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In memoriam
Bruno (oder JJ1)
26. Juni 2006
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Stoibär,
übernehmen Sie

Von Michael
Klemm
Was einen Braunbären von einem
Eisbären unterscheidet, ist offenkundig. Auch deren Artunterschiede zum
Teddybären sind schon jedem Kind bekannt. Dem Stoibär, einem etwas
tapsigen Politiker aus Bayern, verdanken wir nun aber eine sensationelle neue
zoologische - oder vielleicht eher tiersoziologische - Erkenntnis: „Äh,
wir haben dann einen Unterschied zwischen dem normal sich verhaltenden Bären,
dem Schadbär und dem Problembär.“ Der harmlose Normalbär „lebt
im Wald, geht niemals raus und reißt vielleicht ein bis zwei Schafe
im Jahr.“ Jener neuerdings durch Bayern und Österreich streunende Meister
Petz sei hingegen ganz klar ein Schad- und Problembär. Nach 170 Jahren
hat Deutschland wieder einen freilaufenden Bären und dann so einen!
Millionen Mütter untersuchen
nun besorgt im Kinderzimmer, zu welcher Spezies der Teddy ihrer Lieben wohl
gehören mag. Gab es in letzter Zeit Besorgnis erregende Vorkommnisse,
etwa mehr als zwei gerissene Plüschhasen pro Jahr? Uwe-Karsten Heye sprach
flugs eine Reisewarnung für das bajuwarisch-alpenländische Grenzgebiet
aus, dieses Mal unabhängig von jeglicher Hautfarbe. Tierschützer
hingegen wollten den Bären vor den Menschen und Stoibären retten.
Sogar der Pontifex persönlich, ebenfalls Bayär, ergriff trotz der
Morde an (seinen) Schäfchen Partei für den einsamen Zottel, da er
einen solchen - vermutlich Normalbären - in seinem persönlichen
Wappen trägt: Sein Vorfahre, der Heilige Korbinian, ging als großer
Bärenflüsterer in die Geschichte ein.
Der Risikobär steht paradigmatisch
für viele Problemgruppen in Deutschland. