Vom Untergang einer Diktatur

Wie die friedliche Revolution das SED-Regime überrollte

(HJG) In diesem Herbst ist es genau zehn Jahre her, seit überall in der DDR Menschen auf die Straße gingen, um gegen die Herrschaft der abgehalfterten DDR-Bonzen zu demonstrieren. Immer mehr wurden es schließlich, bis sie das bankrotte SED-Regime in einer friedlichen Revolution hinwegfegten. Nur ein Jahr später wurde wahr, was kaum noch jemand zu hoffen gewagt hatte: die staatliche Einheit Deutschlands.

Anlass genug für den Chemnitzer Politikwissenschaftler Prof. Dr.

Eckard Jesse, im kommenden Wintersemester eine Ringvorlesung über die Wendezeit anzubieten. Der bekannte Parteien- und Extremismusforscher gab der Reihe den Titel "1989/90 - 1999/2000: Revolution in der DDR - und zehn Jahre danach". Die Referenten der einzelnen Vorträge sind die Akteure von damals selbst, von Jens Reich, Markus Meckel und Rainer Eppelmann bis zu Joachim Gauck. Kaum einer der führenden Oppositionellen der Bürgerrechtsbewegung fehlt. "Wir wollen auf diese Weise an die Verdienste all jener erinnern, die das diktatorische DDR-System zum Einsturz gebracht haben", so Prof. Jesse.

Die insgesamt 14 Vorlesungen finden vom 19. Oktober 1999 an jeweils dienstags um 18.15 Uhr im Uni-Hauptgebäude, Straße der Nationen 62, Hörsaal 201 statt.

Auf jeder Veranstaltung wird zunächst der Redner vorgestellt, daran schließt sich ein Vortrag von etwa einer Dreiviertelstunde an, anschlie-ßend darf diskutiert werden. Es dürfte spannend werden, schließlich sind die Wege der Referenten nach der Wende mehr als unterschiedlich verlaufen. Gerade das macht den Reiz des Unternehmens aus: unterschiedliche Persönlichkeiten mit ganz verschiedenen Lebensentwürfen, die vor allem eines einte, die Ablehnung des SED-Regimes.

Damit die Zuhörer die verschiedenen Wege der Redner vergleichen können, legte ihnen Prof. Jesse im Voraus einige Fragen vor, an denen sich die Vorträge entlanghangeln. So wird jeder Referent schildern, was ihn in die Opposition zur DDR trieb, was er sich 1989 wünschte, was davon eingetreten ist und was nicht.


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HTML-Version von Ralph Meyer, 09. November 1999