Prof. Dr. Michael Stelter, TU Bergakademie Freiberg
Institut für Nichteisenmetalle / Reinststoffe / Reinstmetalle
Eine Kurzbiographie des Referenten sowie eine kurze Übersicht zum Thema findet man im "Journal der Generationen" Heft3/März 2010 S.21
Urban Recycling bedeutet, daß Rohstoffe aus Abfällen der Bevölkerung in den Gemeinden gewonnen werden können und sollen. Alle Stoffe, die wiedergewonnen werden sollen, liegen in höherer Konzentration vor, als in der Lagerstätte.
Früher hieß das Sekundärrohstoff ...
» Rückgewinnung von Metallen, Plasten, Wertstoffen (vorwiegend Kupfer, Silber, Gold)
» Reduzierung des Kohlenstoffdioxid- Ausstoßes
» Schonung der Vorräte der Erde
» Rohstoffe im eigenen Lande
Wir unterscheiden Ressourcen in
» langfristige Ressourcen (Auto, Waschmaschine, Solarmodule)
» kurzfristige Ressourcen (Handy, i-Pod)
Welche Rohstoffe finden wir z.B.in einem Handy:
» Silber 250 Milligramm
» Gold 24 Milligramm
» Palladium 9 Milligramm
» Kupfer 9 Gramm
Das entspricht bei geschätzten 5 400 000 000 Stück Handys:
» 270 000 Tonnen Metall
» Silber 1350 Tonnen entspricht 600 000 000 €
» Gold 130 Tonnen entspricht 4 100 000 000 €
» Palladium 45 Tonnen entspricht 540 000 000 €
» Kupfer 50 000 Tonnen entspricht 240 000 000 €
Metallwert insgesamt 5 500 000 0000 €
Solarmodule: Ist das effektiv ??
1 000 000 Tonnen Solarschrott enthalten:
» 800 000 Tonnen Glas (2 % der Weltproduktion)
» 24 000 Tonnen Silizium (50 % der Weltproduktion)
» 50 Tonnen Tellur (35 % der Weltproduktion)
» 20 Tonnen Indium (3,3 % der Weltproduktion)
» 20 Tonnen Selen (1,3 % der Weltproduktion)
» 11 000 Tonnen Kupfer (0,1 % der Weltproduktion)
und das alles könnte aus der Verwertung der Abfälle wiedergewonnen werden ....
Die Behandlungsmöglichkeiten wären:
1. Reparatur der Geräte (ich erinner mich dunkel ... das gabs doch schon mal )
2. stoffliche Verwertung (Zerlegung, Trennung, Umschmelzen)
3. energetische Verwertung
4. Entsorgung (Deponierung)
Die Verwertung der Handies hat folgende Prozeßstufen:
1. Einsammeln
2. Zerlegen und Trennen
3. Vorsortieren
4. Mechanische Trennung
5. Metalltrennung
6. Metallaufbereitung
Das Einschleusen in vorhandene Produktionsprozesse liefert Metall in
allerbester Qualität.
Die Verwertung der Solarmoule ist wesentlich aufwendiger. Das Silizium hat zwar eine hohe Reinheit, geht aber schwieriger zu bearbeiten. Das braucht neue Prozesse in der Verarbeitung. Das spart 40 % Energie gegenüber
der Neuproduktion und schont die Vorräte.
Dazu bedarf es einer Logistikstruktur. Die Produkte müssen besser konstruiert und produziert werden. Die Nutzung bestehender Prozesse senkt Kosten. Für eine bessere Auslastung brauchen wir aber eine höhere Rücklaufquote.
Aus dieser ganzen Sache ergeben folgende Vorteile:
» Verringerung der Abhängigkeit von fremden Rohstoffen
» Sicherung des Standortes Deutschland
» Export der Technologien
» Verringerung der Ausstoßes von Kohlenstoffdioxid
» Stoffkreisläufe, die die Umwelt weniger belasten
Die Wirtschaft ist also dazu angehalten, durch Standardisierung und andere konstruktive Maßnahmen die Reparaturfähigkeit und Wiederverwertbarkeit der Produkte zu sichern.
Es bestehen z.B.für die Dünnschichtzellen noch keinerlei ökonomisch sinnvolle Lösungen.
Laut einer Studie von Nokia werden z.Zt.nur 3% aller ausgedienten Handys recycelt!!
Noch kritischer sieht man es z.Zt.mit den ca. 1Mio.t Solarzellenschrott.Im Gegensatz zu den Handys lassen sich bei den Solarzellen kaUm ZU gewinnende wiederverwendbare Materialien in bereits bestehende Prozesse einordnen und müssen demzufolge erst erfunden und projektiert werden!Also packen wir es an,es gibt noch viel zu tun!
Für weiter Informationen verweise ich auf die Seiten von wikipedia
» http://de.wikipedia.org/wiki/Recycling
oder/Kupfer /Silber /Palladium /Silicium /Gold /Selen /Indium /Tellur /Glas
/Kohlenstoffdioxid
Kathrin Hähner
01. Juni 2010