Senior Citizen Story Board
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A Coruna in den 50er Jahren Alberto Vázquez Taboada A Coruna/Spanien Anfang 1944, als Franco klar wird, dass seine Alliierten den Großen Krieg verlieren, zeigt er sich gönnerhaft mit den Besiegten, welche keine Bluttaten während des spanischen Bürgerkrieges begangen hatten und gewährt einer großen Anzahl Spanier, die das geltende Gesetz verteidigt hatten, "überwachte" Freiheit.
Sie ließen ein zerstörtes Land zurück, das nicht Frieden finden konnte, wo Ärger und Hass allgegenwärtig waren, wo es keine Arbeit gab und es nicht einfach war welche zu finden. In dieser Zeit wurde ich geboren. Meine Kindheit verlebte ich sehr glücklich in einer Familie, in der es von den Großeltern bis zu den Enkelkindern einen großen Zusammenhalt gab. Hier erhielt ich dank der Lebensgeschichten meiner Großeltern über Land und Leute, Sitten und Gebräuche, für die Liebe, Solidarität und Respekt die einzige Religion waren, meine Grundeinstellung für das Leben. Wir litten Not bis mein Vater Arbeit in einer Versicherungsgesellschaft fand. Da wir Atheisten waren, konnten wir nicht in den Genuss der Amerikahilfe kommen, die von der katholischen Kirche gelenkt wurde und Lebensmittel wie Milch Butter, Mehl usw. enthielt. Erst nach 1950 wurde uns Unterstützung aus dem Exil in Argentinien Kuba und Mexiko zuteil wodurch wir Kaffee, Kakao, Zucker und Kleidung bekamen. Und sehr wertvoll für uns war Jedes Mal, wenn Franco zum Urlaub in A Coruna weilte, wurde mein Vater ohne Begründung eingesperrt. Ich konnte einen Grund dafür nicht sehen, mein Vater war Angestellter, ein rechtschaffener Mann, er seine Familie liebte und von allen Nachbarn geschätzt wurde, da er stets hilfsbereit war. Ein Freund aus unserem Wohnviertel erzählte mir, dass er in seiner Familie gehört hatte, dass das Fernbleiben meines Vaters von der Kirche der Grund für seinen Arrest war. So besuchte ich die Messe jeden Sonntag für ein Jahr lang und ging zur Erstkommunion bereits zwei Jahre vor meiner Christianisierung in der Hoffnung, dass meinem Vater beim nächsten Aufenthalt von Franco in A Coruna der Gang in Handschellen zum Gefängnis erspart bleibt. Im nächsten Sommer kam Franco erneut und mein Vater wurde wieder eingesperrt. Von nun an ging ich nicht mehr zur Kirche. Da wir nicht getauft waren, durften wir die öffentliche Schule nicht besuchen. Zum Glück war unser Schullehrer ein Republikaner, ein Lehrer der Freien Spanischen Lehranstalt und der Modernen Schule. Daher erhielten wir eine ungebundene und weltliche Bildung. Und als wir zur Berufsschule wechselten war es schwer, uns in Fächer wie Religion und „FEN“ zu integrieren. Die Zeit ging dahin und die Redewendung: “Kein Teufel wird 100 Jahre alt” bewahrheitete sich. Meine Eltern konnten stolz das Heranwachsen ihrer Kinder beobachten und sie prägten ihnen die Grundsätze von Freiheit, Gleichheit und Achtung ein. Mein Vater hasste niemals Ich möchte an jene Mitstreiter erinnern, die wie meine Eltern für Freiheit kämpften und denen es nicht vergönnt war, diese Ergebnisse zu sehen. Sie baten uns, ihre Enkelkinder nach den Grundsätzen der freien und weltlichen Schule und der Deklaration für Menschenrechte von 1948 zu bilden. Am Ende ihrer Tage fürchteten sie nicht zu sterben, denn ihre Träume wurden war. Wenn wir jetzt zu jungen Menschen sprechen, die diese Zeit nicht erlebt haben, dann glauben sie, diese Ereignisse stammen aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. Sie können sich nicht vorstellen, dass dies im Spanien von vor 50 Jahren passierte. Wir müssen die junge Generation daran erinnern, dass ihre Großeltern viele Schwierigkeiten hatten und dass sich Geschichte wiederholen kann, wenn wir nicht in geeigneter Weise daran erinnern. |
A Coruna, anos cincuenta Alberto Vázquez Taboada A Coruna/Espagne A principios de 1944, cuando Franco se da cuenta que sus aliados pierden la Gran Guerra, es benevolente con los vencidos que no cometieron delitos de sangre en la cruenta guerra civil de España y permite la libertad vigilada de una gran cantidad de españoles que habían defendido la legalidad vigente. Salen sin trabajo, y sin posibilidad de encontrarlo en un país destruido y que no supo asimilar la Paz, donde el rencor y el odio estaban presentes. Así llegué yo al mundo, aunque mi infancia se desarrolla en plena felicidad en una familia que era un clan, desde abuelos a nietos, donde recibo las primeras enseñanzas de mis abuelos en forma de historias referentes a la tierra y sus costumbres, en el que el amor, la solidaridad y el respeto son la única religión. Pasamos bastantes penalidades hasta que mi padre encontró trabajo en una compañía de seguros, pues como no éramos creyentes, no recibimos la ayuda americana distribuida por la Iglesia Católica, consistente en leche, mantequilla, harina, etc., aunque después del 50, la recibimos del exilio Argentina, Cuba y México, consistente en café, cacao, azúcar, ropa y algo muy importante, sacos de lienzo que habían contenido azúcar o harina con lo que mi madre, que era Cada vez que Franco veraneaba en A Coruña, mi padre era detenido sin ningún miramiento durante el periodo vacacional, no comprendía el porqué, era un hombre trabajador, honrado, amante de su familia y apreciado por todos los vecinos, ya que siempre fue solidario con ellos. Un amigo del barrio me dijo que había escuchado en casa que lo encarcelaban por que no íbamos a la iglesia, durante un año fui a misa todos los