Der Hammer fällt noch lange nichtMillionenschwere Investitionen: Bauprojekte reichen bis ins nächste Jahrtausend
(PES) Ständig gibt es an der Technischen Universität Chemnitz bauliche Veränderungen. In "Windeseile" wurde das neue Hörsaal- und Seminargebäude in der Reichen-
hainer Straße gebaut. Sämtliche Uni-Teile werden momentan verkabelt und vernetzt. Der einst verwitterte Sportplatz am Thüringer Weg entwickelt sich langsam zum multifunktionalen Wettkampfplatz. Marode Fassaden erstrahlen im neuen Glanz, und auf den Tischen der Herren Planer liegen unzählige neue
Bauprojekte.
Baustellen-Millionäre an der Uni
An die 20 Millionen Mark flossen im vergangenen Jahr vom Finanzministerium des Freistaates Sachsen in kleine und große Baumaßnahmen
an der TU Chemnitz. Das größte Schmuckstück ist natürlich das neue Hörsaal- und Seminargebäude, das im vergangenen Jahr übergeben werden konnte. Mit knapp 37 Millionen Mark war es das umfangreichste
Bauprojekt an der Universität. Die Sanierung des Internationalen Begegnungs- und Informationszentrums
in der Bahnhofstraße hatte einen
Wertumfang von etwa 2,8 Millionen Mark. Beendet wurde auch die
Fassadensanierung der Laborhalle
H, die mit insgesamt 3,2 Millionen Mark zu Buche steht. Für den fortschreitenden Aufbau einer Datennetz-Infrastruktur der TU Chemnitz
wurden 1998 etwa 723.000 Mark
eingesetzt, insgesamt sind dafür
10,9 Millionen Mark vorgesehen.
Die Kräne drehen sich weiter
Auch in diesem Jahr wird weiter gebuddelt, gehämmert, gestrichen und gebohrt: Die Erneuerung des Sportplatzes Thüringer Weg ist in den letzten Zügen, so dass die Sportfans der Uni die Anlage bald wieder nutzen können. Auch die Mensa an der Reichenhainer Straße ist mittlerweile in der Hand der Bauarbeiter. Die Sanierung, die das Gebäude in eine schmucke Verpflegungs-, Dienstleistungs- und Kultureinrichtung verwandeln soll, wird voraussichtlich an die 25,5 Millionen Mark kosten. Finanziert wird das Ganze durch Mittel des Bundes, des Freistaates Sachsen und vom Studentenwerk. Bauherr der meisten Vorhaben ist das Vermögens- und Hochbauamt Chemnitz. Ein weiteres wichtiges Projekt ist die Grundsanierung, der Umbau und die Modernisierung des Uni-Teils Straße der Nationen 62: Hier hat man bereits mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen (Süd-Bau einschließlich Mensa). Gegenwärtig wird die alte Umformer-Station modernisiert und unter die Erde verlegt, im Erdgeschoss entsteht ein moderner Ausstellungs- und Präsentationsbereich. Die Gesamtkosten: etwa 2,15 Millionen Mark. Die Datennetz-Ausbauarbeiten an der Universität umfassen in diesem Jahr die Anbindung der Gebäude Wilhelm-Raabe-Straße 43, Thüringer Weg 11 und insbesondere den Netzausbau des Bürogebäudes Reichenhainer Straße 39/41. Im Rahmen des Bauunterhaltes, für den in diesem Jahr an die 4,5 Millionen Mark zur Verfügung stehen, werden unter anderem die Fassaden - beispielsweise vom D-Bau des Uni-Teils Reichenhainer Straße 70 - und verschiedene Dachsanierungen weitergeführt.
Ein wenig Zukunftsmusik Für die Zukunft sind weitere größere und kleinere Bauvorhaben an der TU Chemnitz geplant und bereits Bauanträge beziehungsweise Nutzerforderungen erarbeitet worden, so zum Beispiel für die Modernisierung des Bürogebäudes Reichenhainer Straße 39/41 (Brandschutz, Heizung, Fassade, Elektrik). In diesem Jahr beginnt bereits die Sanierung des Turmbaues (B-Bau) und des C-Gebäudes an der Reichenhainer Straße (Hörsaal C 104). Und in den nächsten Jahren erfolgt die Erneuerung der Heizungstechnik einschließlich einiger Außenanlagen im Uni-Teil Erfenschlag. Nicht vor 2003 beginnt der 3. Bauabschnitt zur Modernisierung der Gebäude in der Straße der Nationen.
Der Bauplatz auf dem Campus der Chemnitzer Uni an der Reichenhainer Straße (1). Zahlreiche Baumaßnahmen wurden bereits abgeschlossen, werden gerade realisiert oder sind in die Planung aufgenommen: Hörsaal- und Seminargebäude (2), Mensa (3), Sportplatz und Turnhalle (4,5), Wohnheim Reichenhainer Straße 35/37 (6), Bürogebäude Reichenhainer Straße 39/41 (7) und Thüringer Weg 11 (8), die Gebäude der Reichenhainer Straße 70 mit A-Bau (9), Turmbau (10), C-Bau (11), D-Bau (12) sowie den Labor- und Versuchsfeldhallen E (13), F (14), G (15) und H (16), Parkplätze (17). Aus der Vogelperspektive erkennt man außerdem die Studentenwohnheime in der Vettersstraße (18), den Weinhold-Bau (19), das An-Institut für Mechatronik (20), das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (21), das Studentenwerk Chemnitz-Zwickau (22) sowie die Kindertagesstätten Krabbelkäfer und Zwergenland (23).
Weitere notwendige wesentliche Baumaßnahmen sind unter anderem die Erneuerung der Trafo-Stationen, die Sanierung der Hallen E, F und G sowie die Weiterführung der Fassadensanierung einschließlich Fenster im A-Bau des Uni-Teils Reichenhainer Straße. Auch die Erweiterung der Turnhalle und die Sanierung der Parkplätze und der Betriebsstraßen in allen Universitätsteilen wird in der Zukunft realisiert.
Keine Angst vorm Baulärm Obwohl sämtliche Modernisierungen eine Steigerung der Attraktivität der Chemnitzer Universität bedeuten, heißt es für die Studenten und die Wissenschaftler, sich ständig auf Notlösungen während der Baumaßnahmen einzustellen. So müssen Gebäude, Laborhallen und andere Einrichtungen freigezogen und auf Übergangslösungen ausgewichen werden. Baulärm ist da und dort ständiger Begleiter von Studium und Forschung. Auch kurzzeitige Stromunterbrechungen sorgen nicht selten für so manche Aufregung. Und an die neue, eingeschränkte Essenversorgung aufgrund der Mensaschließung muss sich so mancher Akademiker wohl erst gewöhnen. Doch irgendwann erstrahlt auch die Mensa in neuem Glanz, Mitarbeiter der Universität werden in modernisierte Bürogebäude einziehen, die Physiker können in ihren neu gestalteten Laboratorien weitertüfteln, und die Studenten werden auf dem neuen Sportplatz wieder ihre Runden drehen - genau dann sind all die Strapazen, die Baumaßnahmen nun mal mit sich bringen, wieder vergessen. Dann erstrahlt der Campus in neuem Glanz und wird sicher auch in Zukunft für viele Bürger und Gäste der Stadt ein kulturelles Zentrum sein. |
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