Prof. Dr. Eckhard Jesse betreut ein von der Hanns-Seidel-Stiftung finanziertes Promotionskolleg (verantwortlich: Prof. Hans-Peter Niedermeyer) "Politischer Extremismus und Parteien".
Vom 1. April 2002 bis zum 1. Oktober 2004 wurden insgesamt 24 Doktoranden aufgenommen. Davon promovierten bzw. promovieren 19 in Chemnitz. Bisher sind rund drei Viertel der Arbeiten abgeschlossen.
Das Thema Extremismus sorgt in vielfältiger Weise für Schlagzeilen. Innerhalb der Demokratie wirkende extremistische Kräfte und Strömungen auf beiden Seiten des politischen Spektrums liefern den Beweis, dass Prinzipien wie Menschenrechte, Toleranz und politischer Pluralismus keineswegs unangefochten sind. Insofern ist eine wissenschaftliche Vertiefung vordringlich.
Ziel des Forschungsprojektes soll die Förderung der (vergleichenden) Extremismusforschung sein (möglichst unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Parteien). Die folgenden Forschungsfelder stehen im Vordergrund: Vergleich extremistischer Parteien - Analyse einer extremistischen Partei - Verbot extremistischer Parteien - Haltung demokratischer Parteien gegenüber Extremismus - Hinwendung einzelner Politiker zum Extremismus und Abwendung von ihm - "Grauzonen" des politischen Extremismus - Präsentation extremistischer Theoretiker - Extremismus und politische Kultur. Vergleiche zwischen rechten und linken Extremismen, die einerseits Parallelen aufzeigen, andererseits Unterschiede belegen, spielen eine große Rolle. Auch der religiöse Fundamentalismus findet Berücksichtigung. Die Interaktion mit der Demokratie bleibt dabei nicht ausgespart.
Aus dem Promotionskolleg ist ein Band entstanden, der am 17. Oktober 2007 (ab 11 Uhr) von der Hanns-Seidel-Stiftung in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert werden wird: Eckhard Jesse/ Hans-Peter Niedermeier (Hrsg.), Politischer Extremismus und Parteien, Berlin 2007, 534 Seiten (Duncker & Humblot).
Die Doktoranden (neben Politikwissenschaftlern sind auch Juristen, Historiker und Erziehungswissenschaftler dabei) werden im Regelfall für zwei Jahre gefördert; in Ausnahmefällen gibt es eine Verlängerung um ein halbes Jahr. Der Doktorandenkreis trifft sich jährlich jeweils zweimal für drei Tage. Zusätzlich ist die Teilnahme an einem weiteren auswärtigen Doktorandenkreis bei Prof. Jesse möglich. Außerdem bietet sich die Gelegenheit, an seinem Chemnitzer Magistranden-, Doktoranden- und Habilitandenkreis, der regelmäßig im Semester stattfindet, die eigene Studie zur Diskussion zu stellen.
Eckhard Jesse gibt seit 1989 das Jahrbuch Extremismus & Demokratie heraus, die Schriftenreihe Extremismus und Demokratie (seit 1992) und leitet seit 1990 den Veldensteiner Kreis zur Geschichte und Gegenwart von Extremismus und Demokratie (jeweils zusammen mit seinem Dresdner Kollegen Uwe Backes). Zuletzt ist erschienen: Vergleichende Extremismusforschung (mit Uwe Backes), Baden-Baden 2005.
Prof. Dr. Eckhard Jesse
Technische Universität Chemnitz
Philosophische Fakultät, Politikwissenschaft
Thüringer Weg 9
09126 Chemnitz