domingos e hice la Primera Comunión, (me habían bautizado dos años antes) con la esperanza de que cuando llegara el próximo año mi padre no tuviera que pasar por ese trago, le llevaban esposado desde casa a la cárcel. Cuando el verano siguiente Franco regresó, a mi padre se lo llevaron. No volví a una iglesia. Al no estar bautizados, no podíamos ingresar en la escuela pública. Afortunadamente, nuestro maestro fue un Republicano, profesor de la Institución Libre de Enseñanza y de la Escuela Moderna, con lo que recibimos una educación libre y laica y que, al llegar a la escuela profesional, fue duro integrarse en algunas materias, como religión y FEN. Pasó mucho tiempo, pero el refrán “No hay mal que cien años dure” fue efectivo, pudieron ver a sus hijos salir adelante con la cabeza muy alta, inculcándoles el principio de libertad, igualdad y respeto. Jamás tuvo odio a sus torturadores, eran vecinos, les vio morir así como a Franco, vio llegar la Democracia sin ningún trauma, entrar España en la CEE, gobernar un partido de izquierdas sin que este país se rompiera en pedazos. Quiero recordar a compañeros que como mis padres lucharon por la libertad y que Nos rogaron que sus nietos se educaron con el lema de la escuela libre y laica, y con la Declaración Universal de los Derechos Humanos de 1.948 como Biblia. Al final de sus días no tenían miedo a morirse, sus sueños se habían realizado. Hoy cuando se habla con gente joven que no tuvo la oportunidad de vivir en aquellos momentos, cree que lo que marro sucedió en el siglo XV ó XVI, no imagina que este estado de cosas ocurrieron en España hace más o menos 50 años. Debemos recordar a la gente de la actual generación que la mayoría de sus abuelos pasaron muchas dificultades y que la historia si no la recordamos bien, se puede repetir. |
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Der Pudding Jürgen Hofmann Chemnitz/Deutschland Aus meiner frühesten Kindheit hat sich mir ein besonderes Erlebnis eingeprägt. Es war aus meiner damaligen Sicht sehr ungewöhnlich und wahrscheinlich deshalb im Gedächtnis haften geblieben. Es war an einem Sonntagmittag. Meine Großeltern und meine Mutter hatten den Tisch gedeckt. Es gab Kaninchenbraten und als Nachtisch Pudding. Pudding aß ich für mein Leben gern. Ich durfte ihn aber immer erst dann genießen, wenn das Hauptgericht aufgegessen war. Plötzlich gab es Fliegeralarm. Wir sprangen auf und gingen in den Keller. Ich durfte ausnahmsweise meinen Pudding mitnehmen und ihn auch im Keller essen. Nach dem Alarm bot sich uns ein eigenartiges Bild. Wir konnten vom Wohnzimmer direkt in den Himmel schauen. Der Kaninchenbraten, die Kartoffeln und die anderen Puddings standen noch auf dem Tisch, aber voller Dreck. Es war nichts mehr zu retten. Ich war aber nicht besonders traurig. Meinen Pudding hatte ich ja gegessen! |
The Pudding Jürgen Hofmann Chemnitz/Germany A peculiar occurrence (or: experience) of my earliest childhood is deeply kept in mind. As I saw it as a boy at an age of five years it was a rather unusual one. It happened on a Sunday at lunch hour. My grandparents had laid the table. My mother had prepared a nice meal including roasted rabbit and pudding as dessert. Puddings were my favourite sweet. Unfortunately there was a strong rule at table, first the main meal and finally the dessert. Suddenly an air raid was given. We jumped up and hurried in the cellar. I took the pudding along with me and, of course, I ate it. After the air raid was over we were faced with a terrible view. Entering the living room partly we could look at he heaven. The complete meal was still on the table but covered by rubble and dust. Nothing could be saved. I was not very sad. I had eaten my pudding! |
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Meine schöne Stadt – Bologna Bologna, Italien Bologna ist eine sehr alte Stadt. Vor mehr als 3000 Jahren, viele Jahre vor der Gründung Roms, waren unsere Hügel von dichtem Wald bedeckt, wo wilde Wölfe, Bären und Wildschweine lebten. Die ersten Menschen, die sich in dieser Gegend einrichteten, waren die alten Lingonen und viele Jahre später die Umbrer. Während des 6. Jahrhunderts v. Chr. fielen mächtige Krieger vom Apenningebirge aus ein, die Etrusker, eines der am meisten zivilisierten Völker Mittelitaliens. Die Stadt wurde zu Ehren deren Königs Felsina genannt. Jedoch eines Tages kamen die „Boi Gauls“, verjagten die Etrusker und die Stadt blieb zerstört zurück. Im Jahr 191 v. Chr. eroberten die Römer die Stadt und nannten sie Bologna, „Stadt aller Güter“. Jahre vergingen, die Bevölkerung wuchs und die Stadt breitete sich aus. Zur Verteidigung wurde die „Stadtmauer des Jahres 1000“ errichtet. Man konnte nur durch 18 Tore ein- und ausgehen, die „Torresotti“ oder „Serragli“ genannt wurden. Die kontinuierliche Entwicklung der Stadt führte im 16. Jahrhundert zum Bau einer weiteren Mauer und Erhöhung des Schutzes von außen durch einen Graben. Von den 12 massiven Toren sind heute noch 9 vorhanden: die Tore San Vitale,Maggiore, Castiglione, Sarragozza, San Felice,Lame, Galliera, Mascarella und San Donato. Wo einst Graben und Mauern standen, befindet sich heute eine breite Ringstraße. Ich wurde vor vielen Jahren in dieser wundervollen Stadt geboren. Es ist bereits 30 Jahre her, dass ich fern von Bologna lebe. Die reizenden Paläste, Kirchen, Plätze, Straßen und vielen Monumente sind in meiner Erinnerung geblieben: Die Piazza Maggiore mit dem wunderbaren |
La mia bella città – Bologna Amneris Arbizzani Bologna, Italia Bologna è una città molto antica. Più di tremila anni or sono, molti e molti anni prima che sorgesse Roma, le nostre belle colline erano rivestite da fitte ed intricate boscaglie, dove vivevano ferocissimi lupi, orsi e cinghiali. I primi uomini che si stabilirono in questi luoghi furono gli antichi Liguri, poi, tanti e tanti anni dopo, gli Umbri. Nel VI secolo avanti Cristo scesero dall’Appennino forti guerrieri. Erano gli etruschi, uno dei popoli più civili dell’Italia centrale. La città fu chiamata Felsina, in onore del re. Ma un giorno arrivarono i Galli Boi che scacciarono gli Etruschi e Felsina venne distrutta. Nell’anno 191 prima della nascita di Crist, I romani conquistarono la città e la chiamarono Bonomia “Città di ogni bene”. Col passare degli anni la popolazione crebbe e la città si allargò. Vennero costruite a sua difesa delle grosse mura, le “Mura del mille”. Era possibile entrare ed uscire da Bologna solo attraverso 18 porte chiamate “Torresotti” o “Serragli”. Il continuo sviluppo della città fece costruire, nel XVI secolo, una più vasta cerchia di mura, l’ultima protetta all’esterno da un fossato. Si entrava attraverso 12 porte massicce, munite di ponti levatoi. Delle 12 porte ne restano 9: Porta San Vitale, Porta Maggiore, Porta Castiglione, Porta Saragozza, Porta San Felice, Porta Lame, Porta Galliera, Porta Mascarella e Porta San Donato. Dove una volta erano le mura ed il fossato, si aprono adesso i larghi viali di circonvallazione. Io sono nata parecchi anni fa in questa bellissima città e, sebbene siano già trent’anni che vivo lontana da Bologna, sono ancora vivi nella mia memoria gli splendidi palazzi, le chiese, le piazze, le vie ed i tanti monumenti. Ricordo: Piazza |
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Und schließlich die zwei weltbekannten Türme, die man fast von jeder Stelle Bolognas zwischen Palästen und Häusern sieht. Es sind die bedeutendsten Monumente der Stadt: der schlanke Asinelliturm von 98 m Höhe und der viel kürzere, untersetzte und schiefe 38 m hohe Garisendaturm. Als Kind schwänzte ich die Schule und stieg mit meinen Klassenkameraden die 498 Holzstufen des Asinelliturmes hinauf. Wir sahen das wundervolle Panorama: die Straßen, Alleen, Plätze, Höfe und Gärten, die Kuppeln der Kirchen und die roten Dächer. In derGegend rings um die Stadt sieht man Dörfer, grüne Hügel und sich hindurch windende Flüsse Diese Erinnerungen begleiten mich im Alter und ich bin glücklich, dort gelebt zu haben. Aber zur gleichen Zeit bin ich glücklich, in Scandiano zu leben, das auch verschiedene Besonderheiten bietet. Es ist ein wunderbares und geschichtlich bedeutsames Dorf. Dort lebe ich mit meine Söhnen und zwei wunderbaren Enkeln. |
Ed infine le due torri. Da qualsiasi parte si entri in Bologna, appaiono alte tra case e palazzi le famose due torri. Sono note in tutto il mondo come il monumento più caratteristico della città. La torre degli Asinelli è snella (quasi 98 m.), la torre Garisenda invece, è molto più bassa, tozza e pendente (48 m). Quand’ero bambina, e marinavo la scuola, io e le mie compagne salivamo sulla torre Asinelli che consta di ben 498 scalini in legno. Di lassù guardavamo il magnifico panorama: le strade, i vicoli, le piazze, i cortili ed i giardini, le cupole delle chiese e la distesa rossa dei tetti. Tutto intorno alla città è la campagna sparsa di paesi, solcata da fiumi e canali, Questi ricordi accompagnano la mia vecchiaia e sono felice di averci vissuto. Ma sono ugualmente contenta di vivere a Scandiano che, seppure con caratteristiche diverse, è un paese bellissimo e storicamente importante; ed ancora perché sono assieme ai miei figli e a due splendidi nipoti, e penso che dopo le tristezze ed amarezze che ti riserva la vita, ora splende di nuovo il sole. |
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Erinnerungen an meine Kindheit Margit Hofmann Chemnitz/Deutschland Mit meinen beiden Brüdern und meinen Eltern zog ich 1950 nach Chemnitz. Endlich hatten wir eine eigene Wohnung. Auf unserer Straße lagen noch viele Häuser in Trümmer. Wir Kinder spieltengerne in diesen Ruinen, zum Ärger der Eltern. Es fuhren auch wenige Autos auf der Straße. Die Straße gehörte uns Kindern. Es dauerte nicht lange und ich kam in die Schule. Eine kleine braune Ledertasche, diese hatten schon Nachbarskinder vorher getragen, einen Schieferkasten aus Holz, eine Schiefertafel, einen Schwamm, Stifte aus Schiefer und einen Blechtopf mit Deckel, bekam ich an diesem Tag geschenkt. Auch eine kleine Zuckertüte mit Süßigkeiten und Kleidungsstücken, die ich dringend brauchte, waren dabei. Schulhefte bekamen wir erst in der 2. Klasse, auch Tinte und Federhalter. |
Memories of my childhood Margit Hofmann Chemnitz/Germany In 1950 my parents moved with my two brothers and me to In our street many houses were still ruins. The children liked to play in these ruins to the annoyance of their parents. There were only a few cars in the streets. The street belongs to us children. Somewhat later I was put to school. At this day I got several gifts among them a small brown leather satchel already used by children of our neighbours, a wooden pen box, a slate and the corresponding pencils, a sponge and an enamel pot with cover. Of course also sweets and some articles of clothing, which I needed urgently were brought. Exercise books, penholder and ink came only after having finished the first form. The inkpot was directly inserted in the desk and the care-taker of the school came daily to fill up the inkpots if necessary. |
