Chemnitzer Informationstechniker ausgezeichnet

TU-Absolventen überzeugten Fachjurys in München, Wolfsburg und Dresden

 

Dr. Hans-Peter Binder, Geschäftsleitung Deutsche Bank AG, Filiale München (l.), und Carl-Ludwig von Boehm-Be-zing, Vorstand Deutsche Bank AG (M.), gratulieren Dr. Christian Pätz.
Foto: MPBW

 

(MSt/HR) Gleich drei junge Mitarbeiter der Professur für Daten -und Kommunikationstechnik (Prof. Klaus Franke) waren jüngst bei nationalen und regionalen Wettbewerben erfolgreich. Dr. Christian Pätz und Swen Anderson haben in der zweiten Stufe des Münchner Businessplanwettbewerbes mit ihrer Produktidee "IREC- eine Hardware zur Fernsteuerung von PCs" gewonnen. IREC ermöglicht eine Fehlerbehebung an ausgefallenen Computern aus der Ferne. Das ganze funktioniert unabhängig von Betriebssystem und arbeitet sogar bei Virenbefall noch zuverlässig, da die IREC-Karte einen eigenen Zugang zum Netzwerk besitzt und sogar über eine zweite Stromversorgung verfügt. Servicetechniker und Administratoren müssen dank der Neuentwicklung, die bereits zum Patent angemeldet ist, nur noch in Ausnahmefällen vor Ort sein. Dies spart Kosten und sorgt für eine kontinuierliche Arbeit der verwalteten Computer.
Gemeinsam mit neun anderen High-Tech-Gründern aus den Bereichen Biotechnologie, Internet und Informationstechnik erhielten Pätz und Anderson in München die Siegerschecks über 2.500 Mark. Insgesamt hatten 153 Teams aus ganz Deutschland und sogar aus Österreich und Spanien in der zweiten Stufe des Münchner Wettbewerbs mitgemacht. Neben dem Preisgeld sind die beiden Gründer besonders über den Imagegewinn für ihre Geschäftsidee erfreut, wurde doch München jüngst in einer Studie der Unternehmensberatung Mc. Kinsey als das wichtigste Gründerumfeld in Europa genannt. Weltweit liegt nur noch das berühmte Silicon Valley, Boston (USA) und Tel Aviv (Israel) vor der Bayernmetropole. Auch in Norddeutschland ist man auf die Chemnitzer und ihre Produktidee aufmerksam geworden. Die Wolfsburg AG prämierte im Rahmen von "promotion 2000", einem Ideen- und Geschäftsplanwettbewerb rund um das Thema Mobilität, die Idee mit 10.000 Mark. Dr. Pätz konnte den Scheck Anfang Mai entgegen nehmen und hat damit den Endausscheid des Wettbewerbes erreicht, bei dem Preisgelder bis 250.000 Mark winken.

Das jüngste Mitglied im Team der Professur, Thomas Martin Knoll, erhielt im Mai vom Verband der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie (VSME) für seine herausragende Diplomarbeit den Johann-Andreas-Schubert-Preis. Dieser Preis ist dem 1808 im Vogtland geborenen und später an der Technischen Lehranstalt in Dresden tätigen sächsischen Wissenschaftler, Erfinder und Unternehmer gewidmet, dessen Name für eine Reihe großer technischer Leistungen, wie der ersten deutschen Dampflokomotive "Saxonia", dem ersten Elbdampfschiff "Königin Maria" und der Göltzschtalbrücke im Vogtland steht. Der VSME würdigt mit seiner jährlichen Preisvergabe wissenschaftliche Abschlussarbeiten an den Technischen Universitäten Sachsens, die sich durch innovative Ideen, anwendungsorientierte Methoden und praktisch verwertbare Lösungen auszeichnen. In diesem Jahr wurden von der Fachjury nur zwei Arbeiten ausgewählt.
Der Preisträger Thomas Martin Knoll absolvierte die Studienrichtung Informationstechnik im Studiengang Elektrotechnik in der Regelstudienzeit. Die mit dem Preis gewürdigte Diplomarbeit auf dem Gebiet der Hochgeschwindigkeits-Kommunikationsnetze hatte die Entwicklung einer Einsteckkarte für Personalcomputer zum Ziel, die handelsübliche und damit preisgünstige PCs zum Test von ATM (Asynchronous Transfer Mode)-Netzen einzusetzen gestattet. ATM ist eine der Hochgeschwindigkeits-Technologien zur Befriedigung des exponentiell wachsenden Internet-Kommunikationsbedarfs. In nur sechs Monaten entwickelte der Diplomand die Idee zur produktionsreifen Hardware einschließlich der notwendigen Basis-Software für den Einsatz unter dem frei verfügbaren Betriebssystem LINUX. Produziert und vertrieben wird die Karte mittlerweile über die Lichtensteiner Firma Indakom. Thomas Martin Knoll möchte nun auf dem Gebiet der Datenkommunikation an der TU Chemnitz promovieren.

 

Preisverleihung während der Feier des zehnjährigen Bestehens des Verbandes der Sächsischen Metall- und Elektroindustrie im Dresdener Taschen-bergpalais: VSME-Präsident Manfred Kreutel und der sächsische Wirtschaftsminister Dr. Kajo Schommer (v.l.) gehörten zu den ersten Gratulanten von Thomas Martin Knoll. Im Hintergrund der zweite Preisträger Dr. Thomas Roschke von der TU Dresden.
Foto: privat

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HTML-Version von Enrico Peuschel, 01. August 2000