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(AF) Ein paar Solarkollektoren sind der Projektgruppe
Solarthermie der Technischen Universität Chemnitz
zu wenig - es müssen schon ganze Kollektorfelder
sein. "Was sich der Häuslebauer aufs Dach
packt, ist gut und wichtig", sagt Dr. Ulrich Schirmer,
der diese Projektgruppe leitet. "Aber ein wirklicher
Durchbruch der Solartechnik ist nur mit weitaus größeren
Anlagen möglich."
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Quadratmetern für den nötigen
Input: Durch Vakuumröhren-Kollektoren zirkuliert
ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel, das durch
Sonneneinstrahlung auf maximal 90 Grad Celsius erhitzt
wird. In einem Wärmeüber- trager gelangt diese
thermische Energie in einen reinen Wasserkreislauf und
wird in den unterirdischen Riesenspeicher transportiert.
An kalten Tagen befördern Pumpen das heiße
Speicherwasser in den Netzkreislauf und bringen so die
Heizkörper in den Solaris-Büros auf Temperatur.
Als besonders ausgeklügelt erweist sich dieses
Nahwärmesystem, weil bei Sonnenschein nicht nur
heißes Wasser in den oberen Teil des Saisonspeichers
fließt, sondern zugleich kälteres Wasser
vom Grubengrund zurück zu den Solarkollektoren
gepumpt und dort wieder erhitzt wird. Erste Messergebnisse
bestätigen die Simulationsrechnungen, die im Vorfeld
angestellt wurden: Auf diese Weise können 70 Prozent
der Solarwärme für viele Monate gespeichert
und jederzeit ins Netz eingespeist werden.
Warmduscher im Wohnheim
Seit Herbst 2000 befindet sich eine weitere Pilotanlage
direkt auf dem Chemnitzer Campus in der Anlaufphase.
An der Sonnenseite des sanierten Studentenwohnheims
Reichenhainer Straße 35/37 sind auf 100 Quadratmetern
Solarkollektoren angebracht, die dafür sorgen,
dass in den mehr als 100 Duschen stets warmes Wasser
aus der Brause kommt. Nach zwei Jahren wird nun nachgebessert:
"Wie die aktuellen Messwerte zeigen, muss die Regelungstechnik
etwas verändert werden", sagt Dr. Schirmer, der
wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für
Technische Thermodynamik ist. Die Solaranlage zur Trinkwassererwärmung
ist kompliziert: Zuerst wird die aus der Sonnenstrahlung
gewonnene Energie im Solarkreis durch die Vakuumröhren-Kollektoren
transportiert und an einen Brauchwasserkreislauf abgegeben.
Dort gelangt sie in einen 7.000 Liter großen Pufferspeicher,
der das auf bis zu 90 Grad Celsius erhitzte Wasser für
einige Stunden bevorratet. In einem Wärmeübertrager
wird kaltes Trinkwasser durch das heiße Brauchwasser
erwärmt und von dort in die studentischen Badezimmer
gebracht. Rund 30 Prozent des Bedarfs an warmem Wasser
wird auf diese Weise durch die Solaranlage gedeckt.
"Damit kann die Kohlendioxid- Belastung jedes Jahr um
34.000 Kilogramm reduziert werden", hebt Projektleiter
Dr. Schirmer hervor.
Weder er noch seine drei wissenschaftlichen Mitarbeiter,
die alle aus Drittmitteln finanziert werden, erwarten
den großen Durchbruch der Solarthermie schon in
den nächsten fünf bis zehn Jahren: "Noch
fehlen uns Messungen über einen langen Zeitraum",
räumt er ein, "wir sind aber überzeugt,
dass wir uns auf dem richtigem Weg befinden." Weitere
Informationen im Internet unter www.solarthermie2000.de
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Was
dem Wissenschaftler vorschwebt, sind Solaranlagen, die
bald ein komplettes Hotel, ein Krankenhaus oder sogar
ein ganzes Wohngebiet mit Wohlfühlwärme und
heißem Wasser versorgen. Dafür spricht das
bessere Preis- Leistungs-Verhältnis: Weil in Großanla-
gen weitaus mehr Solarwärme mit vergleichsweise
geringem technischen Aufwand erzeugt werden kann, rechnet
sich diese ganzheitliche Herangehensweise. Theoretisch.
Praktisch allerdings
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Mit
der Solaranlage am Chemnitzer Studentenwohnheim Reichenhainer
Straße 35/37 tragen Dr. Ulrich Schirmer (2.v.r.)
und sein Team dafür Sorge, dass den Studenten nicht
das warme Wasser ausgeht. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter
Torsten Urbanek, Thomas Freytag und Ulf Niersmann (v.l.n.r.)
werden aus Drittmitteln finanziert.
Foto: Christine Kornack |
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betreten die Chemnitzer Experten für
Technische Thermodynamik noch unbestelltes Neuland.
Bereits 1994 haben sie sich auf Initiative des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung (BMBF) mit Forschern
der TU Ilmenau und der FH Stralsund in dem Projekt "Solarthermie
2000" zusammengeschlossen, um verschiedene Pilotanlagen
in den neuen Bundesländern aufzubauen und weiterzuentwickeln.
Insgesamt 17 solcher Referenzobjekte werden unterdessen
von der Chemnitzer Projektgruppe Solarthermie wissenschaftlich
betreut, allein drei befinden sich in Chemnitz.
Vergrabene Wärme für kalte
Wintertage
Der Technologie- und Gewerbepark "Solaris"
gehört dazu. Um die ansässigen Firmen über
das gesamte Jahr mit Solarwärme zu versorgen, wurde
in der Neefestraße ein gigantischer Wärmespeicher
im Erdreich vergraben. Mehrere Bagger hoben bis 1999
eine 8.000 Kubikmeter große Grube aus, füllten
diese bis zum Rand mit Kies auf und fluteten die Zwischenräume
mit Wasser. "In diesem Saisonspeicher bleibt überschüssige
Wärme für mehrere Monate verfügbar",
erläutert Projektleiter Dr. Schirmer. Bis zum Winter,
wenn es sein muss. Auf den Dächern des Parks sorgen
Solarkollektoren auf 550
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