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Das Tintenfaß steckte in der Schulbank. Der Hausmeister kam täglich mit der Kanne und füllte die Tintenfässer voll. Kam doch mal ein Tintenfleck auf das Kleid, dann war großes Theater. |
Sometimes it happened that a drop of the ink landed on the clothing. This caused a shock. Stain removing was only possible by using the wooden tub, the wash board, a strong washing |
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Eine Holzwanne, ein Waschbrett und scharfes Waschpulver, mehr gab es nicht. Selbst die Bettwäsche unserer gesamten Familie musste ich auf diese Art waschen. Als Mädchen musste ich zeitig den Haushalt führen. Strümpfe stopfen mit Stopfpilz, es war keine Freude. Die Löcher in den Socken meines Vaters waren größer als meine Kinderfaust. Oft gab es Stromsperrungen. In der Küche hatten wir eine Gaslampe als Notbeleuchtung, diese wurde eigens bei Stromsperrungen eingesetzt. Das reichte aber bei weitem nicht. Kerzen mussten immer vorrätig sein. Mein Vater arbeitete zu dieser Zeit im Bergwerk und trug Stiefel. Er kam nur am Wochenende nach Hause, d. h. sonnabends wurde noch gearbeitet und Sonntag am Abend fuhr er wieder weg. Deshalb hat er uns Geld und Lebensmittelmarken für die Woche überwiesen. Meine Mutter war Hausfrau. Nicht immer kam das Geld und die Marken mit der Post pünktlich. Fleisch und Wurst gab es höchstens am Wochenende. Wir haben viel Brotsuppe gegessen, manchmal haben wir das dunkle Brot angefeuchtet und Zucker darüber gestreut. Igelitschuhe (damals braune oder schwarze Weichplaste) musste ich zum Glück nicht tragen. Ansonsten sahen wir Kinder alle ähnlich aus, was die Kleidung betraf. Im Sportunterricht, während des Umkleidens, konnten wir mehr oder weniger vergleichen. Jeder trug „Leibchen“ genäht oder gestrickt, dazu lange braune Stümpfe. Bei den Jungen kamen die kurzen Hosen dazu. Wir Mädchen trugen meistens Kleider oder Röcke. Bestimmt können sich noch viele Geschichtenschreiber an diese Zeit erinnern. |
powder and a lot of water. I had to wash even the bed linen of the whole family by these means. Rather early I had to run the household. One of the tasks I did not like was the darning of stockings. The holes in the stockings of my father who wore boots were sometimes larger than my small fist. Often it happened that the electric power failed. Therefore we had a gas light in the kitchen and many candles available for having light. In these years our father had a job in a mine. He spent the weekend only with us. The weekend was rather short because of the 6 working days per week and his leaving on Sunday evening. His wages and the food ration cards, which were a condition for our weekly support he sent very often by mail. Our mother was a housewife. Her job was not easy as she had the money and the ration cards not always on time in her hands. Meat and sausage were seldom on the week’s menu. A very many-sided food was the bred. We used it for producing a soup or we ate it dipped into water and covered with sugar. A speciality of that time was the so called Igelit shoes made of plastic material (PVC). Fortunately I was not forced to wear them. Apart from that all of us looked very similar taking into consideration the clothing. In the changing room of the sports hall we could compare more or less our hidden clothing. All of us wore a special underwear for the purpose to hold the long brown stockings. The boys completed their outfit with short trousers, whereas we girls wore a dress or skirt. Certainly many of our storywriters have their memories of this time. I hope that we need not to experience such a time again. |
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Fräulein Iris Lane Sheila Legett Belfast/Nordirland Es schien mir, dass alle weiblichen Ladenbesitzerinnen in unserem Ort einen großen Busen hatten. Als Kind faszinierten mich diese Frauen, da sie anscheinend alle die gleiche Angewohnheit hatten. Sie lehnten sich über den Ladentisch und ließen ihren Busen auf ihren verschränkten Armen ruhen. Fräulein Iris Lane hatte den größten Busen von allen. Sie und ihr Bruder, ein Pfarrer, waren die einzigen Kinder von Herrn und Frau Lane – einem älteren Paar, welches erst spät geheiratet hatte. Meine Schwestern und ich spielten gerne „Kaufladen“. Ich war die Älteste, also machte ich die Regeln und wählte immer, Fräulein Lane zu sein. Fräulein Lane war auffallend groß, ich war es auch. Sie muss zu dieser Zeit damals 40 gewesen sein – wir dachten, sie sei reif für das Grab – aber sie redete ihre Eltern immer noch mit Mama und Dada an. Wir fanden das köstlich. Manchmal musste meine jüngste Schwester Dada sein. Das hieß, sie musste Mutters Schürze tragen und in der Ecke hinter dem Ladentisch sitzen und alles beobachten und nichts sagen. Fräulein Lane verkaufte sowohl die Morgenzeitung als auch Lebensmittel, Töpfe und Pfannen und landwirtschaftliche Geräte. Mutter bat die Nachbarn, alte Zeitungen für uns aufzuheben. Aus diesen echt alten Zeitungen knetete ich Bälle, die ich mir unter den Pullover steckte, um mir einen enormen Busen zu formen. In einer Ecke der Schmiede bauten wir einen Ladentisch aus alten Holzkisten und bedeckten ihn mitausrangierten Gardinen. Meine Schwestern spielten Kunden, die in meinen Laden kamen, um Zeitungen zu kaufen und um mit mir zu klatschen. Ich bemerkte, dass Herr Lane seine kokette Tochter bewunderte, also musste