(St) Die grafischen Kommunikationsindustrien sind weltweit Wachstumsindustrien. Sie bieten jungen Menschen anspruchsvolle und sichere Arbeitsplätze. Die Entwicklung der Informations- und Computertechnologie einschließlich der leistungsstarken Datenautobahnen stellt für die Druckereitechnik eine große Herausforderung und zugleich die Chance dar, sich mit der Kommunikationstechnik neue Aufgabengebiete zu erschließen. Eine sich in großem Umfang wandelnde Industrie - das betrifft den in Deutschland außerordentlich hoch entwickelten Druckmaschinenbau ebenso wie die gesamte Druckbranche - braucht fähige, kompetente Mitarbeiter mit einer breiten und zukunftsorientierten Universitätsausbildung, die besonders auf Lernfähigkeit, Teamfähigkeit und Kreativität orientiert. Dieser Entwicklung Rechnung tragend bietet die TU Chemnitz- Zwickau zum Wintersemester 1995 die Ausbildung in der Printmedientechnik an. Die Verknüpfung von Maschinenbau, Verfahrenstechnik und Informatik ist hierbei die notwendige Basis, die den künftigen Ansprüchen an Fachleute der Printmedientechnik gerecht wird. Die Ausbildung erfolgt im Studiengang Maschinenbau/Hauptfach Printmedientechnik. Außerdem können die Studiengänge Lehramt an berufsbildenden Schulen und Magister neben der Didaktik Graphische Technik auch dieses Lehrangebot nutzen. Studenten der Informatik und des Wirtschaftsingenieurwesens können Printmedientechnik als Nebenfach belegen. Absolventen der Printmedientechnik haben Einsatzmöglichkeiten als Diplomingenieure im Druck- und Verarbeitungsmaschinenbau, in Druckereien, Betrieben der Druckvorstufe und Druckweiterverarbeitung, in Verlagen und Werbeagenturen sowie in Hochschul- und Forschungsinstituten für die Tätigkeitsbereiche Forschung und Entwicklung, in der Druckmaschinen-Konstruktion, als Betriebsingenieur in Druckereien, bei Vorbereitung und Einsatz der grafischen Kommunikationstechnik und Multimedia-Anwendung Management sowie in der Aus- und Weiterbildung.
Mit heißem Draht zur Wirtschaft
Mitglieder der Chemnitzer Studenteninitiative UNIVATION
(St) Um die erworbenen theoretischen Kenntnisse ihres Studiums schon vor dem Abschluß ihrer Ausbildung in der Praxis nutzbringend einsetzen zu können, schlossen sich im Mai 1993 engagierte Studenten zusammen und gründeten UNIVATION, den gemeinnützigen Verein für angewandte Betriebswirtschaft an der TU Chemnitz-Zwickau e.V. Inzwischen ist es dem Verein gelungen, die hiesige Wirtschaft enger mit dem wissenschaftlichen Potential an der Universität zusammenzuführen. Konkret half und hilft UNIVATION Mittelständlern oder öffentlichen
Institutionen bei der Lösung be-
triebswirtschaftlicher Probleme. Die Spannweite der in den letzten beiden Jahren vom Verein bearbeiteten
ca. 20 Projekte reicht von Designinnovationen für einen sächsischen Hausgerätehersteller über Expertisen zu Problemen der EG-Harmonisierung, Studien zu Einsatzmöglichkeiten und Rentabilitätsaspekten alternativer Energien bis hin zu Wirtschaftlichkeitsanalysen für Behörden des Freistaates.
Um auf diesem weiten Tätigkeitsfeld stets den hohen Ansprüchen der Auftraggeber zu genügen, nutzt der Verein die Möglichkeiten interdisziplinärer Zusammenarbeit an der Universität und erhält von einem aus Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern bestehenden Förderkreis Unterstützung. Die unternehmerisch agierenden Studenten sind daher in der Lage, maßgeschneiderte und preiswerte Konzepte zu bieten und eine qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten. Mehrere Folgeprojekte der Auftraggeber sowie die Vergabe von Diplomarbeiten bestätigen dies deutlich. Doch nicht nur für die Auftraggeber bringt das Wirken der Studenteninitiative Vorteile. Auch die im Verein tätigen Studenten, meist angehende Betriebswirtschaftler in der Hauptstudienphase, partizipieren von der Mitarbeit an den Projekten. Lernen sie doch durch eine in hohem Maße eigenverantwortliche Tätigkeit. Daß diese Praxisnähe auch von künftigen Arbeitgebern honoriert wird, zeigt der bei ersten Vereinsmitgliedern bereits nahtlos erfolgte Übergang vom Studium zum Arbeitsplatz. Neben der weiteren kontinuierlichen Arbeit an den bereits laufenden Projekten, z. B. einer Imageanalyse für den Chemnitzer Fußballclub, hat UNIVATION seit kurzem das Spektrum seiner Tätigkeiten um einen eigenen Verlag für betriebswirtschaftlich geprägte Publikationen erweitert. Unter der Schriftenreihe "Angewandte Betriebswirtschaft" sollen anwendungsbezogene Lösungsansätze zu praxisrelevanten Themen sowie wissenschafliche Arbeiten veröffentlicht werden. Interessenten können sich hierzu bei UNIVATION e.V., Vettersstr. 64/02, 09126 Chemnitz, Tel./Fax: 0371/50 911 melden.
