Professur Europäische Regierungssysteme im Vergleich






Promotionskolleg "Politik- und Parteienentwicklung in Europa"

Norman Bock

Zwischen Verdrängung und Verklärung. "Junge Welt" und "Neues Deutschland" in der Auseinandersetzung mit der Geschichte des europäischen Kommunismus

Mit dem 3. Oktober 1990, dem Tag der deutschen Einheit, verschwand die Deutsche Demokratische Republik von der politischen Landkarte. Das instabil gewordene Herrschafts- und Gesellschaftssystem, das im Wesentlichen dem sowjetischen Vorbild einer Parteidiktatur entsprach, erlag auf längere Sicht seinen ökonomischen und politischen Strukturdefiziten. Der Machtverlust der SED-Funktionäre führte allerdings nicht zum völligen Verschwinden ihrer politischen und ideologischen Vorstellungen. Viele der orthodoxen Positionen leben in Form historischer Legenden und Fehlwahrnehmungen fort. Innerhalb eines Netzwerkes aus postkommunistischen Stiftungen, Verlagen und Bildungsvereinen erscheinen zahlreiche Periodika, von denen hinsichtlich Auflage und Professionalität besonders "Junge Welt" und "Neues Deutschland" hervorzuheben sind. Im Rahmen der Untersuchung soll das Geschichtsbild beider Zeitungen anhand ausgewählter Themenbereiche analysiert werden. Knapp zwei Jahrzehnte nach dem Untergang des "real existierenden Sozialismus" stellt sich unweigerlich die Frage, wie kritisch die Auseinandersetzung mit der Geschichte des europäischen Kommunismus in zwei traditionell marxistischen Publikationsorganen betrieben wird.

Foto Bock
Norman Bock

Betreuer der Dissertation: Prof. Dr. Eckhard Jesse (TU Chemnitz)

Hochschulort: Chemnitz

Kontakt: E-Mail chriuno@...