Seniorenkolleg an der TU Chemnitz






 Arbeitsgruppe PC und Internet, AG 1

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Beschichtungsanlagen für Photovoltaik - ein Überblick über das Leistungsspektrum der Roth & Rau AG

 


von Herrn Dr. Dietmar Roth
Vorstandsvorsitzender der Roth & Rau AG, Hohenstein -Ernstthal

 

Herr Dr. Roth erläuterte zunächst, dass der Zugang zu Elektrizität die Grundlage für Wohlstand ist, denn in einer modernen Gesellschaft kommt man ohne Elektroenergie nicht zurecht.
Weltweit haben aber noch 1,6 Milliarden Menschen keinen Zugang zur Elektrizität. Diese Menschen leben vorwiegend in sonnigen Gegenden. Photovoltaik-Anlagen würden dort den Zugang zur Elektrizität ermöglichen.

Die Klimaerwärmung schreitet voran und erfordert einen Wechsel zu sauberer Energiegewinnung.
Gegenwärtig wird aus 3 Möglichkeiten sauberer Energie gewonnen: Aus Biomasse, aus Wind und aus Photovoltaik-Anlagen. Die Photovoltaik-Anlagen sind am wirksamsten. Auf einer Fläche von
340 x 340 km mit einer Photovoltaik-Anlage könnte der Weltenergiebedarf gedeckt werden.

Ein Nachteil einer solchen Anlage ist, dass bei Dunkelheit keine Elektroenergie hergestellt werden kann. Diese Energie muss in Batterien gespeichert werden. An der .Verbesserung der Batterien wird intensiv geforscht.
Die Firma Roth & Rau AG hat ihren Firmensitz in Hohenstein-Ernstthal. Dort stehen 30000,00 qm Produktionfläche zur Verfügung. Im Jahre 2004 waren 65 Mitarbeiter beschäftigt. Heute zählt der Betrieb 800 Beschäftigte in 8 Tochtergesellschaften weltweit. Der Betrieb bietet als Hauptprodukt modernste Fertigungslinien für Solarzellen an. Der Hauptabsatzmarkt war bisher Europa, gefolgt von Asien und USA. Im Jahre 2009 wird 57,5 % der Produktion in Asien verkauft, in Deutschland 15 % und in den Ländern der EU 22 %. In Zukunft müssen neue Märkte in Nordafrika, Südamerika und Süd-Ost-Asien erschlossen werden.
Das Material einer Solarzelle besteht aus Quarzsand (Silizium). Dieser Sand wird geschmolzen. Es entsteht reines Silizium mit einem hohen Reinheitsgrad. Aus diesem kompakten Siliziumstäben werden dünne Scheiben von 0,18 – 0,28 mm Dicke geschnitten, den sogenannten Wafern. Diese dünnen Scheiben durchlaufen verschiedene chemische Bäder und werden mit einer Antireflexschicht beschichtet. Diese Schicht hat die Aufgabe das Sonnenlicht weitgehend aufzufangen und eine Reflecktierung zu minimieren. Diese Schicht sorgt auch für den blauen Farbton der Solarzelle. Als Abschluss wird auf der Vorderseite mit Hilfe des Siebdruckes ein filigranes Raster aus leitenden Material und auf der Rückseite eine geschlossene Metallfläche aufgedruckt, um den elektrischen Strom ableiten zu können. Die Solarzellen werden dann zu Modulen zusammengesetzt und wasserdicht verlötet. Eine einzelne Zelle produziert 3-4 Watt elektrischen Strom. Der Wirkungsgrad von Solarzellen bewegt sich zur Zeit bei etwa
16 %. In etwa 2 Jahren soll sich der Wirkungsgrad auf 20 % erhöhen.
Eine weitere Möglichkeit ist der Herstellung von Dünnschichtsolarzellen. Hier werden dünne Schichten Metall auf einen Träger, z.B. einer Glasscheibe aufgetragen. Solche Elemente lassen sich dann gut als Fassadenverkleidung einsetzen.
Auch auf Folien lassen sich Dünnschichtsysteme aufbringen, die dann als Dachabdeckung eingesetzt werden können.

In der abschließenden Fragestunde kam zum Ausdruck, dass der zur Zeit hergestellte Strom noch zu teuer ist. In Deutschland kostet zur Zeit 1 kwh etwa 3,00 €. Dies wird sich aber in der weiteren Entwicklung entscheidend ändern.



Reinhard Pönisch
03.11.2009

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