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Während das "Lehrbuch der Maschinendynamik"
von Hans Dresig und Franz Holzweißig Ende des letzten
Jahres erstmals in Vietnam veröffentlicht wurde, ist
die deutsche Ausgabe bereits 1994 in der vierten Auflage
beim Fachbuchverlag in Leipzig und Köln erschienen
(ISBN 3-446-00866-7).
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(AF)
Es passiert deutschen Wissenschaftlern nicht alle Tage,
dass ihre Bücher ins Vietnamesische übersetzt werden.
Prof. Dr. Hans Dresig holt die südostasiatische Ausgabe
des "Lehrbuchs der Maschinendynamik" aus dem Regal und
legt sie neben die deutsche auf seinen Schreibtisch.
Nur anhand der Formeln, Bilder und Tabellen erkennt
der Chemnitzer Professor für Maschinendynamik und Schwingungslehre,
dass es sich um das gemeinsam mit seinem Dresdner Kollegen
Prof. Dr. Franz Holzweißig verfasste Lehrbuch handelt.
Ende des letzten Jahres ist es auf Grund eines Vertrages
mit dem Fachbuchverlag Leipzig auch in Vietnam erschienen.
Herausgegeben wurde das Standardwerk von Prof. Dr. Nguyen
Van Khang, der es gemeinsam mit zwei vietnamesischen
Wissenschaftlern übersetzte, die vor Jahren in der DDR
promovierten. Der Leiter des Institutes für Angewandte
Mechanik der Technischen Universität in Hanoi hat seit
langem einen engen Draht zu Chemnitz: Von 1970 bis 1973
promovierte er in Karl-Marx-Stadt, Mitte der achtziger
Jahre schrieb er hier seine Habilitation und wurde dabei
von Professor Dresig betreut. "Das ist eine besondere
Beziehung", sagt Nguyen Van Khang mit einem freundlichen
Lächeln, während er allen Mitarbeitern der Chemnitzer
Professur eine Frühstücksrunde ausgibt und dabei typisch
vietnamesisches Naschwerk herumreicht.
Zur Jahreswende hat er sich hier an der TU Chemnitz
knapp zwei Wochen lang über die neueste Fachliteratur
und die Arbeit des vietnamesischen Promovenden Nguyen
Phong Dien informiert, der gerade eine Doktorarbeit
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über Anwendungsmethoden der Zeit-Frequenz-
Analyse zur Erkundung von Schwingungsursachen in Maschinen
schreibt. "Silvester haben wir zusammen gefeiert", so
Professor Dresig. Zuvor verbrachte Nguyen Van Khang
mehr als zwei Monate an den Unis in Stuttgart, Karlsruhe,
Wien und Dresden - überhaupt ist er seit der Wende,
zumeist Dank eines DAAD-Stipendiums, fast alljährlich
an deutschen Hochschulen zugegen. Während der vietnamesische
Professor beim gemeinsamen Frühstück davon erzählt,
dass die wissenschaftlichen Beziehungen zu Deutschland
in seinem Fachgebiet besonders gut sind, ergänzt ihn
Professor Dresig: "Das ist vor allem Ihr Verdienst,
Herr Khang." Seit Jahren bemühe er sich mit Erfolg darum,
ausländische und in großer Zahl deutsche Wissenschaftler
zu internationalen Kongressen nach Südostasien zu holen.
Im September 2000 wurde Hans Dresig als erster deutscher
Gastprofessor an die TU Hanoi und als Hauptredner zur
Konferenz der vietnamesischen Gesellschaft für Mechanik,
der Vietnamese Association of Mechanics (VAM), eingeladen.
Zudem absolvierte der Chemnitzer Maschinenbau-Student
Martin Ebert in Hanoi ein sechswöchiges Praktikum am
Institute for Machinery and Industrial Instruments (IMI),
mit dem die TU Hanoi zusammenarbeitet. Dort hat er die
verschiedenen Produktionsabteilungen kennen gelernt,
in denen über 300 Menschen beschäftigt sind. "Ich war
nicht nur von der maschinentechnischen Ausstattung überrascht,
sondern auch von der vietnamesischen Freundlichkeit",
so Martin Ebert rückblickend. "Mir hat es so gut gefallen,
dass ich bald noch einmal als Urlauber in dieses Land
reisen möchte, die Strände dort sind wirklich toll."
Für das nächste Jahr plant Nguyen Van Khang gemeinsam
mit der vietnamesischen Gesellschaft für Mechanik VAM
und der Gesellschaft für Angewandte Mathematik und Mechanik
e. V. (GAMM) aus Deutschland das "Symposium on Dynamics
and Control", das in Hanoi stattfinden soll. Positiv
für die deutsch-vietnamesischen Kontakte komme hinzu,
dass rund ein Drittel der vietnamesischen Wissenschaftler
der deutschen Sprache mächtig seien. Und nun ergänzt
Professor Van Khang: "Viele haben in Sachsen studiert,
in Dresden und in Karl-Marx-Stadt." Vorerst eintausend
Stück des "Lehrbuchs der Maschinendynamik" von Hans
Dresig und Franz Holzweißig sind nun gerade in viet-namesischer
Sprache gedruckt worden. Professor Dresig stellt sein
Exemplar wieder ins Regal zurück. Für die deutsche Ausgabe
wird gerade die fünfte Auflage vorbereitet, die beim
Springer-Verlag erscheinen soll.
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