Edith mich bewundern. Sie war aber nicht sehr gut darin. Frau Lane blieb meistens in der Küche, aber die meisten Abende wagte sie sich hinter den Ladentisch und stand neben Dada. Wenn ein Bauer in den Laden kam, erhob er sich ganz langsam Stück für Stück von seinem Schemel und bahnte sich würdevollen Schrittes den Ladentisch entlang, quer bis zum hinteren Ende des Ladens und auf der anderen Seite zurück seinen Weg. Er kannte die Bauern und würde diese Reise schweigend zu Ende bringen. Noch immer sehe ich seine strengen Augen hinter der gold umrandeten Brille, seinen langen schlanken Körper, der langsam läuft in seiner sauberen makellos weißen Schürze. Die älteren Männer warteten geduldig bis er sie bediente. Er machte mich nervös, aber er war niemals gemein. Sein eigentlicher Name war Michael, aber seine Frau nannte ihn Dada. Mutter nannte Vater immer bei seinem Namen. Ich mochte es, wenn sie „Frank“ sagte. Es wäre nicht richtig für sie gewesen, wenn sie ihn Daddy genannt hätte, so wie wir. Der Laden schloss früh, wenn Herr Lane, der Pfarrer, zu Besuch kam. Dann waren die ältlichen Eltern nie im Laden. Wir stellten uns vor, sie beteten den ganzen Tag zusammen. Seine Schwester sprach voller Stolz und Besitz ergreifend von ihm. Wenn er die Messe in unserer örtlichen Kirche las, besetzte die Familie die erste Reihe. Fräulein Lane war beim Beten doppelt so weit vorgebeugt, ihren schweren Busen auf ihren verschränkten Armen, die fest auf der Rückseite des Vordersitzes lagen, als ob sie schließlich himmlische Unterstützung erhalten hätte. |
Sheila Legett It seemed to me that all lady shopkeepers in our town had big bosoms. As a child these ladies fascinated me, as they all seemed to share the same habit. They would lean over the counter and rest their bosoms on folded arms. My sisters and I loved to play ‘shops’. I was the eldest so I the rules and always chose to be She sold morning newspapers as well as groceries and pots and pans and agricultural implements. Mother asked the neighbours to save newspapers for us. The really old papers I squeezed into balls and stuck up my jumper to give myself an enormous bosom. In a corner of the forge we built a counter of old wooden boxes and covered these with worn out curtains. My sisters acted as customers coming into my shop to buy papers and gossip with me. I felt When a farmer came into the shop he inched himself off his stool and navigated a
He knew the farmers and would complete this journey in silence. I still see his stern eyes behind the gold-rimmed specs and the tall thin body walking so slowly, dressed in his spotlessly clean white apron. The older men waited patiently for him to serve them. He made me nervous yet he was never offensive. His proper name was Michael but his wife called him ‘Da-da’. Mother always called father by his christian name. I liked hearing her say ‘Frank’. It would not have been right for her to call him ‘daddy’ like we did. The shop closed early when |
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Eine Kindheit in Belfast June Martin Belfast/Nordirland Ich war 15 Monate alt als im September 1939 der Krieg ausbrach. Die meisten meiner Spielzeuge waren von meinem 6 Jahre älteren Bruder Moore (geerbt). Ich erhielt seinen Teddy, das eiserne Dreirad und Bruno, den Braunbär auf Rädern. Bei besonderen Anlässen war mir erlaubt, mit Porzellanpuppen zu spielen, die richtiges Haar hatten und meiner Mutter und einer Tante gehört hatten. Meine eigenen waren weiche Stoffpuppen. Mein Vater, beim Ausbruch des Krieges mit 36 Jahren zu alt um als Soldat eingezogen zu werden, wurde Aufseher bei der Luftangriffswarnung. Ich erinnere mich, wie er nachts wegging, mit aufgesetztem Stahlhelm. Nicht ganz 3 Jahre alt, zur Zeit des ersten Luftangriffes auf Belfast im April 1941, erinnere ich mich seiner Erzählung beim Heimkommen, dass ein Haus unserer Nachbarstraße von einer Bombe getroffen wurde. An die Mutter geschmiegt verbrachten mein Bruder und ich viele Nächte im sichersten Raum unseres Hauses, der sich unter dem Treppenhaus befand. Meine Mutter wollte mich fest umklammern als sie den Nachrichten über die Angriffe auf Deutschland lauschte und sagte „Gott habe Erbarmen mit ihnen! Diese armen Frauen und ihre Kinder !“ Nach dem zweiten Luftangriff auf Belfast wurde ich in das Haus meiner Großmutter in Ballywalter evakuiert. Man brachte mich zum Bus, wo ich an Mutters Schwester übergeben wurde, die jeden Tag zur Arbeit nach Belfast fuhr. Meiner Tante wurde keine Wahl gelassen, (sie wurde auch nicht gewarnt). Meine Mutter weigerte sich, ihren Ehemann in der Stadt allein zu lassen, maßgebend war, dass ihre Kinder überleben. Ich blieb die nächsten 3 oder 4 Monate in Ballywalter. Viele hatten private Autos, doch auch der öffentliche Verkehr mit Bussen und der Bruder Eisenbahn funktionierte. Nach Einbruch der Dunkelheit war der Bus innen hell beleuchtet aber die Fenster waren wegen der (Pflicht zur) Verdunkelung mit schwarzen Rollos bedeckt. Wie der Fahrer mit den Stopps und dem Ein- und Aussteigen der Passagiere zurechtkam, ist mir rätselhaft. (Auch) jedes Haus hatte zu „verdunkeln“ und mein Vater spielte mit meinem Bruder und mir gewöhnlich „bei Dunkelheit ins Bett gehen“. Wir hatten die Treppe hinauf in unsere Zimmer zu gehen ohne irgendeine Lampe anzumachen. Dadurch fürchtete ich mich selten vor Finsternis. An freien Tagen verweilten viele Familien in Gasthäusern und mussten der Wirtin ihre Zuteilungskarten übergeben. (Gewöhnlich) nahm jeder Voll-verpflegung, denn es war schwierig, Kaffees oder Restaurants zu finden. Die Wochenrationen waren kärglich. Bei Butter gab es „reichliche“ Wochen mit ¾ Pfund (340 g) und „knappe“ Wochen mit ½ Pfund (227 g), allerdings für vier Personen. Milch war nicht knapp. Meine Mutter machte eigene Butter aus dem Rahm, den sie von der Oberfläche des Milchglases abschöpfte. Wie die Sahne einige Tage lang gesammelt und sauer werden musste bevor gebuttert wurde, roch die Butter entsetzlich, und meiner Meinung nach schmeckte sie sogar schlecht, aber Mutter und freuten sich sehr. |
