Collegium musicum und Motettenchor in Italien erfolgreich

(HJG) Italien ist das Land von Guiseppe Verdi und Nicolo Paganini, von Enrico Caruso und Luciani Pavarotti, das Land der Scala und des Gran Teatro La Fenice. Ein Land, das mit Musik aufwacht und zu Bett geht, so möchte man meinen. Doch weit gefehlt , in Italien macht man sich Sorgen - zumindest um die klassische Musik. Immer mehr Orchester werden aufgelöst, die noch bestehenden haben mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Laienorchester wie bei uns sind nahezu unbekannt, immerhin gibt es aber Laienchöre.

Daß Italien wieder seine alte Bedeutung in der Musik gewinnt, dafür kämpft der rührige, in Rom ansässige Verein für Chor- und Musikerbetreuung im Ausland (C.M.B.A.). Er lädt Musiker, Chöre und Orchester aus den verschiedenen europäischen Ländern ein und knüpft so musikalische Verbindungen.

Verständlich, daß die Italiener dabei auch irgendwann auf das Collegium musicum und den Motettenchor der Chemnitzer Uni stoßen würden. Denn die unter der Leitung von Peter Krone, einem ehemaligen Konzertmeister der Chemnitzer Oper, stehenden M usiker und Sänger sind in der Laienorchesterszene längst zu einer fe- sten Größe über die Landesgrenzen hinaus geworden. Immer wieder wird das Collegium bei Orchesterwettbewerben mit Preisen ausgezeichnet. Sowohl beim 3. (1992) als auch beim 4. Deutschen Orchesterwettbewerb (1996) wurde es jeweils als bestes Laienorch ester aus den neuen Bundesländern ausgezeichnet.

Also zögerte der C.M.B.A. nicht und lud die Chemnitzer kurzerhand für Mitte Februar zu den Internationalen Tagen der Musik für die Jugend in Sorrent in der Nähe Neapels ein. Die Fahrt der 35 Teilnehmer von Collegium musicum und Motettenchor ging mit dem B us über den Gardasee, Verona und Florenz nach Sorrent. Zwei große Konzerte standen auf dem Programm: In der Kirche zur Heiligen Maria der Barmherzigkeit mit einer Bach-Kantate und einer Reger-Bearbeitung eines Bachschen Chorals, und in der Kathedral e von Sorrent, wo ebenfalls eine Bach-Kantate und das Gloria von Vivaldi vorgetragen wurden. Die Zuhörer waren begeistert und bedankten sich mit lang anhaltendem Applaus. Unter ihnen: Studenten des Konservatoriums von Neapel. Spontan erkundigten sie sich, ob es möglich sei, nach Chemnitz zu kommen und dort mit dem Collegium musicum aufzutreten - wenn alles gut geht, wird dies beim 25. Galeriekonzert am 8. November 1998 der Fall sein. Zum Glück blieb den Teilnehmern neben den Auftritten und den anstrengend en Proben noch Zeit zu kleineren Ausflügen, so zum Beispiel in die antike Stadt Pompeji.

Besonders erfreut war Peter Krone, daß er den Italienern mit Bach "echte sächsische Musik" vorführen konnte. Es sei "die bisher schönste Konzertreise des Orchesters" gewesen, meinten denn auch viele Teilnehmer. Die Reise wäre allerdings wohl kaum mö glich gewesen, wenn sie der Sächsische Musikrat nicht unterstützt hätte - für den Aufenthalt mußten aber die Musiker und Sänger selbst aufkommen.


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HTML-Version von Ralph Meyer, 25. Juni 1998