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(AF) Sie ist die Mutter fast aller
erneuerbaren Energieträger - die Sonne. Ohne
sie würde kein Wind die Rotorblätter einer
Windkraftanlage antreiben, kein Regenwasser die Speicher
von Wasserkraftwerken füllen, und ebenso wenig
könnten Holz und Stroh immer wieder nachwachsen.
Natürlich bräuchte es auch keine Solarzellen
und Kollektoren, um die Sonnenstrahlung in Strom oder
Wärme umzuwandeln.
Gerade auf Sonne, Wind und Co. wird es bei der zukünftigen
Energiegewinnung immer stärker ankommen. In ihrem
"Grünbuch" prognostiziert die Kommission
der Europäischen Union, dass die erneuerbaren Energien
im Jahr 2050 insgesamt 90 Prozent des gesamten Energiebedarfs
der Menschheit abdecken werden. Etwas zurückhaltender
sieht es der Weltenergierat als unabhängiges und
international besetztes Expertengremium: Er schätzt
den regenerativen Anteil im Jahr 2050 auf insgesamt
22 Prozent.
Aussagekräftig werden diese Prognosen, wenn man
sie mit den aktuellen Zahlen vergleicht. Heute kommt
der Strom noch weitgehend aus den Atom- und Kohlekraftwerken
der großen Energieversorger. Von den knapp 460
Milliarden Megawattstunden, die nach Angaben von RWE,
der zu den größten deutschen Stromproduzenten
zählt, im Jahr 1999 in Deutschland erzeugt wurden,
betrug der Anteil der regenerativen Energieträger
nicht einmal zehn Prozent - wobei allein über
vier Prozent aus der Wasserkraft und rund drei Prozent
aus der Windkraft kamen. Der heutige Beitrag der Fotovoltaik
an der Stromversorgung, bei der die Sonne mittels Solarzellen
angezapft wird, fällt mit 0,1 Prozent noch recht
bescheiden aus.
Keine sonnige Zukunft ohne Energiesparen
Von dem unvorstellbar großen
und schier unerschöpflichen Potenzial der regenerativen
Energiequellen sind Forscher an der TU Chemnitz seit
vielen Jahren überzeugt. Fachübergreifend
bereiten sowohl Maschinenbauer und Elektrotechniker
als auch Natur- und Wirtschaftswissenschaftler der Universität
den vielen Industriepartnern den Weg in den Energiemarkt
der Zukunft. Die folgenden Seiten dieses "TU-Spektrum"-
Spezials gewähren Einblicke in Chemnitzer Forschungsprojekte.
Dabei kommen unter anderem Wissenschaftler zu Wort,
die an neuen Windflügel-Konstruktionen und Windkraftgeneratoren
arbeiten oder den gesamten Windkraftbetrieb am Computer
simulieren. Darüber hinaus werden solarthermische
Großprojekte, preisgünstigere Solarzellen
und intelligente Energiespeicher vorgestellt, mit denen
die Chemnitzer Forscher in der Fachwelt bereits für
Aufsehen sorgten.
Eine Vielzahl dieser Projekte wird seit 1998 von Nachwuchswissenschaftlern
im Rahmen des Graduiertenkollegs "Energiebereitstellung
aus regenerativen Energiequellen" der Deutschen
Forschungsgemeinschaft realisiert, in dem die interdisziplinären
Forschungsvorhaben auf
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diesem Gebiet unter Leitung der Fakultät für
Elektrotechnik und Informationstechnik noch bis Ende 2002
gebündelt werden. Gerade die verbesserte Nutzung
der Sonnen- und der Windkraft wird - sicher auch
mit tatkräftiger Unterstützung der Chemnitzer
Forscher - in den nächsten Jahren weiter von
sich reden machen. Obwohl die Deutschen mit fast 11.000
Windkraftanlagen schon heute "Wind- Weltmeister"
sind, dürften große Windparks, die offshore
- also weit draußen im Meer - errichtet
werden, für einen regelrechten Quantensprung sorgen.
Nach Expertenschätzung könnte dann rund die
Hälfte des deutschen Strombedarfs mittels Windkraft
gedeckt werden. Auch die für die heutige Energieproduktion
eher unbedeutende Fotovoltaik verfüge grundsätzlich
über das Potenzial, rund ein Fünftel des Strombedarfs
abzusichern.
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Die Energiegewinnung blickt im wahrsten
Sinne des Wortes sonnigen Zeiten entgegen: Nicht nur,
dass die umweltverträglichen Energieträger
in Zukunft allmählich die Kernkraft und die Kohle
von ihren Spitzenpositionen verdrängen - auch
der sparsame Umgang mit den kostbaren und erschöpflichen
Energieressourcen wird zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Die letzten Seiten dieses Sonderteils beschäftigen
sich deshalb auch mit Chemnitzer Forschungsprojekten,
in denen dank neuartiger Antriebe in Fahrzeugen oder
intelligenter Prognoseverfahren praktische Grundlagen
geschaffen werden, Energie sinnvoll einzusparen.
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Auch
der ostdeutsche Energieversorger envia setzt verstärkt
auf erneuerbare Energien: Gegenwärtig werden sieben
Windkraftanlagen mit einer Leistung von zehn Megawatt
betrieben. Zum Jahresende sollen schon 15 Anlagen eine
Leistung von 17 Megawatt erbringen. Zudem speist envia
das Windstromaufkommen anderer Betreiber in ihr Netz ein.
Foto: envia |