Professur Politische Systeme, Politische Institutionen






Promotionskolleg der Hanns-Seidel-Stiftung

Verena Götzger

Extremismus-Perzeption und -Reaktion der Mitte. Wahrnehmung linken und rechten Extremismus durch demokratische Parteien und deren politisch-strategische Schlüsse

In der Geschichte der Bundesrepublik treten Links- und Rechtsextremismus in verschiedenen Wellen zutage und konfrontieren die Politiker mit der Frage, wie den systemnegierenden Strömungen begegnet werden soll. Das Phänomen des politischen Extremismus entzieht sich in den Sozialwissenschaften durch seine vielfältigen Erscheinungsformen und die verwirrende Konkurrenz widerstreitender wissenschaftlicher Zugänge bereits auf theoretischer und begrifflicher Ebene dem Zugriff und der Definition kritischer Beobachter. Kontrastierend hierzu ist die Frage interessant, wie der Umgang mit den "Stiefkindern" der Demokratie auf praktisch-politischer Ebene erfolgt und nach welchen Kriterien sie hier erfasst werden, nachdem der wissenschaftliche Diskurs zu derart widersprüchlichen Aussagen kommt. Diese Arbeit interessiert sich für die Extremismuswahrnehmung der demokratischen Mitte, nämlich der SPD und CDU/CSU, sowie der ihnen nahestehenden Stiftungen. Folgenden Fragen soll mittels halbstandardisierter Eliten-Interviews nachgegangen werden:

  • Wie und aus welcher Perspektive nehmen Parteien in ihrer Funktion als wichtigste Gestalter der politischen Sphäre in der Bundesrepublik und als Transmissionsriemen zwischen Bürgern und Staat dieses Problemfeld wahr?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich durch den Perzeptionstypus für die im Anschluss daran vorgeschlagenen Reaktionen und Strategien im Umgang mit Extremismus, also für die politisch-strategischen Schlüsse der Parteien?
  • Welchen Wert hat die wissenschaftliche Begriffsfindung und Extremismusverortung sprich für die Extremismusperzeption der Parteien, und welche Rolle spielt der parteiliche Extremismusdiskurs für die politische Kultur und das Problemfeld Extremismus?