Das deutsche Frankreichbild und das französische Deutschlandbild rechtskonservativer Intellektueller beider Nationen soll für die Jahre 1933 bis 1940 vergleichend rekonstruiert werden. Ausgehend vom "Intellektuellen", dessen Einflussmöglichkeiten auf die Gesellschaft und insbesondere auf die Verständigung unter dem Zeichen des Nationalsozialismus (Kollaboration) bis 1940 werden deutsche und französische Publizisten untersucht. Im anschließenden Vergleich sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Denken herausgearbeitet und in den Kontext nationaler Selbst- und Fremdbilder im "Zeitalter der Extreme" (Hobsbawm) gestellt werden. Die Arbeitshypothese lautet: Die politische Kultur Frankreichs war den Publizisten beider Seiten zufolge abnehmend fähig, Krisen systemimmanent zu überwinden, das politische System verlor an Autorität (Bloch). Publizisten der intellektuellen Kollaboration betonten hingegen auf beiden Seiten starke Institutionen und eine dynamische politische Kultur des NS-Staates.
Zur Rekonstruktion des politisch-kulturellen Bildes vom Nachbarn gehe ich auf den biographischen und fachlichen Hintergrund sowie die Wirkungsgeschichte der Autoren ein. Das kollektivbiographische Herangehen bildet die Grundlage für die länderspezifische Zusammenfassung und den deutsch-französischen Vergleich. Wichtige Aspekte sind die Ausprägung autoritärer, antisemitischer und antibolschewistischer Ideen. Für die französischen Intellektuellen ist zu klären, ob eine separate autoritäre, antisemitische und antibolschewistische Tradition bestand (Wirsching).

Betreuer der Dissertation: Prof. Dr. Eckhard Jesse (TU Chemnitz)
Hochschulort: Chemnitz
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