Mathematiker-Tradition wird fortgesetztFür vier Tage wurde die Chemnitzer Uni zum Mekka der Mathematiker aus aller Welt
Ende März fand in Chemnitz im Wasserschloß Klaffenbach die 11. Tagung über Probleme und Methoden der Mathematischen Physik (11. TMP) statt. Sie stand unter dem (in der Konferenzsprache angegebenen) Thema "Recent Advances in Analytical and Numerical Treatment of Operator Equations". Ausrichter waren die Fakultät für Mathematik der TU Chemnitz und das Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik (WIAS Berlin) unter Beteiligung des Bereiches Mechanik der Fakultät für Maschinenbau. Der Einladung folgten 85 Wissenschaftler aus über 17 Ländern, darunter aus Australien, Japan, China, den USA, Mexiko, Chile, Rußland und aus fast allen Teilen Europas. Im Rahmen eines anspruchsvollen Vortragsprogrammes widmeten sich die Teilnehmer aktuellen Themen der Behandlung von Operatorgleichungen, wie zum Beispiel Randintegralmethoden, Faltungs- und Pseudodifferentialgleichungen, Singulären Integraloperatoren oder Inversen Problemen. Dabei wurden sowohl theoretische Aspekte vorgestellt als auch die mit der zunehmenden Leistungsfähigkeit der Rechentechnik immer besseren Möglichkeiten zur numerischen Lösung von Operatorgleichungen erörtert. Hervorgehoben werden muß die fachliche Homogenität des Tagungsprogrammes. Ist es doch keinesfalls selbstverständlich, daß eine wissenschaftliche Veranstaltung dieser Größenordnung nicht nur reine Präsentation, sondern auch Arbeitstagung ist. Dazu mag auch das stilvolle Ambiente des Tagungsortes am Rande von Chemnitz beigetragen haben. Mit der 11. TMP wurde unter etwas veränderten Vorzeichen eine Tagungsreihe erfolgreich weitergeführt, die im Oktober 1963 zum ersten Male stattfand. Regelmäßig fanden Wissenschaftler den Weg nach Chemnitz, die sich dem Gebiet der Mathematischen Physik im weitesten Sinne in Theorie und Praxis verpflichtet fühlten. Angezogen wurden sie unter anderem auch von den Forschungsresultaten des Mathematikers Prof. Dr. Siegfried Prößdorf, der bis 1975 an der damaligen Karl-Marx-Städter Technischen Hochschule lehrte, danach zur DDR-Akademie der Wissenschaften nach Berlin ging und bis zu seinem Tode im Alter von 59 Jahren am WIAS wirkte. Ihm war die 11. TMP gewidmet. Die Veranstalter möchten sich bei allen bedanken, die zum Erfolg der Tagung beigetragen haben, insbesondere für die materielle Unterstützung durch das Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik, das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Interessenten können genaueres über den Inhalt der einzelnen Vorträge in einem demnächst erscheinenden Tagungsband nachlesen. Dr. Peter Weigand |
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