Literarische Spaziergänge durch italienische Städte

Von Venedig über Rom nach Triest - Nächster Streifzug im Lesecafe "exlibris" führt nach Sizilien

Bereits zum vierten Mal luden am 18. November 1997 Dottoressa Daniela Giovanardi, Lektorin für Italienisch an der Technischen Universität Chemnitz, und Dr. Ulrich Prill, Romanische Literaturwissenschaft, gemeinsam mit der Volkshochschule Chemnitz zu einem literarischen Spaziergang durch eine italienische Stadt ein. Nach Venedig, Florenz und Rom war diesmal Triest an der Reihe.

Im bis auf den letzten Platz be- setzten Lesecafé "exlibris" in der Stadtbücherei Chemnitz entführten die Referenten ihre Zuhörer in eine Stadt, die drei Kulturen in sich vereinigt: die deutschsprachig-habsburgische, die slowenische und die italienische. Wenn auch Triest nicht mit so bedeutsamen Bauwerken aufwarten kann wie etwa Rom oder Florenz, so hat doch auch diese Stadt ihren ganz besonderen Reiz und vor allem eine eigenständige literari- sche Tradition.

So bedeutende Autoren wie der Romancier Italo Svevo oder der Lyriker Umberto Saba sind gebürtige Triestiner, James Joyce und Rainer Maria Rilke haben in bzw. bei Triest gelebt oder gearbeitet. Und auch jüngere Schriftsteller wie etwa die Bestsellerautorin Susanna Tamaro sind mit der Stadt eng verbunden.

Doch zurück ins Lesecafe: Während Daniela Giovanardi zu stimmungsvollen Dias kenntnisreich und mit italienischem Temperament über die Stadtgeschichte, architektonische und geographische Besonderheiten und nicht zuletzt über die typische Triestiner Küche berichtete, informierte Ulrich Prill über die wichtigsten Triestiner Literaten und las aus ihren Werken, wie zum Beispiel aus Joyce's Ulysses, Svevos Zeno Cosini, Sabas Gedichten oder Rilkes Duineser Elegien.

Auf den vielfach geäußerten Wunsch des konzentriert zuhörenden (Stamm-)Publikums hin wird die Reihe der literarischen Spaziergänge am 19. Mai 1998 um 19.00 Uhr im Lesecafe "exlibris" fortgesetzt. Dann wird nicht eine einzelne Stadt, sondern eine ganze Region mit ihrer reichhaltigen Kultur und Literatur im Mittelpunkt des Abends stehen - nämlich Sizilien.

Prof. Dr. Joachim Leeker
Philosophische Fakultät


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HTML-Version von Ralph Meyer, 25. März 1998