Neue Bauelemente in der Nanoelektronik

"Single Electron Tunneling"-Transistoren werden bei Raumtemperaturen analysiert



Die minimalen Strukturgrößen bei hochintegrierten Schaltkreisen werden in den nächsten Jahren weiter reduziert, um eine größere Bauelementeanzahl pro Fläche, größere Taktfrequenzen und einen geringeren Leistungsverbrauch zu erreichen.
Andere physikalische Effekte (z.B. "Single Electron Tunneling" - SET ), die bisher nur theoretisch betrachtet wurden, können bei Strukturgrößen unterhalb 50 Nanometer für neuartige Bauelemente eingesetzt werden. Ein SET-Transistor basiert auf dem so genannten Coulomb-Blockade-Effekt. Sein Aufbau ähnelt dem eines konventionellen MOSFET. Damit ein Elektron vom Source-Gebiet durch die Isolatorschicht auf die Metallinsel und zum Drain-Gebiet tunneln kann, muss das Elektron jeweils einen diskreten Energie betrag entsprechend der Gleichung E=e2/2C (genannt Coulomb-Blockade) überwinden. Dieser Drainstrom kann über den Gate-Anschluss gesteuert werden. Um das Bauelement auch bei Raumtemperatur betreiben zu können, dürfen die Metallinsel sowie die Isolatorgebiete nicht größer als zwei Nanometer sein.
An der Professur Opto- und Festkörperelektronik werden auf der Basis von Wolfram-Nanokontaktstrukturen und Metall-Nanoclustern SET-Bauelemente hergestellt und deren Eigenschaften bei Raumtemperatur charakterisiert.
Der Herstellungsprozess der SET-Strukturen ist hinsichtlich der Reduzierung eines minimalen Kontaktabstandes optimiert, um möglichst wenige und kurze Tunnelketten zu erhalten. Die gemessenen Kennlinien zeigen einen für SET-Transistoren typischen Kurververlauf bei Raumtemperatur.

Prof. Dr. Christian Radehaus & Dr. Thomas Raschke
Professur Opto- und Festkörperelektronik


Aufbau eines SET-Transistors
Grafik: Dr. Thomas Raschke


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HTML-Version von Enrico Peuschel, 11. Januar 2001