A June Martin I was 15 months old when war was declared in September 1939. Most of my toys were inherited from Moore, my brother, who was 6 years older than I. I got his teddy, iron tricycle, and Bruno, the brown bear, on wheels. On special occasions I was allowed to play with china faced dolls with real hair that had belonged to my mother and aunt. My own dolls were soft “rag” dolls. My father, aged 36 at the outbreak of war, and too old to join up became an ARP warden. I remember him going out at night with his steel helmet on. Not quite 3 years old at the time of the first Belfast Blitz in April 1941, I can recall him coming home to tell us that a bomb had struck a house in the next street to ours. My mother spent many nights cuddling my brother and I underneath the stairs of our house, the safest place during an air raid. My mother would clutch me tight as she listened to the news of the raids on After the second air raid on Very few people had private cars, but public transport by bus and train was good. If you travelled after dark the bus was lit up inside but the windows were all covered with black blinds because of the “black out”. How the driver knew when to stop to let his passengers off is a mystery to me. Every house had to be “blacked out” and my father used to make my On holiday, many families stayed in “boarding houses” and would have to hand over their ration cards to their landlady. Everybody took full- board, as it was difficult to find cafes or restaurants. The weekly rations were meagre. For butter we had a “big” week, ¾ pound, and a “small” week, ½ pound, for four people. There was no shortage of milk. My mother made her own butter from the cream skimmed off the “top” of the milk bottle. As the cream had to be collected for a number of days and had to go sour before being churned, the butter smelt ghastly, and for me, tasted even worse, but my mother and brother quite enjoyed it. |
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Die Maiblume Risto Nihtilä Hyvinkää/Finnland Auf unseren Schafbock war ich böse, was war er doch für ein Dummkopf. Wir wohnten in Kangasniemi, im Herzen von Savo. Der Schafbock stand in einem Verschlag im Schuppen. Er fraß gern Kartoffelschalen und Heu. Vor einem Laden der örtlichen Kooperative war Heu zu finden, das von den Pferden der Bauern übrig blieb. Die Bauern gingen einkaufen und stellten vorher ihre Pferde ab. Ihnen wurde außer Hafer auch etwas Heu auf den Schneeboden geworfen. Später konnte man an dieser Stelle außer dem Heu auch Pferdesemmeln finden. Spatzen und ältere Frauen waren am Pferdemist interessiert. Ich sammelte in einem Korb Heu für unseren Schafbock zusammen. Wir zogen im Frühjahr um. Mutter sagte, dass es mit der gesamten Familie, den Schafbock eingeschlossen, aufs Land zu den Großeltern geht. Alle, auch der Schafbock, wurden zuerst auf ein Lastauto gebracht, dann auf einen Güterwagen und an der Endstation wieder auf einen Lastwagen. Mein Großvater hatte ein Bauernhaus in Sippola. Meine Großeltern waren schon ziemlich alt, so dass sie die Arbeit auf dem Hof nicht mehr selbst bewältigen konnten. Deshalb zogen wir auch in ihr Haus um auf sie Acht zu geben und ihnen zu helfen. Der Umzug war Anfang Mai. Meine Schule in Kangasniemi verließ ich vor den Sommerferien, um noch einen Monat in die neue Schule zu gehen. Es war die Zeit des Tauwetters. Wegen der aufgeweichten Landstraßen war es nicht möglich, das Haus der Großeltern mit dem Auto zu erreichen. Die Sachen mussten also für den Rest der Reise auf einen Pferdewagen verladen werden. Ich hob also kleinere Sachen auf den Wagen. Ich hatte eine schöne Maiblume aus Papier an meinem Hemdkragen, so zur Dekoration, |
VAPPUKUKKA Risto Nihtilä Hyvinkää/Soumi Minä olen vihainen meidän pässille. Se vasta on oikea pässinpää. Olimme asuneet Kangasniemellä Savon sydämessä tai ainakin vasemmassa keuhkossa. Meillä oli pässi karsinassa piharakennuksessa. Pässi söi mielellään perunankuoria ja heiniä, joita kävin keräämässä osuuskaupan hevospuomin alta. Isännät sitoivat hevosensa puomiin kauppareissujensa ajaksi, sitoivat kaurasäkin hevosten suun eteen tai laittoivat reen heinäsäkistä kohtalaisen kantamuksen heiniä lumihankeen hevosten eväiksi. Kun hevonen vietiin pois puomilta, jäi puomin viereen karikkeita ja hieman taaemmas kakkaroita. Varpuset ja vanhat tädit olivat kiinnostuneita kakkaroista. Minä keräilin heinänkarikkeita koriin ja pässinruoaksi. Keväällä tuli muutto. Äiti sanoi, että koko perhe pässiä myöten muuttaa maalle mummolaan. Kaikki tavarat pässiä myöten lastattiin ensin kuorma-autoon ja sitten Mikkelissä junan tavaravaunuun ja taas määräasemalla uudelleen autoon. Isoisällä oli Sippolassa maatila. Isoisä ja isoäiti olivat jo vanhoja eivätkö oikein tulleet tilalla kahdestaan toimeen. Siksi muutimme heidän luokseen heitä auttamaan ja hoivaamaan. Muutto tapahtui heti toukokuun alussa. Olin käynyt ensimmäisen vuoden koulua Kangasniemellä. Nyt piti mennä vielä kuukaudeksi uuteen kouluun Sippolaan. Maalla oli kelirikko eli rospuutto. Se tarkoitti sitä, että kylätiet olivat niin pehmeitä sulavan roudan takia, ettei mummolaan päässyt perille autolla. Tavarat piti laittaa hevosrattaille loppumatkaa varten. Olin siinä nostelemassa pieniä tavaroita kyytiin. Minulla oli puseron kauluksessa kiinni komea vappukukka. Se oli paperinen alppiruusua muistuttava koriste, jota oli vapunalusviikolla myyty hyväntekeväisyyden hyväksi, kuten äiti |