Studium im Land der unbegrenzten Möglichkeiten
Lars Fiedler nutzt sein US -Teilstudium auch zu Ausflügen wie hier zum Capitol in Washington.
(St) Einer von ihnen ist der Maschinenbau-Student Lars Fiedler, der schon seit mehr als einem Jahr im Land der unbegrenzten Möglichkeiten studiert. 1993 hatte er sich bei der Fulbright-Kommission in Bonn um ein Stipendium beworben und gleich Glück gehabt. Nun büffelt er an der Virginia Tech, der Elite-Uni des US-Bundesstaates Virginia.
Das Arbeitspensum sei enorm, erzählt Lars Fiedler. Oft sitzt er bis tief in der Nacht über seinen Hausaufgaben und büffelt über Schwingungslehre und Chaos-Theorie. Es wird unwahrscheinlich viel verlangt, schätzt der Maschinebau-Student ein. Doch dank der guten Grundlagenausbildung in Chemnitz sei es zu schaffen. Trotz des Stresses bleibt Zeit für Wochenendausflüge nach Washington, Virginia Beach oder zu den Nationalparks von North Carolina. Oft geht Lars Fiedler aber auch mit den Professoren zum Grillen.
Die 25.000 Studenten-Universität bietet ideale Studienbedingungen. Besonders begeistert ist der 22jährige Student von der Mensa: Zehntausende Essen gehen in der "größten Mensa an der Ostküste" täglich über den Tresen. Für 750 Dollar pro Semester kann der Student in fünf Mensa-Restaurants soviel essen und trinken, wie er möchte. In Prüfungszeiten gibt es sogar noch einen Mitternachtssnack. Auch die Wohnheime sind spitze, berichtet Lars Fiedler. In jedem Zimmer Telefon (Ortsgespräche sind kostenfrei), Anrufbeantworter und Computeranschluß an das Internet. Innerhalb von 30 Sekunden kann sich Lars Fiedler von den USA aus in das Computernetz der TU Chemnitz-Zwickau "einklinken" und dort die Neuigkeiten abrufen. Im Herbst möchte der 22jährige Student sein Studium mit dem amerikanischen Titel "Master of Science" abschließen.
Im letzten Urlaub traf sich Lars Fiedler mit René Schünemann, einem weiteren Chemnitzer Maschinenbaustudenten, zum Skifahren in West
Virginia.
Während seines Praktikums am " Center for Robotics and Manufacturing Systems " an der University of Kentucky ( USA) besucht Ren‚ Schünemann ( 3. v.l.) auch einen Workshop zur interkulturellen Kommunikaton.
René Schünemann verbrachte zu diesem Zeitpunkt sein Praktikumssemester an der University of Kentucky. Dazu angeregt wurde er von einer Studienreise des Chemnitzer Professors Holger Dürr, der 1994 den Kontakt zum dortigen "Center for Robotics and Manufacturing Systems" aufgebaut hatte. Dieses Zentrum ist unter anderem auf dem Gebiet der Wasserstrahltechnologie forschungsseitig sehr aktiv. Publikationen von Prof. Radovan Kovacevic und Dr. Andreas Momber, die den Chemnitzer Studenten während seines Praktikums betreuten, sind international bekannt. René Schünemann erforscht schon seit einigen Semestern an der Chemnitzer Universität die Hochdruckwasserstrahlbearbeitung und hatte damit einen idealen fachlichen Vorlauf. Da die Chemnitzer Universität eine hochmoderne Wasserstrahlanlage besitzt, gab es auch keine Probleme beim Bedienen der Technik im US-Forschungslabor. Vor Ort experimentierte René Schünemann an zahlreichen Proben aus Beton, Stahl und Aluminium, um die Ergebnisse beim Wasserstrahlschneiden zu verbessern.
Auch dem 24jährigen Studenten der "Konstruktions- und Entwicklungstechnik" hat der Aufenthalt in Amerika eine Menge gegeben. Prof. Kovacevic vermittelte einen kostenfreien Vorlesungsbesuch und die Teilnahme an einem Workshop für interkulturelle Kommunikation. Im August kehrte René Schünemann an die Universität in Lexington zurück, um ein einjähriges Teilstudium aufzunehmen. Im wesentlichen finanziert er dieses Studium mittels BAföG aus der eigenen Tasche. Da die Appartmentsiedlung der University of Kentucky nicht gerade preiswert ist, wird der aus Eisenhüttenstadt stammende Student gemeinsam mit US-Studienkollegen ein kleines Haus mieten.