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  TU Spektrum  
   
Der Turbo-Student
André Lanka absolvierte sein Informatik-Studium in nur sieben Semestern

(VTZ) Der durchschnittliche Chemnitzer Informatik-Student benötigt für sein Studium 10,4 Fachsemester, berichtete das Hamburger Wochenblatt "Der Spiegel" vor gut einem Jahr in einem Hochschulranking. Damit beenden die Informatiker der Technischen Universität Chemnitz bundesweit ihr Studium am schnellsten, gemeinsam mit den Absolventen der Uni Bremen. Der Schnellste unter den Schnellen war André Lanka. Er schaffte sein Studium an der Chemnitzer Universität in nur sieben Semestern und das mit einem tollen Ergebnis: Sein Diplom trägt den Zusatztitel "Mit Auszeichnung".

Spagat zwischen Hörsaal und Sportplatz

André Lanka ist 23 Jahre jung. Er stammt aus Eisleben, machte am dortigen Gymnasium an der Bergmannsallee 1997 Abitur, ging zur Bundeswehr und startete im Oktober 1998 sein Studium an der TU Chemnitz: "Eigentlich wollte ich Lehrer werden", erzählt er, "aber davon haben mir alle abgeraten." Dass er sich dann für ein Informatik-Studium entschieden hat, erklärt er mit Wissensdrang: "Mein Vater war Informatik-Lehrer, mein Bruder studierte Informatik. Die beiden haben sich so oft über Computer unterhalten und ich habe nichts verstanden. Das wollte ich ändern." Die Wahl des Studienortes fiel dann auf Chemnitz: "Ich habe mich vor allem an Rankings orentiert. Dabei schnitt die Uni Chemnitz in Informatik immer ziemlich gut ab. Also bin ich hier gelandet", schildert Lanka.
Bedauert hat er diese Ortswahl nie. "Ich habe mich in Chemnitz richtig eingelebt", sagt er. Während er tags-über sein Studium mit einiger Energie vorantrieb, waren die Abende zumeist dem Freundeskreis vorbehalten. "Wir sind regelmäßige Gäste des Studentenclubs 'bit- boutique'. Und im Sommer sind wir eigentlich bei gutem Wetter zwei- bis dreimal in der Woche an den Volleyball-Plätzen auf dem Campus zu finden." Den heimischen Schachverein in Bischofrode hingegen besucht er nur noch gelegentlich: "Ich bleibe schon die meiste Zeit in Chemnitz, um hier mit Freunden zu feiern." Wie er trotzdem so schnell studieren konnte, kann er nicht genau sagen: "Nach dem Grundstudium habe ich mir einfach vorgenommen, mich ein wenig zu beeilen." Das bedeutete, dass er die Zahl seiner Lehrveranstaltungen verdoppelte: "Wir müssen zwanzig Wochenstunden im Semester machen, ich hatte teilweise mehr als vierzig." Außerdem hat er seine Diplom-Arbeit zur "Effizienten Erkennung zufälliger nichtdreifärbbarer Graphen" - ein Thema aus seiner Spezialisierungsrichtung "Algorithmen und Komplexität" - zum Teil parallel zum regulären Lehrveranstaltungs- und Prüfungsbetrieb geschrieben. Auch sein Nebenfach Mathematik konnte den 23-Jährigen nicht aufhalten.

 

Noch ein wenig mehr Licht ins Dunkel um das Hochgeschwindigkeitsstudium Lankas kann der Betreuer sei ner Diplom-Arbeit bringen. Andreas Goerdt, Professor für Theoretische Informatik erläutert: "Herr Lanka hat sein Studium durch überdurchschnittlichen Arbeitseinsatz so schnell abschließen können." Darüber hinaus sei es sicher von Vorteil gewesen, dass Lankas verschiedene Arbeiten während des Studiums aufeinander aufbauten. "So entstand kein Zeitverlust durch Themenwechsel." Hinzu kommen noch einige strukturelle Vorteile, die das Studium in Chemnitz beschleunigen: Zwar ist das Betreuungsverhältnis, ausgelöst durch den Informatik-Boom vor einigen Jahren, nicht mehr ganz so gut wie früher, aber doch immer noch bundesweit überdurchschnittlich. "Im Moment werden in der Informatik gut 1.000 Studenten von elf Professoren betreut, zwei weitere Professorenstellen sind gerade in der Besetzungsphase", macht der Vorsitzende des Fachprüfungsausschusses Informatik, Professor Winfried Kalfa, deutlich. Hinzu kommen eine gute Ausstattung mit Rechnerplätzen und die Anbindung ans Internet, die zu geringen Kosten bis in die Studenten-Wohnheime reicht.

Chemnitz - die neue Heimat

 

   
 

Davon profitierte auch André Lanka. Bis vor kurzem wohnte er im Wohnheim Vettersstraße 66. Nach der erfolgreichen Diplom-Arbeit erfolgte der Umzug auf den Kaßberg. "Es geht mir gut in Chemnitz, ich will hier vorerst auch bleiben", verrät er. Im Moment hat er eine

  Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Informatik der Chemnitzer Uni. "Die würde ich auch gern behalten." Und das, obwohl die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sehr gut wären. Professor Goerdt berichtet: "In der Regel bekommt immer noch jeder Informatik- Absolvent einen Arbeitsplatz in dem Feld, in dem er ausgebildet wurde. Und Herr Lanka hätte sicher auch kein Problem, in der Wirtschaft etwas zu finden." Aber für Lanka ist wichtiger, dass er sich an der Universität wohl fühlt. Und dass er so dem Kind, das er und seine Freundin erwarten, ein angenehmes Umfeld bieten kann. Dass dieses nicht unbedingt mit Computern voll gestellt sein muss, wird deutlich, wenn er sagt: "Ich weiß nicht, was ich in Zukunft einmal machen werde. Aber Tischler, das wäre eigentlich auch ein schöner Beruf."  

Geschafft: André Lanka hält sein Diplom in der Hand. Jetzt ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Informatik tätig.
Foto: Alexander Friebel

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