Sparkasse Chemnitz unterstützt an der TU die neue Professur "Unternehmensgründung"
 | Reiner Grimm, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Chemnitz (l.), und Prof. Dr. Christian von Borczys-kowski, Rektor der Technischen Universität Chemnitz, unterzeichnen den Vertrag zur Gründung der neuen Stiftungsprofessur |
(MSt) Bundesweit gesehen wagen nur etwa zehn Prozent der Hochschulabsolventen den Schritt in die Selbständigkeit. Mehr als zwei Drittel gehen in den öffentlichen Dienst. Motive dafür gibt es viele: Unkalkulierbare Risiken bei Unternehmensgründungen, ein Mangel an Startkapital, eine Flut von Anträgen und mangelndes Wissen. "Viele un-serer Studenten haben allemal das Zeug, eine brillante Erfindung zu machen, aber ihnen fehlt das Know-how zur Vermarktung", beschreibt Prof. Dr. Christian von Borczys-kowski den Bremsklotz in der Umsetzung innovativer Ideen am Markt.
Genau dieses Defizit will die Technische Universität Chemnitz nun ausgleichen. Eine neue Professur "Unternehmensgründung" soll betriebswirtschaftliche und juristische Probleme behandeln. Mit Hilfe spezieller Lehrformen werden diese Probleme den Studenten aufgezeigt und einer Lösung zugeführt. Die neue Professur soll sich mit dem gesamten Prozeß der Unternehmensgründung und deren Rahmenbedingungen beschäftigen. Ziel der Lehre ist es, die Studierenden nicht nur zu befähigen, das Thema "Existenzgründung" wissenschaftlich zu durchdringen, sondern vielmehr dazu beizutragen, die Studierenden zum Schritt in die Selbständigkeit zu befähigen und zu stimulieren. Das Lehrprogramm der neuen Chemnitzer Stiftungsprofessur wird anwendungsorientiert sein. Es umfaßt drei Säulen: Vorlesungen und Übungen zum Prozeß der Existenzgründung und Unternehmensstabilisierung, mehrere Fallstudien sowie Seminare zu Einzelproblemen. Das Lehrangebot richtet sich als Ergänzungsstudium an Studenten aller Fakultäten und an interessierte Gasthörer aus der Region.
Diese Professur wird zunächst für drei Jahre von der Sparkasse Chemnitz mit einer sechsstelligen Summe unterstützt. "Wir nehmen die Verantwortung für den Mittelstand der Re-gion sehr ernst. Wenn wir helfen können, dann tun wir es", so der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse
Reiner Grimm. Und gerade auf dem Gebiet der Förderung von Existenzgründern ist das regionale Kreditinstitut schon seit langem sehr aktiv. Beispielsweise wurde in diesem Jahr von der Sparkasse Chemnitz eine Seminarreihe zum Thema "Existenzgründung" ins Leben gerufen. "Auch hier waren die häufig irreparablen Fehler in der Anlaufphase der Existenzgründung ausschlaggebend für die Entscheidung, ein solches Seminar durchzuführen", berichtet Grimm. Daß die TU Chemnitz nun mittels dieser neuen Professur versuchen will, den Absolventen das richtige Rüstzeug mitzugeben, um sich später erfolgreich als Unternehmer auf dem Markt zu behaupten, begrüßt das Chemnitzer Kreditinstitut mit dem roten "S" sehr. Auch der Chemnitzer Oberbürgermeister Dr. Peter Seifert, zugleich Verwaltungsratsvorsit-
zender der Sparkasse Chemnitz, hofft als Mitinitiator der neuen Profes-
sur auf eine Gründerwelle in der Region: "Wir brauchen dringend neue Unternehmen in innovativen Branchen." Damit soll zugleich die Arbeitslosigkeit wirkungsvoll be-kämpft werden.
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