Ein fester Kriterienkatalog für die Einstufung einer Partei als (rechts-, links-) populistisch existiert nicht, obwohl die Erstellung eines solchen durch folgenden Umstand sinnvoll ist: Die Themen des Populismus in Europa weisen wiederkehrende Deutungsmuster auf, welche trotz nationalspezifisch unterschiedlicher Situationen eine eindeutige Klassifizierung zulassen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, einen rechts- und linkspopulistischen Parteientyp anhand möglichst trennscharfer Kriterien zu bestimmen.
Die Frage, wann eine Partei das Prädikat „populistisch" verdient, soll in der Dissertation beantwort werden. Anschließend stellt sich die anwendungsbezogene Frage, ob sich diese populistischen Muster in der deutschen Parteienlandschaft, bei Schill-Partei und PDS, wiederfinden. Die Untersuchungsgegenstände „Schill-Partei" und PDS" erweisen sich durch ihre aktuelle parlamentarische Relevanz als sinnvoll.
Problematisch ist, dass es an einem klar definierten populistischen Parteientypus fehlt. Generell steht die Extremismusforschung auf schwankendem Boden, weil kein hinreichender Konsens über das, was als extrem zu gelten hat, besteht. Die gleiche Schwierigkeit stellt sich für die (Rechts- und Links-) Populismusforschung.