Blick in die Modell- und Testfabrik des Institutes für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme
(HJG) Der geniale Tüftler ist - anders, als viele Menschen glauben - vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen zu Hause. Während Großunternehmen sich nicht selten ihre Patente zusammenkaufen, sind pfiffige Ideen häufig leichter in den viel flexibleren kleineren Firmen zu verwirklichen. Und neue Ideen sind enorm wichtig in einem Land wie Deutschland, dessen Produktionskosten hoch sind und dessen Wohlstand vom Export abhängt. Doch mit der Umsetzung guter Einfälle hapert es oft bei den Kleinen. Häufig fehlen ihnen erfahrene Spezialisten und die Hard- und Software, um Fabriken effizient zu planen und zu steuern.
Wissenschaftler der TU Chemnitz-Zwickau helfen jetzt dabei, diese Aufgaben zu bewältigen. Gemeinsam mit anderen Wissenschaftseinrichtungen der Region haben sie ein Innovationskolleg eingerichtet. Dieses soll nicht nur dem sächsischen Maschinenbau wieder zu seinem alten Glanz verhelfen. Es handelt sich bereits um das zweite Innovationskolleg an der TU. Unterstützt wird das Kolleg vom Bundesforschungsministerium und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Innerhalb von drei Jahren fließen 3,2 Millionen Mark nach Chemnitz.
In fünf miteinander verflochtenen Projekten arbeiten Informatiker, Maschinenbauer und Verfahrenstechniker zusammen. Das Kolleg vernetzt Logistik und Simulation in einem Zentrum. Es ist besonders für kleinere Maschinenbaubetriebe interessant.
Planung, Produktion und Steuerung werden dabei gemeinsam betrachtet. Auch der Mensch als wichtigster Faktor bei aller Arbeit wird mit einbezogen.
An der Chemnitzer Uni gibt es bereits Software für die Planung und den Betrieb von größeren Fabriksystemen. Diese wird nun erweitert und insbesondere für kleine und mittlere Betriebe werden einfache, handhabbare Lösungen erarbeitet.
Die einzelnen Teile der Software werden aufgabenbezogen miteinander verbunden. Standardprobleme können so auch von nur gelegentlichen Anwendern effizient gelöst werden.
Der Vorteil für die Firmen: Fabriken lassen sich billiger errichten und betreiben. Es fällt deshalb leichter, neue Planungssysteme anzunehmen und anzuwenden. Schwierige Fragen werden am Kolleg der Uni in einer Hand und von qualifizierten Beratern bearbeitet. Die Mittelständler ersparen sich so die Einstellung von Spezialisten. Und auch die TU profitiert von dem neuen Logistik- und Simulationszentrum: Die dort bereits vorhandene hochwertige Rechenkapazität wird sinnvoll ausgelastet. Außerdem sind für das Kolleg zehn begabte Absolventen der TU neu eingestellt worden, die andernfalls Chemnitz wohl verlassen hätten.
Weitere Informationen erteilt der Sprecher des Innovationskollegs, Prof. Dr. Siegfried Wirth, Telefon: 03 71/5 31-53 09.