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Oskar Annie Vandaele Gent/Belgien Als ich klein war, es sind etwa fünf Jahre nach dem Krieg, sah unsere Straße ganz anders aus. Ich wohnte in Gent, einer mittelgroßen Stadt. Die Straße war derzeit viel ruhiger. Es gab noch fast keine Autos, aber oft rollten Pferde- und Hundekarren vorbei. Diese waren die damaligen LKWs und wurden von Milch- und Lumpenhändlern benutzt. Die Luft dürfte schon sauberer gewesen sein, aber die Straßen sahen doch ein bisschen schmutziger aus. Obschon wir in der Stadt wohnten, kannte jeder jeden. Deshalb war der Oskar kein Fremder. Der Oskar war unser lokaler Landstreicher. Er war ruhig und freundlich und tat keine Fliege etwas zu Leide. Weil er keine Wohnung hatte, schlief er unter der Brücke. Mein Vater war Metzger, meine Mutter hat manchmal ein wenig Fleisch für ihn gebraten und sie gab auch Kartoffeln und Gemüse dazu. Auch bekam er oft vom Bäcker nicht verkaufte Kuchen und Törtchen. Also verhungerte er nicht. Die Polizei hat zweimal versucht ihm ein Zuhause zu geben, in einer Auffangstelle in Merksplas. Er vermisste jedoch seine Freiheit so sehr, dass er jedes Mal ausriss und zu seiner Brücke zurückkehrte. Da jeder ihn kannte, gaben die Leute ihm manchmal kleine Arbeiten und Reparaturen, damit er sich ein wenig Geld verdiente. Eine Geschichte, in der der Oskar eine Hauptrolle spielte, werde ich nie vergessen: Meine Mutter hat mir oft erzählt, wie sie ihm während des Krieges auftrug, Kohlen zu holen. Sie hatte Rationsscheine bekommen, aber sie konnte die schwere Last nicht selber tragen. Also rief sie den Oskar zu sich, gab ihm Geld und bat ihn eine Schubkarre zu mieten. Er fuhr mit Geld und Scheinen los. Als er später zurückkam, fragte meine Mutter: Er war ein seltsamer Typ; aber plötzlich war er verschwunden. Ich habe nie gehört, was aus ihm geworden ist. Doch habe ich ihn noch einmal gesehen, das heißt: ein Bildnis von ihm. Eines Tages kam ich an einen Künstlerladen vorbei und da sah ich ein Ölgemälde von Oskar. Die Geschichte Oskars habe ich niemals vergessen. Wenn ich für meine Mutter Einkäufe machte, und sie mich dann fragte, ob es richtig mit dem Geld gewesen sei, antwortete ich: ”Bei mir klappt es alles, so wie damals bei Oskar!” |
Oskar Annie Vandaele Gent/Belgium Toen ik klein was - ik spreek over een vijftal jaren na de Tweede Wereldoorlog - zag onze straat er helemaal anders uit. Ik woonde in Gent, een middelgrote stad. Het was er destijds veel rustiger: er waren nog bijna geen auto’s, maar af en toe reden er enkele paarden- en hondenkarren over de kasseistenen. Die karren waren de toenmalige vrachtwagens, die door melk- en lompenhandelaars gebruikt werden. De lucht was dan wel zuiverder, maar de straten zagen er toch wat viezer uit! Hoewel we in de stad woonden, kende iedereen iedereen. Daarom was Oskar geen vreemde. Oskar was onze plaatselijke landloper. Hij was rustig en vriendelijk en deed geen vlieg kwaad. Omdat hij dakloos was, sliep hij onder de brug. Mijn vader was slager, dus gaf hij Oskar af en toe wat vlees. Mijn moeder deed er aardappelen en groenten bij. Bij de bakker kreeg hij niet verkochte koeken, taartjes of brood. Zo verhongerde hij niet. De politie heeft tot tweemaal toe geprobeerd hem onder te brengen in een opvangtehuis in Merksplas. Hij miste zijn vrijheid echter zo zeer, dat hij er wegliep en naar de brug in onze buurt terugkeerde. Aangezien iedereen hem kende, gaven de mensen hem wat klusjes, zodat hij dan toch ook wat geld verdiende. Een anekdote, waarin Oskar de hoofdrol speelt, zal ik nooit vergeten. Mijn moeder heeft dikwijls verteld hoe ze hem tijdens de oorlog opdracht gaf kolen te halen. Zij had rantsoenzegels gekregen, maar kon de zware last niet dragen. Dus riep ze Oskar, gaf hem geld en vroeg hem een stootkar te huren en de kolen te halen. Toen hij de opdracht naar behoren had uitgevoerd, vroeg mijn moeder: “Wel Oskar, was dat in orde met het geld?”, waarop hij antwoordde: “Bij Oskar is het altijd in orde!” Hij was een rare vogel, maar we mochten hem wel. Op een dag was hij voorgoed verdwenen en niemand heeft ooit gehoord wat er van hem geworden is. Toch heb ik hem nog eenmaal gezien, maar dan niet in levende lijve. Een kunstschilder had hem geportretteerd en dat schilderij was te zien in zijn atelier. Het verhaal van Oskar heb ik nooit vergeten. Als ik boodschappen moest doen voor moeder en ze vroeg me dan of het geld klopte, dan durfde ik wel eens antwoorden: “Bij mij klopt het altijd, zoals bij Oskar destijds.” |
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Ganz oben in luftiger Höhe Hans Brühl Chemnitz/Deutschland Zu meinen Kindheitserinnerungen gehört die Kleinstadt, wo ich die Schule besuchte. Sie war von Kriegsein-wirkungen verschont geblieben. Mein Schulweg von etwa 20 Minuten führte quer durch die Stadt, vorbei an der Stadtkirche mit einem 6o Meter hohen Turm. Die Kirche gibt es schon seit der Barockzeit, sie wurde bis 1616 gebaut.
