Jubel über Rückkehr in die 2. Bundesliga



Mannschaft der Universitätssportgemeinschaft schafft sofortigen Wiederaufstieg




(PES) Als die Schachspieler der Chemnitzer Universitätssportgemeinschaft (USG) am 29. April gegen 16 Uhr bestens gelaunt in ihrer Stammkneipe "Puppenstube" in Bernsdorf eintrudelten, wusste man sofort, dass der Umsatz an diesem Abend gesichert war. Die "Schachbrüder" hatten auch allen Grund dazu. Schon am Vortag wurde mit einem Sieg gegen Jenapharm Jena der Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga perfekt ge-macht. "Es war zwar ein sogenannter Pflichtsieg gegen den Abstiegskandidaten, aber es ist nach einigen kniffligen Stellungen noch einmal richtig spannend geworden. Besonders die Partien unserer Spitzenleute und Routiniers hätten auch anders ausgehen können", berichtet Jürgen Kyas, Stammspieler der USG-Truppe. Das relativ eindeutige Ergebnis, so Kyas, täusche über den eigentlichen Wettkampfverlauf hinweg. Die letzte Oberliga-Begegnung des Uni-Teams um Mannschaftskapitän Mathias Womacka gegen Gera Liebschwitz am Sonntagmorgen hatte somit nur noch statistische Bedeutung. Deshalb war bereits nach drei Stunden die Messe gelesen, die "Dame geschmissen" und ein 4:4 erreicht. "Natürlich waren wir überglücklich und gelöst. Aber den Sieg und den Aufstieg hatten viele von uns erwartet. Deshalb war die Stimmung nicht ganz so euphorisch wie vor vier Jahren, als wir sensationell in die 1. Liga aufgestiegen sind", beschreibt Jürgen Kyas die Atmosphäre nach dem sportlichen Erfolg. Trotzdem rückten die Schachkumpels der ersten bis zur vierten Mannschaft gemeinsam zur Aufsteigsfeier ein. Für ein Schmunzeln unter den "normalen" Gästen in der "Puppenstube" sorgen die Denksportler immer dann, wenn einer der "Verrückten" sein Magnetschachspiel auspackt, und alle gemeinsam die letzten Partien nachspielen, durchtüfteln und analysieren. Nicht selten locken sie damit auch Laienspieler an, die oft "fachkundige" Hinweise in die Runde schmeißen. Doch zur gemütlichen Sonntagabendrunde dachte man nicht nur an die zurückliegenden Spiele, sondern auch an das, was die Chemnitzer in der kommenden Saison in Liga Zwei erwartet. "Wir sind uns alle einig, dass es sehr schwierig wird, die Klasse zu halten. Aber solche dummen Fehler wie im letzten Jahr, wo wir sehr unglücklich abgestiegen sind, dürfen nicht mehr passieren", sagt Jürgen Kyas, der als einer der erfahrensten Spieler natürlich zur Stange hält. Sorgenfalten bereitet ihm lediglich die offene Frage, ob die Mannschaft die anstehenden neun Wettkämpfe in der jetzigen Besetzung zusammen spielt. Denn Arnd Rösch und Andreas Ahner wohnen nicht mehr in Chemnitz und werden wohl aus beruflichen Gründen nicht immer zur Verfügung stehen. "Trotzdem haben wir beschlossen, keine Spieler aus Osteuropa zu kaufen, sondern auf junge, einheimische Leute zu setzen. Es wird aber nicht einfach, geeignete Leute zu finden", weiß Kyas. Bis zum Saisonstart werden die Schachcomputer jedenfalls auf Hochtouren laufen, um sich auf die höherklassigen Gegner aus Bayern, Hessen, Thüringen und Sachsen einzustellen.



Kapitän Mathias Womacka und sein Team werden kommende Saison wieder in der zweithöchsten Klasse vertreten sein.
Foto: Sven Gleisberg


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HTML-Version von Enrico Peuschel, 11.Juli 2001