Erstmalig in der Geschichte der Begabtenförderung der KAS wurden ab April 2003 Stipendien im Rahmen eines Promotionskollegs vergeben. Ein umfassendes Programm "Graduiertenkolleg" wurde bereits 1990 von der DFG als Modell- und Reformprogramm gestartet. Inzwischen haben auch andere Institutionen, die sich der Begabtenförderung widmen, die Vorteile einer strukturierten Doktorandenförderung erkannt und einen Teil ihrer Stipendiaten in Promotionskollegs gebunden, die sich der Erforschung eines vorgegebenen Schwerpunktthemas unter verschiedenen Aspekten widmen. Promotionskollegs systematisieren die Einbindung von hochqualifizierten Doktoranden in den Forschungsbetrieb und gewährleisten eine umfassende, effiziente Betreuung der Kollegiaten. Sie fördern den interdisziplinären Dialog und den konstruktiven Wettbewerb und tragen zur Bildung und Erweiterung von wissenschaftlichen Netzwerken bei.
Das Thema des von der KAS initiierten Promotionskollegs lautet:
"Die Zeit der Deutschen Teilung: Diktaturerfahrung, Innerdeutsche Beziehungen, Europäische Dimensionen"
Das Thema wurde gewählt, weil in der Politikwissenschaft, in der neuesten Geschichte, in der Wirtschafts- und Sozialgeschichte, im Recht, in der Theologie, der Germanistik und in diversen benachbarten Themenfeldern die Beschäftigung mit den Wechselbeziehungen der beiden Teile Deutschlands und deren Einordnung in den übergreifenden historischen Kontext häufig zu kurz kommt.
Die Gründung zweier deutscher Staaten liegt fast sechzig Jahre zurück, der Fall der sie trennenden Mauer bald zwanzig Jahre. Im Mittelpunkt der bisherigen Forschung standen Aspekte aus der Geschichte jeweils eines deutschen Staates, der Systemvergleich resp. die Deutschlandpolitik. Das Promotionskolleg möchte darüber hinausweisen. Ziel des Kollegs ist es, das Verhältnis beider deutscher Staaten bzw. das Handeln ihrer Akteure in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zu untersuchen, Zusammenhänge zwischen gesellschaftspolitischen Entwicklungen im geteilten Deutschland und in Europa sowie im deutschen und im europäischen Einigungsprozess aufzuzeigen und politische und soziale Aus- und Nachwirkungen der friedlichen Revolution im deutschen und europäischen Raum zu beleuchten.
Es wird daran gedacht, die besten Arbeiten in einer zeitgeschichtlichen Taschenbuchreihe zu veröffentlichen.
Das Kolleg steht unter der Leitung der stellvertretenden KAS-Vorsitzenden Prof. Dr. Beate Neuss, Inhaberin der Professur für Internationale Politik an der TU Chemnitz. Weitere das Kolleg begleitende Experten sind: Prof. Dr. Armin Dittmann, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Universität Hohenheim, Prof. Dr. Michael Gabel, Lehrstuhl für Fundamentaltheologie und Religionswissenschaft, Universität Erfurt, Prof. Dr. Rainer Gömmel, Lehrstuhl für Wirtschaftsgeschichte, Universität Regensburg, Prof. Dr. Dr. Wolf D. Gruner, Lehrstuhl für Europäische Geschichte und Neueste Geschichte, Jean Monnet Lehrstuhl für Europäische Integrationsgeschichte und Europastudien, Universität Rostock und Dr. Karl-Hans Möller, Chefdramaturg der Städtischen Theater Chemnitz.
Falls Sie sich für unser Kolleg interessieren, sich aber im Hinblick auf Ihre Dissertation noch nicht festgelegt haben, anbei einige Themenvorschläge für das Promotionskolleg:
Es gelten die regulären Bewerbungsunterlagen und Bewerbungsfristen der Deutschen Graduiertenförderung!
(Stand: Februar 2008)