Neuer Mann im deutschen Wissenschaftsrat

Bundespräsident Roman Herzog berief Prof. Dr. Thomas Geßner in hohes Gremium

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Seit 1982 forscht Prof. Dr. Thomas Geßner erfolgreich auf dem Gebiet der Mikroelektronik Foto: Thiem

(MSt) Prof. Dr. Thomas Geßner, Professor für Mikroelektronik/ Mikrotechnologie an der TU Chemnitz, wurde vom Bundespräsidenten Roman Herzog zum Mitglied des deutschen Wissenschaftsrates berufen. Die Berufung erfolgte auf ge-meinsamen Vorschlag der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Hochschulrektorenkonferenz, der Max-Planck-Gesellschaft und der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Seine dreijährige Amtsperiode begann Prof. Geßner am 1. Februar 1998. Die Berufung ist eine Würdigung der wissenschaftlichen Kompetenz und Leistungsfähigkeit sowohl von Prof. Geßner als auch der Technischen Universität Chemnitz auf modernen und innovativen Fachgebieten, wie Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik.

Zur Person:Prof. Dr. Thomas Geßner

Thomas Geßner, wurde 1954 in Karl-Marx-Stadt, jetzt Chemnitz, geboren. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Von 1974 bis 1979 studierte er an der TU Dresden Physik. Danach promovierte er am Zentralinstitut für Kernforschung der Akademie der Wissenschaften in Rossendorf zum Dr. rer. nat. Seit 1982 war Geßner in der Mikroelektronikforschung tätig. Er arbeitete auf den Gebieten der Ionenimplan- tation, der Entwicklung einer Molybdänpolycidtechnologie für 1 Mbit dRAM-Schaltkreise und der Salicidtechnik für 4 Mbit dRAM-Schaltkreise. Das Gebiet der Entwicklung einer Salicidtechnik für die Mikroelektronik war Gegenstand seiner Promotion zum jetzigen Dr.-Ing. habil., welche er 1989 erfolgreich abschloß.

Basierend auf dem Technikum Mikroelektronik der Universität baute Geßner 1990 eine neues Zentrum für Mikrotechnologien in der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik mit einer vollständig erneuerten Gerätetechnik auf. Bis zum heutigen Tag ist er Direktor dieses Zentrums. 1993 erfolgte die Berufung zum Professor für Mikrotechnologie. Prof. Geßner ist Sprecher des Sonderforschungsbereiches "Mikromechanische Sensor- und Aktorarrays", der 1995 in Chemnitz aufgebaut wurde.

Prof. Geßner arbeitet in zahlreichen Gremien mit, zum Beispiel in der IEEE, der Electrochemical Society (USA) und den Editorial Board der Zeitschrift "Microsystems Technologies". Außerdem ist er Ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Er kann auf über 130 Veröffentlichungen und zwölf Patente verweisen.

Stichwort: Wissenschaftsrat

(HR) Der Wissenschaftsrat wurde 1957 gegründet. Er gibt im Rahmen von Arbeitsprogrammen Empfehlungen zu inhaltlichen und strukturellen Problemen des Hochschulwesens, zur Förderung einzelner Fachgebiete und der Einrichtung deutscher Forschungsinstitute. In diesem Gremium wird ein kontinuierlicher Dialog zwischen Politikern und Wissenschaftlern über grundlegende Probleme des Wissenschaftssystems Deutschland geführt.

Der Wissenschaftsrat gliedert sich in die Wissenschaftliche Kommis-sion mit 32 Mitgliedern und in die Verwaltungskommission mit 22 Mitgliedern. Beide Kommissionen bilden die Vollversammlung. Im Wissenschaftsrat sind neben den Bundes- und Landesministern für Wissenschaft auch herausragende Persönlichkeiten der Wissenschaft von ca. 20 deutschen Universitäten vertreten, welche ganz unterschiedliche Fachgebiete, wie Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaft, Biologie und Philosophie repräsentieren.

Das jährliche Arbeitsprogramm wird auf der Vollversammlung beschlossen.

Für die einzelnen Vorhaben werden Ausschüsse und Arbeitsgruppen eingesetzt, denen Mitglieder beider Kommissionen angehören und in denen die Vorlagen für die Beratun-gen in den Kommissionen und letztendlich für die Verabschiedung durch die Vollversammlung des Wissen-schaftsrates vorbereitet werden. Die Gremien treten jährlich viermal zusammen. Die Empfehlungen und Stellungnahmen des Wissenschafts- rates werden veröffentlicht. Der Wissenschaftsrat hat eine Geschäftsstelle, die vom General-sekretär geleitet wird. Sitz des Wissenschaftsrates ist Berlin.

Weitere Informationen:

Geschäftsstelle
des Wissenschaftsrates
Brohler Straße 11, 50968 Köln
Telefon:	(02 21) 37 76-0
Fax:		(02 21) 38 84 40
E-Mail: post@wrat.de
http://www.wrat.de

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HTML-Version von Ralph Meyer, 25. März 1998