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Sie haben vor gut zwei Jahren mit dem Leistungssport
aufgehört. Gab es wichtigere Dinge in Ihrem Leben?
Ich habe zwei Semester versucht, Studium und Sport unter
einen Hut zu kriegen, aber zweimal täglich Training
und das Studium an der Uni waren mir einfach zu viel.
Ich konnte mich nur auf eines richtig konzentrieren.
Außerdem habe ich nicht mehr die nötigen
Leistungssprünge gemacht, die man braucht, um in
der internationalen Spitze mitzuschwimmen.
Sie studieren an der TU Chemnitz Wirtschaftsmathematik
- das ist im Vergleich zum Schwimmen ein sehr trockenes
Gebiet.
Der Stoff ist teilweise sehr abstrakt, aber der
praktische Nutzen dieses Studienganges ist sehr groß.
Ich entwickle gerade ein Programm für Mannschafts-Schwimmwettkämpfe,
das die Aufstellung erleichtern soll. Ich bin aber noch
ganz am Anfang.
Was beinhaltet das Programm konkret?
Bei der deutschen Mannschaftsmeisterschaft mit zehn
Startern pro Team gibt es insgesamt 17 Strecken, die
jede Mannschaft zweimal schwimmen muss. Ein Schwimmer
hat insgesamt fünf Wettkämpfe, darf aber auf
keiner Strecke doppelt starten. Ich entwickle mehrere
Lösungsschritte, mit denen man die Aufstellung
und Startreihenfolge besser bewältigen kann.
Stand für Sie als Sportler je ein anderer Studienort
zur Debatte?
Für mich stand von Anfang an fest, dass ich in
Chemnitz bleibe, und ich bereue es nicht. Man hat es
als Sportler sehr leicht an der TU Chemnitz. Wenn man
wettkampfbedingt fehlt, hat man genug Möglichkeiten,
den Stoff nachzuholen. Die Betreuung durch die Lehrkräfte
ist sehr persönlich und das Vorlesungsangebot sehr
umfangreich. Außerdem ist die örtliche Nähe
des Campus zum Sportforum optimal.
Mit dem Schwimmen soll es aber noch eine Weile weitergehen,
oder?
Natürlich, denn ohne diesen Sport würde mir
was fehlen. Alle im Verein haben meine Entscheidung
akzeptiert und verstehen, wenn ich nur zwei- bis dreimal
zum Training in der Woche komme. Dann schwimme ich so
an die drei Kilometer. Ohne den Druck habe ich teilweise
bessere Zeiten erreicht als vorher.
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