zurück Inhalt vor
 
Interna
39
Heftnummer
  TU Spektrum  
   
Nur Farbe allein reicht nicht
USG-Judokas trainieren gern in der Sporthalle am Bernsbachplatz – trotz vieler Mängel

(PES) Die Judo-Sportler der USG Chemnitz halten ihre wöchentlichen Trainingseinheiten in der „Halle am Bernsbachplatz“ ab – ein Gebäude, das zum anliegenden Residenz-Hotel gehört. Nobel, nobel könnte man meinen – aber weit gefehlt. Denn die Sporthalle erinnert irgendwie an „Onkel Toms Hütte“. Überall bröckelt Farbe und Putz von den uralten Gemäuern, die Dielen knarren und die Türen quietschen. „Es ist offensichtlich, dass hier dringend was gemacht werden muss. Aber wir sind froh, dass uns die USG diese Halle zur Verfügung stellt. Da hier nur die Kampfsportler und die Cheerleaders trainieren, können wir die schweren Matten immer liegen lassen und sparen viel Zeit und Arbeit“, hat Judo-Trainer Jörg Uhlig sogar lobende Worte für die gealterte Sportstätte übrig. Rund 50 Mitglieder der USG-Judoabteilung im Alter von acht bis 50 Jahren trainieren hier seit fünf Jahren, weil damals der Sporttrakt am Thüringer Weg abgerissen wurde. Unter ihnen ist auch Tom Uhlig, Regionalmeister, Dritter bei der Mitteldeutschen Meisterschaft bis 60 Kilo und Starter bei den Deutschen Meisterschaften. „Wir waren schon bei vielen Wettkämpfen, aber so eine Halle gibt es nirgends. An sich ist das Gebäude

  eigentlich optimal, es fehlten nur überall ein bisschen Farbe und ordentliche sanitäre Anlagen“, sieht auch der 17-Jährige die bescheidenen Trainingsbedingungen eher gelassen. Michael Bähr hat sich nach abgeschlossenem Medizin-Studium in Jena vor fünf Jahren zur Rückkehr zu seiner alten Mannschaft in Chemnitz entschieden. „Ich bin wegen des Vereins zurückgekommen, nicht wegen der Sporthalle. Das Klima stimmt, und die Truppe hält prima zusammen. Da ist das Hallenproblem nur sekundär“, betont der 31-Jährige. „Trotzdem reicht hier nur Farbe an den Wänden nicht aus, man weiß ja nicht, was da alles runterkommt, wenn man streicht. Das Dach scheint dicht zu sein. Was fehlt, ist eine ordentliche Heizungsanlage, denn im Winter reichen die zwei alten Geräte nicht aus. Es wird manchmal schon ordentlich kalt hier. Und die Duschen sind auch vom Allerfeinsten“, zählt Michael Bähr einige Punkte der langen Mängelliste auf. Doch Judo-Kämpfer haut bekanntlich so schnell nichts um. Deshalb werden sie auch weiterhin in bester Stimmung in „Onkel Toms Hütte“ trainieren und geduldig auf die ersten Handwerker warten.    
         
Chemnitzer Korbjäger sind voll im Soll
Die Mannschaften der BV TU Chemnitz 99 haben den Aufstieg im Visier
Fast ein Jahr gibt es jetzt die Kooperation zwischen den Chemnitzer Basketballern und der Technischen Universität, die sich auch im Vereinsnamen BV TU Chemnitz 99 dokumentiert. Die Korbjäger tragen aus Marketinggründen das Logo der Uni auf den Trikots. Einige Spielerinnen und Spieler studieren auch an der TU. Sportlich könnte es derzeit nicht besser laufen. Sowohl die Frauen als auch die Männer haben sich in dieser Saison den Aufstieg auf die Fahnen geschrieben. Und beide Teams sind gegenwärtig voll im Soll. Die entsprechenden Neuverpflichtungen vom Sommer sorgen mit für den Aufschwung.
Die Basketballerinnen in der 2. Bundesliga werden von Trainer Maik Müller betreut. Er hat durch die Rückkehr von Viola Kollten (ein Jahr an der Universität Portland) und der Weißrussin Elena Chitchko aus Bochum eine spielstarke Truppe zusammen. Leistungsträger – wie Janet Kempe – halten daraufhin auch weiter zur Stange. Die gegenwärtige Mannschaft ist fast schon wieder mit Erstligazeiten zu vergleichen. Seinerzeit stieg man aus finanziellen Gründen freiwillig ab. Härteste Konkurrenten um den Aufstieg dürften die Damen aus Langen in Hessen und Ludwigsburg (Baden-Württemberg) sein. Bei den Leistungen der Männer in der Regionalliga geraten die Zuschauer ins Schwärmen. Das Aufgebot genügt sicher bereits Zweitligaansprüchen. Und genau dahin will man im Frühjahr aufsteigen.

 

Coach Mike Taylor aus Pennsylvania arbeitet hart mit den Basketballern. Die Herren haben jede Menge Spaß am Spiel. Auffälligster Akteur ist Sly Mcintosh.

  Sly Mcintosh, hier beim Wurf, ist der herausragende Spieler beim BV TU Chemnitz 99.
Foto: Sven Gleisberg

Der amerikanische Publikumsliebling punktet fleißig und bedient aber auch seine Mitspieler. Mit Martin Schuster kehrte im Sommer ein Chemnitzer Urgestein aus Halle/Saale zurück. Der Routinier ist der verlängerte Arm des Trainers auf dem Parkett. Dainius Pleta (Litauen) und Martin Veber (Slowakei) vervollständigen das Ausländeraufgebot der BV TU Chemnitz 99. Daneben kommen viele junge einheimische Spieler zum Einsatz.

Dr. Jens Zeidler
Professur Künstliche Intelligenz

   
zurück Inhalt vor