Schnuppern macht Laune


Chemnitzer Herbstuniversität ist längst ein Begriff - Nächster Tag der offenen Tür am 11. Januar 2001


Dr. Lothar Kämpf (l.) und Susann Reuter erläutern Daniel Wibbing am Institut für Print- und Medientechnik den Aufbau einer neuen Druckmaschine
Foto: Marcus Richter

(MSt) Daniel Wibbing hatte sicher den längsten Anreiseweg zur "Chemnitzer Herbstuniversität". Der junge Mann aus Werther nahm sechs Stunden Zugfahrt gern in Kauf, um sich an der TU ganz genau über den Studiengang "Mikrotechnik/Mechatronik" zu informieren. Zuvor hatte er das Internet nach einem Studium durchforstet, in dem er Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik verbinden kann: "Ich möchte gern Maschinen konstruieren, sie bauen, die Schaltung entwerfen und sie programmieren!" Und da die Chemnitzer Uni eine der wenigen deutschen Universitäten ist, die in ihren Studienangeboten diesem Wunsch entspricht, wollte sich Daniel Wibbing die TU einmal vor Ort anschauen. Dank seiner Kommunikationsfreudigkeit fand er schnell Kontakt zu Mitarbeitern der Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik, des Fraunhofer-Institutes, des Institutes für Mechatronik und der Zentralen Studienberatung - und das in nur zwei Tagen und auch außerhalb der 76 Veranstaltungen der Herbstuni. "Ich bin von Chemnitz und der TU beeindruckt", so das Resümee von Daniel Wibbing, der nun nach seinem Zivildienst ab Wintersemester 2001/2002 in Chemnitz studieren möchte.
Dieses Beispiel beweist, wie wichtig kontinuierliche Angebote zur Studienberatung sind. Das zeigt auch die Besucherbefragung: Zur diesjährigen Herbstuni kamen etwa 300 Gymnasiasten, von denen mehr als die Hälfte bei der Wahl des Studienortes noch unschlüssig waren. "Die Besucherzahlen und die positive Resonanz aus den Fakultäten sollen jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass viele Teilnehmer nur zufällig von der Herbstuni erfahren haben und sich mehr Werbung im Vorfeld wünschen", erklärt Dr. Ina Meinelt, Leiterin der Zentralen Studienberatung. Obwohl Tausende Programme an die Gymnasien verschickt wurden, erreichen diese an den Schulen nicht ihre Adressaten. Konsequenz: "Wir müssen dringend neue Informationskanäle zu den Jugendlichen erschließen!"
Die nächsten Großveranstaltungen werfen bereits ihre Schatten voraus: Für den 11. Januar 2001 hat sich die Zentrale Studienberatung eine neue Form des "Dies academicus" einfallen lassen: Erstmals wird der "Tag der offenen Tür" mit einer Absolventenbörse für Studenten gekoppelt. Die beteiligten Firmen werden sich nicht nur an Info-Ständen präsentieren, sondern ab 13 Uhr in Vorträgen ihr Unternehmensprofil und Karrierechancen vorstellen. Damit die Studierenden am Nachmittagsprogramm teilnehmen können, finden ab dieser Zeit an der TU auch keine Lehrveranstaltungen statt. Eine hochkarätige Podiumsdiskussion zur Zukunft der TU Chemnitz und der Entwicklung der sächsischen Hochschullandschaft ist für 15.00 Uhr vorgesehen. Durch das neue Veranstaltungskonzept erhoffen sich die Organisatoren mehr Besucher von der Uni und aus der Region. Programm: www.tu-chemnitz.de


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HTML-Version von Enrico Peuschel, 11. Januar 2001