Seniorenkolleg an der TU Chemnitz






Arbeitsgruppe PC und Internet, AG1

Teilnehmer berichten über den Vortrag vom 26. 10. 2010

Gorbatschow und die deutsche Frage-

ein Blick in interne sowjetische Dokumente 

 Prof. Dr. Joachim Glaubitz, Chemnitz
 

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges und den Sieg der alliierten Mächte im Mai 1945 wurde auf dem Gebiet, welches die Sowjetunion besetzt hatte, das kommunistische System eingeführt. Die sowjetische Besatzungszone und später die DDR, wurde nach dem Vorbild der Sowjetunion gestaltet. Diese stalinistische Politik wurde zumindest in einzelnen Elementen bis zum Ende dieses Systems praktiziert.  

Gorbatschow und die deutsche Frage in der Zeit von 1986-1990.

In der Sowjetunion standen ab 1982 mehrere vergreiste Männer nacheinander als Generalsekretär an der Spitze.
Im Jahre 1985 wurde Gorbatschow zum Generalsekretär gewählt. In der Sowjetunion herrschte zu dieser Zeit eine katastrophale Wirtschaftslage. Durch das Wettrüsten und den Afghanistankrieg stand die Sowjetunion am Rande des Ruins.
Gorbatschow versuchte durch Glasnost und Perestroika die allgemeine Lage zu stabilisieren.
Gegenüber der Bundesrepublik herrschte, bedingt durch den Nato-Doppelbeschluss, eine politische Eiszeit. Diese Eiszeit wurde 1987 durch den Besuch des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker aufgeweicht. Er sprach über Deutschland von einer Nation mit 2 Systemen, und es wurde der Besuch des Bundeskanzlers Helmut Kohl vorbereitet.
In dieser Zeit waren die Staaten DDR, Ungarn und Bulgarien beim kapitalistischen Westen stark verschuldet.
Bereits 1987 sprach der sowjetische Außenminister Schewardnadse von der Vereinigung der beiden deutschen Staaten.
Im Dezember 1987 wurde der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß von Gorbatschow empfangen. Über diese Begegnung wurde damals Erich Honecker nicht informiert. Die Sowjetunion verfolgte eine andere Politik.
1989, bei einen Besuch von Gorbatschow in Bonn, wurde vom Selbstbestimmungsrecht der Deutschen gesprochen, aber kein Wort über die Politik von Honecker.
Ein Begleiter von Gorbatschow stellte am 8.10. 1989 fest, dass die Demontage des Sozialismus unausweichlich und gut ist.
Am 11.10.1989 nannte Gorbatschow Honecker ein .........  .
Am 18.10.1989 wurde Honecker zum Rücktritt gezwungen, und Egon Krenz wurde als neuer Generalsekretär der DDR gewählt. Er stellte fest, dass die Wirtschaft in der DDR bankrott ist.
Am 3.11.1989 wird von dem KGB-Chef der Sowjetunion geäußert: Die Mauer reißen wir nicht nieder, dies müssen die Deutschen schon selbst tun.
Am 21.11.1989 wird von Helmut Kohl der 10-Punkte-Plan zur Konföderation bekanntgegeben. Gorbatschow ist darüber sehr verärgert, da er vorher darüber nicht informiert wurde.
Im Januar begannen die 2+4 Verhandlungen, Verhandlungen der beiden deutschen Staaten und der 4 Siegermächte des 2. Weltkrieges.
Der KGB stellte fest, dass die Tage der SED in der DDR gezählt sind und dieser Prozess nicht
aufgehalten werden kann. Ein Gesamtdeutschland ist dem KGB aber zu dieser Zeit noch zu gefährlich.
Helmut Kohl schlägt die Wirtschafts- und Währungsunion vor um die Abwanderung aus der DDR in Richtung BRD zu stoppen.
Gorbatschow äußert, dass die Einheit von Deutschland durch die Deutschen angestrebt wird, USA, England und Frankreich haben aber noch Bedenken zur Einheit.
Busch fordert, dass Gesamtdeutschland in der Nato verankert sein muss, um keine aggressive Macht entstehen zu lassen. Gorbatschow verlangt, dass Gesamtdeutschland über den Nato-Beitritt selbst entscheidet.
Im Juli 1990 ist Helmut Kohl in Moskau um den Deutsch-Russischen Vertrag zu unterschreiben. Dieser sah vor, die sowjetischen Truppen innerhalb von 4 Jahren abzuziehen. Dieser Abzug hat Deutschland am Ende 12 Milliarden D-Mark und zusätzlich 3 Milliarden D-Mark als Kredit an die Sowjetunion gekostet.
Am 31.8 1994 hat der letzte russische Soldat das ehemalige Gebiet der DDR verlassen.
 
Reinhard Pönisch