Mit dem Glockenläuten, ab früh 5 Uhr täglich fünfmal, machte der Türmer auf sich und das imposante Bauwerk aufmerksam. Der Türmer war ein Mann, dem wir Kleinen unsere ganze Neugierde widmeten. Jeder hatte ihn schon einmal in der Nähe der Kirche gesehen. Er hatte Frau und Kinder, die alle oben im Kirchturm wohnten. Wenn die Glocken ertönten, musste er das Läutewerk bedienen. Was aber hatte er sonst den lieben langen Tag zu tun? Wie weit wird er wohl in die Umgebung schauen können? Vieles über ihn hätten wir gern gewusst. Aber keiner traute sich, an der Tür zum Turm zu klinken. Wenn von dem an allerhöchster Stelle angebrachten Kranhaken ein Seil herabhing, wurde von der Straße aus eine Last zur Türmerwohnung gezogen. Das Seit vielen Jahren hat der Beruf des Türmers ausgedient. Die Glocken werden durch Uhrwerk und Automat ganz ohne menschliches Mitwirken geläutet. Eine Ausnahme in unserem Land gibt es dort, wo man sich zur Förderung des Tourismus auf die alte Tradition des Türmers und Nachtwächters beruft. Der Türmer meiner Kindheit war zivil gekleidet. In anderen Städten trug der gleichzeitig als Nachtwächter fungierende Türmer eine Uniform, die ihn von anderen Mitbürgern unterschied. Die Stadt Chemnitz besitzt seit mehr als 10 Jahren einen Türmer, der Bewohner und Gäste in seiner traditionellen Uniform begrüßt. Sein Arbeitsplatz befindet sich im Rathaus. Oft hält er sich auf dem Großen Turm zwischen Marktkirche St. Jacobi und Rathaus auf, wo er auch Gäste zur Stadtbesichtigung empfängt und vom Turm auf die Stadt schauen lässt. Als Attraktion bläst er gelegentlich in sein zur Festmontur gehörendes Horn. Oder man lauscht einem seiner laut gerufenen Sprüche, der den Bürgern die beginnende Nachtruhe ankündigt. Bei der Eröffnung von Stadtfesten oder der Begrüßung ausländischer Gäste ist unser Türmer ein oft und gern gesehener Repräsentant der Stadt. In regionalen Zeitungen ist er fast so oft abgebildet wie der Bürgermeister. Durch das im Jahr 2003 in Chemnitz stattgefundene 18. Europäische Nacht-wächter- und Türmertreffen wurden wir Bürger auf eine Tradition aufmerksam: Jährlich findet ein Treffen der Europäischen Nachtwächter und Türmer in einer der Städte statt, wo ein Zunftmitglied Dienst tut. |
At the top in airy height Hans Brühl Chemnitz/Germany Part of my childhood memories goes back to the period of the years in the second half of the fortieths. I attended the school in a smaller district of the town. My way to the school building took me about 20 minutes through the town along the church with its bell tower of a height of 60 meters. This gigantic building was erected in 1616, in the age of the Baroque. The bell of the tower was rung 5 times a day by the warder on the tower. He started his job at five o´clock in the morning. The warder and his family lived in the small flat on the tower. We talked often about the warder and his special job. We wanted to find out what he is doing all the day or how is the view from above. All these questions attracted my and my classmate´s attention. We were rather curious. But nobody dared to visit him in the tower or to address him, when we met him in the street. From time to time it happened that the warder let down a long rope with a hook for lifting a box or a basket to the top. This was an event of special interest for us schoolboys. Each of us formed another idea of the contents. In observing this spectacle we forgot very often our task, this means, we were late at school or at home. Now, in our days the trade of a warder is out. His tasks are done by modern control systems. The bells are ringing at the right time and nobody has to be on the tower. However, the appearance of a warder still exists. In order to promote the tourism some towns maintain the traditional jobs of a warder or a night watchman wearing beautiful dresses and accessories. The warder of my childhood was a man in simple clothes and not sensational dressed. The warder and night watchman of the town
In 2003 the 18th European Warder and Night Watchman meeting took place in |