessern: der Internet-Auftritt des BMBF ( http://www.bmbf.de ).

Zahlen & Fakten:

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte 1998 an der TU Chemnitz Projekte mit 5,6 Millionen Mark - das sind 16 Prozent der im vergangenen Jahr von Wissenschaftlern der Chemnitzer Uni eingeworbenen Drittmittel. Insgesamt werden derzeit 22 Projekte vom Bundesforschungsministerium gefördert, deren Gesamtfördersumme 14,1 Millionen Mark beträgt. Fünf dieser Projekte starteten 1996 und stehen kurz vor dem Abschluss, ein Projekt reicht bis ins Jahr 2002.


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HTML-Version von Ralph Meyer, 09. November 1999