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(AF) Hoch oben in der Luft pfeift eine steife Brise
in die tonnenschweren Flügel der Windkraftanlage
und lässt sie monoton im Uhrzeigersinn drehen.
Solange die drei Rotorblätter in Schwung bleiben,
arbeitet auch der Generator, der hinter den Windflügeln
versteckt ist, auf Hochtouren. Die Naturgewalt, die
mal als Sturm und mal als laues Lüftchen übers
Land zieht, in elektrische Energie umzuwandeln, ist
die Aufgabe des Generators, der er bis zu 60 Meter über
der Erde nachgeht.
Nicht nur Windkraftanlagen benötigen solche Wandlersysteme.
Auch die Fotovoltaik ist darauf angewiesen, um Strom
aus Sonnenenergie zu gewinnen. Dabei müssen die
Energiewandler zweierlei können: Zum einen sollen
sie das verfügbare regenerative Energieangebot
optimal ausnutzen und ohne große Verluste in Strom
umsetzen. Zum anderen muss eine möglichst gleichmäßige
Energiequalität ins Netz abgegeben werden. Selbst
bei kurzfristiger Windstille oder vorüberziehenden
Regenwolken.
Windenergiewandlung ohne Blindleistung
Damit dies auch in der Praxis funktioniert, sind Nachwuchswissenschaftler
aus aller Welt an die TU Chemnitz gekommen, um solche
Energieumwandlungs-Prozesse zu optimieren.
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Ein Jahr später ging ein erster
Prototyp, der gemeinsam mit der Firma Wintec aus Österreich
und Technocon aus der Schweiz gebaut wurde, in der Nähe
von Wien ans Netz. Inzwischen wird die Elektronik auch
in vielen deutschen Windkraftanlagen eingesetzt -
so auch in einer 2,6 Megawatt-Anlage, die heute zu den
leistungsstärksten ihrer Art gehört. Seitdem
erforschen die Doktoranden Balduino Rabelo, Elena Sinelnikowa
und Muhammad Jamil eine neue Generatoren-Generation,
die sich durch einen besonders hohen Wirkungsgrad auszeichnet.
Es sind Drehstromgeneratoren, die wesentlich kompakter
sind als ihre Vorgänger und sich zudem viel flexibler
steuern lassen.
Das Prinzip dieses Energiewandlers ist auf maximale
Ausbeute bei gleichbleibender Qualität ausgerichtet.
Bis zu zehn Prozent der gesamten Leistung können
in einer Windkraftanlage verloren gehen. Anders beim
Drehstromgenerator: Er optimiert den Blindleistungsfluss
so, dass die Gesamtanlage unter allen Betriebsbedingungen
mit maximalem Wirkungsgrad arbeitet. Darüber hinaus
kann der Generator nicht nur durch Windkraft, sondern
teilweise auch vom Netz her betrieben werden, um eine
optimale Energieausbeute bei jeder Windgeschwindigkeit
sicherzustellen. Bläst der Wind für einige
Zeit nur schwach, wird ihm die elektrische Energie aus
dem Netz zugeführt, um die Drehzahl gleichmäßig
abzusenken.
Ziel der aktuellen Forschung ist es, eine kompakte Steuerungselektronik
auch für größere Windkraftanlagen mit
Leistungen bis zu fünf Megawatt zu entwickeln.
Zudem arbeitet der Doktorand Mathias Würfel an
einem intelligenten Diagnosekonzept, das Fehler im Wandlersystem
erkennt und einen rechtzeitigen Austausch verschlissener
Komponenten möglich macht.
Sonnige Aussichten dank eines vierten
Leiters
Said Elbarbari aus Ägypten geht
es sonniger an: Weil Solaranlagen, die einen oder mehrere
Haushalte auf drei unabhängigen Phasen mit Energie
versorgen, mitunter nicht in der Lage sind, alle elektrischen
Geräte mit optimaler Spannung zu versehen, kann
schon mal eine Glühlampe durchbrennen. Für
dieses Problem hat der TU-Doktorand eine Lösung
gefunden: Eine vierte Phase ergänzt das elektronisch
gesteuerte Energiesystem. Dieser Null-Leiter gleicht
Spannungsschwankungen aus, indem es den Überschuss
rechtzeitig abzweigt und an geeigneter Stelle wieder
zuführt.
Obwohl die Arbeit noch nicht abgeschlossen ist, werden
demnächst erste Solaranlagen auf der Basis des
neuen Dreiphasen-Vierleiter- Wechselrichters gemeinsam
mit dem Technologie- und Gründerzentrum Bautzen
sowie der Chemnitzer Firma Procon projektiert und für
die praktische Umsetzung vorbereitet.
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An
der Professur für Elektrische Maschinen und Antriebe
arbeiten derzeit Doktoranden aus Brasilien, Ägypten,
Russland, Pakistan, Ni- geria und Deutschland an der
Zukunft der regenerativen Energietechnik.
In sechs laufenden Forschungsvorhaben steht die Windkraft
im Mittelpunkt des Interesses. "Derzeit geht es
vor allem darum, neuartige Windgeneratoren und
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Windflügel,
Rotor, Generator, Stator (v.r.): In der Gondel der Windkraftanlage,
direkt hinter den Flügeln, gibt der Rotor die Bewegungsenergie
an den Generator ab, der
diese in elektrischen Strom umwandelt. Von dort gelangt
der Strom über den Stator ins Netz.
Grafik: Bundesverband WindEnergie e.V. |
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innovative Steuerungstechnologien
zu entwickeln", erläutert Prof. Dr. Wilfried
Hofmann, der diese Arbeiten betreut. Dafür steht
den Doktoranden ein Labor für regenerative Energietechnik
zur Verfügung, das mit unterschiedlich leistungsstarken
Windgeneratoren ausgerüstet ist. Komplettiert wird
das Versuchsfeld durch eine Fotovoltaik-Anlage, die
vor wenigen Monaten in Betrieb genommen wurde.
Bereits seit einigen Jahren ist das Chemnitzer Know-how
auf dem Gebiet des Windkraftanlagenbaus nachgefragt.
Im Jahr 1996 wurde Prof. Hofmann und sein Team in Österreich
für die Entwicklung eines 1,5 Megawatt leistungsstarken
Windgenerators mit dem Innovationspreis des Landes Kärnten
ausgezeichnet.
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