Zwei starke Partner wollen sich zusammentunTU Chemnitz plant Austauschprogramm mit der Elite-Uni Meidai im japanischen Nagoya
Wissenschaft lebt vom Austausch und von der Zusammenarbeit der Wissenschaftler untereinander. Deshalb unterhält die Chemnitzer Universität mal mehr, mal weniger enge Kontakte zu rund 150 Hochschulen rund um den Erdball. Klar, dass dabei besonders die Kontakte zu den Elite-Unis weiter ausgebaut werden sollen, wie etwa zur Meidai-Universität im japanischen Nagoya, die von ihrer Struktur und ihren Schwerpunkten her der Chemnitzer ähnelt. Bereits im Februar besuchte Prof. Dr. Josef Schmied, Prorektor für Internationale Entwicklung, die japanische Industriestadt (siehe Spektrum 2/1999, S. 30) - übrigens im Gefolge von Landesvater Kurt Biedenkopf, der damals ebenfalls in die Region reiste. Diesmal stellt uns Prof. Tsutomu Nomizu, der Leiter des Akademischen Austauschdienstes (NUPACE), seine Uni vor. Die Meidai-Uni in Nagoya wurde 1939 als siebte kaiserliche Universität gegründet, doch reichen ihre Ur-sprünge bis 1871 zurück, als hier eine medizinische Schule mit angeschlossenem Krankenhaus gegründet wurde. Seit der Reform des japanischen Bildungssystems im Jahre 1949 hat sich die Meidai-Uni zu einer der führenden Hochschulen Japans entwickelt. Einige Fachbereiche, wie etwa die organische Chemie, zählen unangefochten zur Weltspitze. So erhielt Prof. Ryoji Noyori, zur Zeit auch Dekan der Chemie-Fakultät, kürzlich gemeinsam mit Prof. Dieter Seebach von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich den renommierten und hoch dotierten Internationalen König-Feisal-Preis für die Wissenschaft. Meidai ist heute nach angelsächsischem Vorbild organisiert und verfügt über neun Undergraduate Schools, zwölf Graduate Schools, drei separate Institute und fünfzehn Forschungszentren. Von den 16.000 Studenten kommen mittlerweile etwa tausend aus dem Ausland. Die Uni hat rund 3.500 fest angestellte Mit-arbeiter in Lehre, Forschung und Verwaltung. Etwa zehn Prozent des Jahreshaushalts stammen aus Drittmitteln. Auf die Zusammenarbeit mit der Industrie wird großer Wert gelegt. Viele moderne Großgeräte werden mit Industriepartnern gemeinsam betrieben. Toyota stiftete sogar ein eigenes Hörsaalgebäude, das Toyota-Auditorium. Die Organisation der Uni wird fortlaufend verbessert. Dabei ist Kreativität das oberste Ziel. In den vergangenen Jahren wurden fachübergreifende Forschungs- und Ausbildungszentren geschaffen. Immer mehr internationale Studenten interessieren sich für Leistung und Ausbildung der Uni. Ihre Zahl hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Auch als Partner in der internationalen Forschung wird Meidai mehr und mehr geschätzt. Seit 1996 gibt es das Nagoya University Program for Academic Exchange (NUPACE, etwa: Akademischer Austauschdienst der Uni Nagoya). Es unterstützt ausländische Studenten bei der Studienplanung und der Anerkennung von Studienleistungen, hilft beim Erlernen der Sprache und beim Kennenlernen der japanischen Kultur und greift den Studenten auch unbürokratisch finanziell unter die Arme. Über 150 Studenten wurden bisher betreut. Die Fachvorlesungen werden dabei auf Englisch gehalten. Das Programm steht in Zukunft auch Chemnitzer Studenten offen. |
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