Der Besuch, in dessen Verlauf Dr. Sherman auch mehrere Vorträge hält, soll zur Vorbereitung einer langfristigen Kooperation zwischen den beiden Arbeitsgruppen dienen, in deren Rahmen der supraleitende und der normalleitende Zustand des "t-J-Modells" mit analytischen und numerischen Methoden untersucht werden soll. Dieses Modell ist ein allgemein anerkanntes Modell zur Charakterisierung der elektronischen Zustände in den Kupferoxidebenen der Hochtemperatursupraleiter. Diese Materialien, deren Entdeckung 1986 eine inzwischen nobelpreisgewürdigte Sensation bedeutete, stellen die theoretischen Physiker immer noch vor ungelöste grundsätzliche Probleme, da das Phänomen der Supraleitung in diesen Materialien trotz intensivster Forschungen noch nicht verstanden werden konnte. Die Forschungsarbeiten von Dr. Sherman sollen Mosaiksteine zu diesem Verständnis liefern. Dabei sollen die bisher weitgehend analytischen Arbeiten des estnischen Wissenschaftlers mit den numerischen Erfahrungen der Chemnitzer Arbeitsgruppe verknüpft werden. Das Bundesministerium für Forschung und Technologie hat der Förderung dieses Projektes im Rahmen der bilateralen wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit zugestimmt, so daß diese Kooperation für die nächsten drei Jahre finanziell abgesichert ist. Dies bedeutet, daß Dr. Sherman in den nächsten Jahren regelmäßig als Gast an der TU Chemnitz-Zwickau tätig sein kann und Prof. Schreiber ebenso regelmäßig Tartu besuchen kann. Auf diese Weise ist eine enge Absprache der Forschungsarbeiten und damit eine intensive Zusammenarbeit gewährleistet.
Prof. Dr. Michael Schreiber
Fakultät für Naturwissenschaften
Prof. Dr. Dr. Lothar Simon und Mitarbeiter des Instituts für Textilmaschinen (Dipl.-Ing. Gabriele Halm, Dipl.-Ing. Olaf Millauer, Dr. Silke Heßberg, Dr. Karin Finsterbusch) mit den Praktikanten Daniel Perez (Bildmitte) und Lawrence Cole (2. von rechts). Von Mitte August 1994 bis Mitte Oktober 1994 weilten am Institut für Textilmaschinen der Fakultät für Maschinenbau der Technischen Universität Chemnitz-Zwickau zwei IAESTE-Praktikanten. Diese sind einer Einladung von Herrn Prof. Dr.-Ing. habil. Dr.-Ing. e.h. Lothar Simon gefolgt. Daniel Elbio Perez studiert an der Universität in Montevideo/Uruguay. Er hat bereits ein vierjähriges Maschinenbaustudium absolviert. Der zweite Gast, Lawrence Cole kommt aus Ghana. Dort studiert er ebenfalls im 4. Jahr Maschinenbau an der Universität von Accra. Beide Studenten haben ihren Aufenthalt genutzt, um sich in erster Linie in der deutschen Sprache zu vervollkommnen und ihre Fachkompetenz zu erweitern. In einem umfangreichen Programm konnten sie die Ausbildungsmöglichkeiten, die unsere Universität bietet, kennenlernen. Nach ihrer eigentlichen Arbeit im CAD-Labor und im Versuchsfeld "Textil" standen eine Vielzahl von Konsultationen an anderen Lehrstühlen auf dem Besuchsprogramm. So z. B. bei Prof. Dr. Nuri Aksel im Bereich Strömungsmechanik und bei Dr. Johannes Beyreuther in einer Vorlesung zum Thema "Finite Elemente" mit anschließendem Praktikum. Höhepunkt des Aufenhaltes am Institut war die Teilnahme an einer vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) für die Studenten des Haupt- und Nebenfachs Textilmaschinen gesponserten Fachexkursion, die in die Firmen - Georg Sahm GmbH & Co. KG Eschwege - Feinprüf-Perthen GmbH Göttingen - BABCOCK Textilmaschinen GmbH Seevetal - Neumag - Neumünsterische Maschinen- und Anlagenbau GmbH - Gröbziger Spinndüsen GmbH führte. Neben dem Kennenlernen hochwertiger Textilmaschinen und modernster Fertigungsverfahren waren besonders die vielen Fachgespräche von großem Interesse. Daß das Programm beiden Gästen gefallen hat, wird u. a. auch durch die Tatsache belegt, daß Lawrence Cole seinen Aufenthalt noch bis Dezember 1994 verlängerte. Nicht zuletzt sei darauf hingewiesen, daß es schon eine gute Tradition hat, Praktikantenstellen an unserem Institut auszuschreiben und Gastdiplomanden aus anderen Ländern zu betreuen. So waren in letzter Zeit Gäste aus Schweden, Spanien, Rußland, der Schweiz und dem ehemaligen Jugoslawien bei uns an der Einrichtung.
Dr. Karin Finsterbusch
Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik