In fördertechnischen Anlagen tritt an vielen Stellen eine unerwünscht hohe Reibung auf. Von besonderer Bedeutung sind dabei die tribologischen Kontakte zwischen der Kette und den Stützschienen, die zur Aufnahme der Gewichtskraft der Fördergüter oder der Radialkräfte in Kurven dienen. Nach dem Stand der Technik werden dafür meist Gleitelemente aus Kunststoff eingesetzt, die in direktem Kontakt zu den Zug- und Tragmitteln, z.B. Kunststoffketten, Gurten oder Zahnriemen, stehen. Die Gleitreibwerte liegen bei Paarungen Kette-Gleitschiene bei etwa µ=0,20…0,30, bei Gurten und Zahnriemen sogar bei µ=0,30…>0,50.
Das Ziel des aktuellen Forschungsprojektes "Rollende Fördertechnik" (RFT) in Zusammenarbeit mit der Denipro AG, Weinfelden (Schweiz) ist die Entwicklung eines innovativen Bauelementes mit sehr geringem Bewegungswiderstand und dessen Integration in die Fördertechnik. Das entsprechende Grundelement basiert auf einem ovalen Mittelstück, bei dem umlaufende, achsfreie zylindrische Körper die Last rollend abtragen können.
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In experimentellen Untersuchungen wurde mit µ≈0,02…0,05 ein gegenüber ungeschmierten Gleitpaarungen 10- bis 15-mal geringerer Bewegungswiderstand gemessen. Besonders wichtig für den praktischen Einsatz ist, dass dieser Wert weitestgehend unabhängig von Normalkraft und Geschwindigkeit ist und auch bei langzeitiger Belastung sehr konstant bleibt. Aufgrund der geringen Reibungsverluste ist auch der Verschleiß der Bauteile extrem gering, sodass dem Anwender ein nahezu wartungsfreies System zur Verfügung steht.
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Als erste praxistaugliche Ausführungen wurden RFT-Elemente für die Abstützung von kurvengängigen Mattenketten in horizontalen Kurven (deniroll®) sowie für die Aufnahme von Gutlasten z. B. in Mattenkettenförderern (denirug®) entwickelt und bereits in mehreren industriellen Anwendungen erfolgreich eingesetzt. In beiden Fällen führt der geringe Bewegungswiderstand zu einer deutlichen Entlastung der Zugmittel, sodass längere Förderstrecken und/oder höhere Förderleistungen realisiert werden können. Die RFT-Elemente eröffnen auch ein enormes Energiesparpotential. Insbesondere bei kurvenreichen Förderlayouts oder Schwerlastanwendungen können damit 60…80% der Antriebsenergie eingespart werden.
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Denipro AG, Weinfelden (Schweiz) |
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WRH Walter Reist Holding AG, Hinwil (Schweiz) |