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(AF) Der erste Eindruck zählt: Besonders bei Bewerbungsgesprächen
ist es wichtig, von Beginn an eine gute Figur zu machen.
Aber wie anstellen? Sofort in die Offensive gehen oder
lieber abwarten? Natürlich bleiben oder notorisch
drauflosreden? Die Psychologieprofessorin Astrid Schütz
von der Technischen Universität Chemnitz hat seit
vielen Jahren Strategien der Selbstdarstellung unter
die Lupe genommen. In verschiedenen Projekten hat sie
etwa die Selbstdarstellung im politischen Wahlkampf
ebenso untersucht wie in Bewerbungssituationen. Anhand
von Fremdbeurteilungen konnte sie so neue wissenschaftliche
Erkenntnisse darüber gewinnen, in welcher Situation
die Selbstdarstellung eines Menschen auf welche Weise
ankommt. Eine neue Erkenntnis aus Chemnitz: Positive
Selbstdarstellung hat nicht nur Vorteile. Wer zu dick
aufträgt, kann sich schnell selbst ins Aus loben.
Obwohl es das Patentrezept für erfolgreiche Bewerbungsgespräche
natürlich nicht gibt, können wichtige Hinweise
aus der Selbstdarstellungsforschung abgeleitet werden,
die es dem Jobsuchenden vielleicht einfacher machen,
am Ende eines Vorstellungsgespräches weder als
graue Maus noch als eitler Pfau dazustehen.
Tipp 1: Keine Inszenierungen!
Eine Selbstdarstellung, die nicht zur Gesamtpersönlichkeit
passt, wirkt aufgesetzt und verfehlt in aller Regel
die gewünschte Wirkung. Inszenierungen sind daher
äußerst riskant. Sie sammeln viel eher durch
spontanes und authentisches Verhalten Pluspunkte.
Tipp 2: Nicht zu dick auftragen!
Wer nur von sich prahlt, wirkt unsympathisch. Deshalb
sollten Sie kleinere Schwächen offen eingestehen
- wenn sie nicht gerade die eigene Kompetenz in
Frage stellen. Empirische Studien haben gezeigt: Selbstlob
kommt nur dann besser als eine eher bescheidene Selbstdarstellung
an, wenn dem Gegenüber keinerlei Informationen
über die tatsächlichen Leistungen des Bewerbers
vorliegen.
Tipp 3: Andere loben lassen!
Bringen Sie andere dazu, Sie zu loben. Das macht einen
besseren Eindruck, als es ständig selbst zu tun.
Untersuchungen haben bewiesen, dass positive Beurteilungen
von Dritten glaubwürdiger wirken als positive Selbstbeschreibungen.
Tipp 4: Aber: Nicht allzu bescheiden
sein!
Auch wenn zu viel Eigenlob stinkt: Stellen Sie nicht
gleich Ihr Licht unter den Scheffel.
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Wer in einem Bewerbungsgespräch
nicht sagt, was er kann, erweckt nicht unbedingt den
Eindruck, dass er viel kann.
Tipp 5: Der äußere Eindruck
ist wichtig!
So ist das nun mal: Attraktive Bewerber kommen besser
an. Achten Sie deshalb auf Ihre Kleidung. Wie empirische
Studien belegt haben, wird eine Frau im Blazer in aller
Regel kompetenter beurteilt als in anderer Kleidung.
Tipp 6: Auf die Körpersprache achten!
Verbales und Nonverbales gehören zusammen. Es
macht daher einen unglaubwürdigen Eindruck, wenn
die Körpersprache dem Gesagten widerspricht. Im
Zweifelsfall wird eher dem Nonverbalen geglaubt.
Wer also gerade von der eigenen Kompetenz spricht und
dabei nervös an der Kleidung herumzupft, wirkt
nicht überzeugend.
Tipp 7: Keine Widersprüche!
Verstricken Sie sich nicht in widersprüchlichen
Aussagen: Wer in unterschiedlichen Situationen oder
gegenüber unterschiedlichen Gesprächspartnern
immer etwas anderes behauptet, erweckt den Eindruck,
sein Fähnchen nach dem Wind zu drehen.
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