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Eine Solarzelle ist wie ein Schweizer
Käse: Ohne Löcher geht es nicht. Denn in ihrem
Inneren wird die Energie des Sonnenlichtes in frei bewegliche
Ladungsträger, in negativ geladene Elektronen und
positive Löcher, umgewandelt. Diese im Halbleiter
erzeugten freien Ladungsträger müssen mit
möglichst kleinen Verlusten getrennt und aus der
Solarzelle abgeleitet werden. Denn nur so erlangt die
Solarzelle ihren optimalen Wirkungsgrad - ihre
Fähigkeit, einen größtmöglichen
Anteil der Sonnenstrahlung in elektrische Energie umzuwandeln.
Zur Trennung der Ladungsträger werden unterschiedliche
Verfahren eingesetzt. Indem zum Beispiel ein elektrisches
Feld erzeugt wird, werden die Elektronen zur Vorderseite
und die Löcher zur Rückseite der Solarzelle
transportiert. Dazu ist es allerdings notwendig, Fremdatome
in hoher Dichte unter die Oberfläche des Halbleiters
zu bringen. Jedes einzelne Fremdatom stört jedoch
die ideale Struktur der Solarzelle und vernichtet positive
und negative Ladungen.
In einem weiteren Verfahren wird die elektrische Ladung
ausgenutzt, die sich bereits auf der Solarzelle befindet.
Sie erzeugt ein starkes elektrostatisches Feld, das
sich ebenso zur Ladungstrennung eignet. Weil bei solchen
Feldeffekt-Solarzellen bereits ein Feld von außen
einwirkt, braucht es keine oder nur wenige zusätzliche
Leitschichten. Auf diese Weise fallen die Ladungsträgerverluste
deutlich geringer aus. Zudem verbessert die wesentlich
höhere Feldstärke beim Feldeffekt noch einmal
die Trennung der Ladungsträger. Feldeffekt- Solarzellen
werden seit den 1980-er Jahren
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erfolgreich eingesetzt. Bisher gab
es diese Feldquellen allerdings nur mit positiven Ladungen.
Im Herbst 1999 wurde jedoch an der Chemnitzer Professur
für Elektronische Bauelemente eine bis dahin einzigartige
Materialkombination entdeckt: Sie enthält Aluminiumtrifluorid
und ist die weltweit erste Feldquelle, die über
eine hohe negative Ladung verfügt. Indem nun von
außen neben positiv auch negativ geladene Felder
auf die Solarzelle einwirken, kann ihre Leistung erheblich
gesteigert werden. Der Grund des höheren Wirkungsgrades
ergibt sich aus dem viel stärkeren Feldeffekt.
Darüber hinaus lässt sich der Ladungsverlust
an der Oberfläche des Halbleiters durch eine negative
Feldquelle reduzieren.
Bisherige Forschungsarbeiten im Rahmen des Graduiertenkollegs
"Regenerative Energien" der Deutschen Forschungsgemeinschaft
konzentrierten sich vor allem auf die physikalische
Beschreibung und Interpretation der neuartigen Struktur.
Da es einige sehr vielversprechende Varianten für
ihre Anwendung an Solarzellen gibt, wurden bereits mehrere
Patente angemeldet.
Auch erste Prototypen solcher negativ geladener Feldeffekt-Solarzellen
existieren bereits. Gemeinsam mit dem Zentrum für
Mikrotechnologien der TU Chemnitz werden diese nun einem
umfangreichen Funktionstest unterzogen, der durch die
Stiftung der Deutschen Wissenschaft gefördert wird.
Weitere Informationen: www.infotech.tu-
chemnitz.de/~bauel/index.html
Dirk König
Professur für Elektronische Bauelemente
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(AF)
Tschernobyl hat die Welt verändert. Als Zeichen des
Umdenkens wurde 1996, zehn Jahre nach der tragischen Reaktorkatastrophe,
im sächsischen Oederan der erste deutsche "Tag
der erneuerbaren Energien" mit Erfolg initiiert.
Indes hat er in fast allen |
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für
Computerphysik zur regenerativen Wärmeversorgung
eines Passivhauses promoviert. "Ich wohne in einem
warm angezogenen Haus, in dem selbst die menschliche Körperwärme
der Bewohner genutzt wird", sagt Hausbesitzer Eberhard
Ohm. Denn neben einer 16 Quadratmeter großen Solaranlage
auf dem Dach des Hauses, die für warmes Wasser sorgt,
wird auch die Wärme der gebrauchten Luft, die ständig
durch eine Klimaanlage abgesaugt wird, rückgewonnen.
Gleichmäßig im Haus verteilte Sensoren sorgen
dafür, dass die Temperatur konstant bleibt.
Vorerst für ein Jahr werden von der Professur für
Systemtheorie der TU Chemnitz unter Leitung von Prof.
Dr. Steffen Bocklisch umfangreiche Messungen in dem sachsenweit
einzigartigen Passivhaus durchgeführt. In mehreren
Räumen des Hauses werden ständig die Temperatur
und die Luftfeuchte bestimmt und so die Energieflüsse
sichtbar gemacht. Außerhalb sammelt eine kleine
Wetterstation ihre Daten - sie soll es in Zukunft
möglich machen, dass sich das Passivhaus frühzeitig
und optimal auf jede Wetterlage einstellen kann. |
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Es deckt den Energie-
bedarf fast vollständig
aus eigener Kraft: das
Passivhaus in Oederan.
Foto: TU Chemnitz
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Bundesländern
Fuß gefasst. In Oederan, wo der Öko-Tag bis
heute koordiniert wird, stand in diesem Jahr ein Passivhaus
im Mittelpunkt des Interesses. In der Wiesenstraße
5 präsentierte Eberhard Ohm am 27. April 2002 sein
neues Domizil, das in der Lage ist, den Energiebedarf
fast vollständig aus eigener Kraft zu decken. Mit
dabei waren auch Wissenschaftler der TU Chemnitz, die
dank eigener Mess- und Auswertungstechnik stets die
Energiebilanzen des Passivhauses im Blick haben. Die
Grundlage für dieses Projekt schufen Chemnitzer
Studenten und der Doktorand Benoit Sicre, der an der
Chemnitzer Professur
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