Prof. Dr. Werner Patzelt, TU Dresden
Es sei paradox, daß in Deutschland mehr ältere Bürger vorhanden sind, als jüngere.
Politiker betreiben ihre Wiederwahlsicherung durch das Versprechen, den Sozialstaat zu erhalten. Normal bestimmen in den Gesellschaften die waffentragenden Männer die Politik.
Es fehlen Kinder in unserer Gesellschaft. Es gäbe viele junge Leute, die gäben vor... in diese Welt kann man doch keine Kinder mehr setzen. ´
Die steigende Lebenserwartung und die sinkenden Kinderzahlen führen zu einer überaltenden Gesellschaft.
Auf der Welt laufe es auf einen globalen Verteilungskonflikt hinaus – arme Völker mit viel jungen Menschen gegen „alte Völker“.
Die Rolle der Gewalt spiele dabei eine große Rolle und das Gewaltmonopol des Staates sei zu wahren.
54% der öffentlichen Ausgaben gäbe die Bundesrepublik für den Sozialstaat aus, trotzdem sei die Zustimmungsrate der Bevölkerung zur Demokratie in Ostdeutchland 18% ... 20% niedriger als in den westdeutschen Ländern.
Daraus ergäbe sich ein Stabilitäts- und Legitimationsproblem für die Demokratie.
Als Beispiele für die Überalterung nannte Prof. Patzelt die Entsiedelung der Oberlausitz sowie von Stadtrandgebieten .
Sozialer Sprengstoff entstehe auch durch die Multi-Kulti-Gesellschaft.
Als Abhilfe aus dem Problem sieht Prof. Patzelt u.a. die Beteiligung der Kinderlosen an den aus dem mangelden Nachwuchs entstehenden Folgekosten für die Gesellschaft und die Notwendigkeit einer verlängerten Lebensarbeitszeit, letztere allerdings berufsspezifisch unterschiedlich gestaltet.
Er rief dazu auf, mehr ältere Leute sollten sich charitativ und sozial betätigen.
Die dazu notwendigen Organisationsformen müßten allerdings mehr Flexibilität an den Tag legen, um die größere gesundheitliche Störanfälligkeit älterer Menschen auszugleichen.
Prof. Patzelt forderte uns Ältere auf, den unterrepräsentierten Anteil älterer Menschen in den Parlamenten zu erhöhen, um unser Wissen und unsere Erfahrungen in die Demokratie einzubringen.
Für Ältere müsse es mehr Bildungsmöglichkeiten geben.
Zum erfüllten Leben gehöre auch das Kinderhaben dazu, es bestehe keine Notwendikeit zur Zukunftsangst.
Es sei Nachbarschaftshilfe notwendig, man müsse überlegen, was könne man tun, z.B. Kinderbeaufsichtigung.
Wie erhalte man das kulturelle Leben vor Ort aufrecht?
Es sei die Aufgabe Älterer, den Jungen die Demokratie als schützenswert darzustellen. Die Lebenserfahrungen Älterer müßten diese an die jüngere Generation weiter geben.
Das Funktionieren der Demokratie müsse allen Bürgern bekannt sein.
Siegfried Neuhaus