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(AF) Kleine Ursachen haben oft große Wirkungen.
In der Produktionstechnik bedeutet dies, dass scheinbare
Nebensächlichkeiten große und unvermittelt
eintretende Schäden verursachen können. Mit
Hilfe der Nichtlinearen Dynamik können solche unerwünschten
Effekte durch Vorhersagen und Regeleingriffe unter Kontrolle
gebracht werden. Am 8. und 9. April 2003 haben sich
an der TU Chemnitz rund 120 hochrangige Wissenschaftler
aus zehn Ländern getroffen, um über solche
so genannte "nichtlinear-dynamischen Effekte in
produktionstechnischen Systemen" zu diskutieren.
Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen
und Umformtechnik IWU veranstaltete die Professur für
Komplexe Systeme und Nichtlineare Dynamik der Chemnitzer
Universität das 4. Internationale Symposium "Investigations
of Nonlinear Dynamic Effects in Production Systems"
im Chemnitzer Hof. Die Veranstaltung bildete gleichzeitig
den Abschluss des gleichnamigen Forschungs-Schwerpunktes,
der in den letzten sieben Jahren von der Volkswagen
Stiftung gefördert wurde.
Von der TU Chemnitz hat sich Prof. Dr. Günter Radons,
Inhaber der Professur für Komplexe Systeme und
Nichtlineare Dynamik, gleich doppelt in dieses interdisziplinäre
Forschungsvorhaben eingebracht. Da beim Wasserstrahlschneiden
oft unerwünschte und qualitätsmindernde Streifenmuster
an der Schnittkante entstehen, hat Prof. Radons zusammen
mit seinen Kooperationspartnern eine neue Methode des
Schneidens entwickelt: Indem der Strahlkopf in der richtigen
Frequenz bewegt wird, können solche Streifenmuster
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auch bei hoher Schnittgeschwindigkeit
weitgehend vermieden werden. In einem weiteren Projekt
sollen Strategien entwickelt werden, wie sich Produktionsanlagen
optimal und ohne Ausfälle betreiben lassen. Dazu
entwickelt Prof. Radons und sein Team ein Verfahren,
dass etwa Alterungsprozesse oder Wechselbeziehungen
in Produktionsstraßen durch intelligente Datenanalyse
ermitteln kann.
Es ist ein durchaus realistischer Albtraum: Scheinbar
beherrschte Prozesse geraten plötzlich außer
Kontrolle. Das kann leicht dazu führen, dass Ausschuss
produziert wird, Werkzeuge und Maschinen vorzeitig verschleißen
und selbst ganze Produktionsanlagen vollständig
versagen, womit meist erhebliche Kosten verbunden sind.
Solche unerwünschten nichtlinearen Effekte treten
bei klassischen Zerspanungs-Prozessen ebenso auf wie
bei der Umformung oder Laserbearbeitung. Sie führen
dazu, dass nicht nur in der Fertigungstechnik, sondern
auch in der Produktionsorganisation und Logistik unerwartete
Störungen und Zeitverluste entstehen.
Was theoretisch hinter solchen nichtlinearen Effekten
steckt, hat die Mathematik und Physik schon weitgehend
erforscht. Dank des siebenjährigen Schwerpunktes
der Volkswagen-Stiftung sind diese Erfahrungen nun erstmals
auf die konkreten Anforderungen der Produktionstechnik
übertragen worden. Daran haben Wissenschaftler
ganz unterschiedlicher Fachgebiete ihren Anteil: Mathematiker
und Physiker ebenso wie Regelungstechniker, Mechaniker
und Ingenieure.
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