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Der Plasmastrahl zerlegt
flüssige Ausgangsstoffe in ihre atomaren Bestandteile
und trägt sie an die zu beschichtende Oberfläche, wo
sie chemisch gebunden werden.
Grafik: TU Chemnitz
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Beschichtungen spielen an der Chemnitzer Professur
für Verbundwerkstoffe eine besondere Rolle. Denn dünne
Schichten ermöglichen es, Werkstoffoberflächen härter,
verschleißbeständiger oder gleitfähiger zu machen. Dabei
lassen sich vor allem durch zwei innovative Verfahren
besonders leistungsfähige und vielseitig einsetzbare
Schutzschichten herstellen: durch galvanisches Abscheiden
oder durch thermische Plasmastrahlen.
Dispersionsschichten schonen den Motor
Mittels galvanischem Abscheiden können metallische
Schichten aus einer wässrigen Elektrolytlösung durch
Anlegen eines äußeren Stromfeldes auf Oberflächen gebracht
werden. Dabei beeinflussen bestimmte Chemikalien den
Beschichtungsvorgang in der Elektrolytlösung. Bemerkenswert
sind die neuen Möglichkeiten der Galvanotechnik: So
lassen sich nunmehr so genannte Dispersionsschichten
abscheiden,
in denen sich neben einer metallischen Matrix auch disperse,
also fein verteilte Partikel einer zumeist nichtmetallischen
Komponente befinden.Durch
geschickte Kombination dieser
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dazu verschiedene Projekte mit Automobilfirmen,
mittelständischen Unternehmen sowie anderen Hochschulen.
Unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Wielage werden
gemeinsam mit DaimlerChrysler Eisen-Dispersionsschichten
für den Motorenbau sowie mit der TU Ilmenau Nickel-
Dispersionsschichten für den Einsatz in der Mikrotechnologie
hergestellt und charakterisiert.
Mit Plasmastrahlen geht es schneller
Auch thermische Plasmastrahlen eignen
sich hervorragend, um dünne Schichten auf Oberflächen
abzuscheiden. In einem Gasstrom werden dabei flüssige
Ausgangsstoffe bei hoher Energiedichte und sehr hohen
Temperaturen in ihre atomaren Bestandteile zerlegt und
in dem Plasmastrahl an die Oberfläche des zu beschichtenden
Substrats getragen, wo sie chemisch gebunden werden.
Bei diesem Verfahren der chemischen Gasphasenabscheidung,
kurz CVD, setzen die Forscher besonders auf das Dreistoffsystem
Bor, Kohlenstoff und Stickstoff (B-C-N), zu dem die
härtesten bekannten Materialien überhaupt gehören: Diamant,
kubisches Bornitrid oder Borcarbid. Die BCN-Schichten,
die sich chemisch mit einer Festkörperoberfläche verbinden,
sind nicht nur sehr hart, sondern auch thermisch überaus
beständig. Sie bleiben selbst bei 2.000 Grad Celsius
stabil und sind daher als Oxidations- oder Verschleißschutz
geeignet für den Einsatz in extremen Umgebungen, in
denen jeder andere Werkstoff versagen würde. Zudem ermöglicht
die Schichtbildung in thermischen Plasmastrahlen wegen
guter Abscheideraten kürzere Prozesszeiten in der industriellen
Produktion, die zehnmal schneller verläuft als bei herkömmlichen
Syntheseverfahren.
An der Chemnitzer Professur für Verbundwerkstoffe werden
derzeit verschiedene Untersuchungen zur Schichtherstellung
in Plasmastrahlen durchgeführt. Im Rahmen des Schwerpunktprogramms
"Precursorkeramik" der Deutschen Forschungsgemeinschaft
wird gemeinsam mit der TU Bergakademie Freiberg und
dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt aus Stuttgart
ein Projekt bearbeitet, bei dem dünne Schichten im Zentrum
des Interesses stehen, die sich aus Silizium, Kohlenstoff,
Bor und Stickstoff zusammensetzen. Diese SiBCN-Schichten
können auch unter atmosphärischen Bedingungen als Höchsttemperatur-
Oxidationsschutz in Ofenanlagen zum Einsatz kommen.
In einem "Hot Topics"-Projekt des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung werden, gemeinsam mit Freiberger
Forschern, BCN-Schichten mittels Gleichstrom- Plasmabrennern
abgeschieden, die etwa als Oxidations- und Verschleißschutz
für Warmumformwerkzeuge Verwendung finden können.
Prof. Dr. Bernhard Wielage Professur
für Verbundwerkstoffe
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Komponente
mit dem Matrixmetall ist es möglich, zwischen beiden
Wechselwirkungen zu erzeugen, die dazu führen, dass
Werkstoffeigenschaften wie Härte, Leitfähigkeit oder
Korrosionsbeständigkeit überaus positiv beeinflusst
werden. Als gute Matrixmetalle gelten Nickel, Kupfer
oder Edelmetalle, zu den geeigneten dispersen Stoffen
zählen Diamant, Molydändisulfid oder oxidische und karbidische
Hartstoffe. Dispersionsschichten
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Auf
Kolbenringen, Gleitlagern oder Ventilen sorgen 250 Nanometer
kleine Titanoxid-Partikel (obere Bildhälfte) in einer
Nickelschicht für einen geringeren Verschleiß des Motors.
Foto: TU Chemnitz
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kommen
heute bereits in vielen Industriezweigen
zum Einsatz: So werden im Motorenbau
Kolbenringe, Gleitlager oder Ventile derart beschichtet.
In der Elektrotechnik erhöhen sie in Kontaktbrücken
und Steckverbindungen die mechanische Festigkeit, ohne
die elektrische Leitfähigkeit zu verschlechtern. Sie
können aber auch dekorative Zwecke erfüllen, indem sie
für einen edlen Matteffekt auf Kunststoffen oder Metallen
sorgen. Durch den Einbau immer kleinerer Partikel -
kleiner als 100 Nanometer - ergeben sich neue innovative
Möglichkeiten, um noch dünnere Schichten herzustellen,
die auch in der Mikrosystemtechnik oder in der Mikromechanik
- etwa bei der Beschichtung von Präzisionswerkzeugen
- einsetzbar sind. An der Professur für Verbundwerkstoffe
laufen
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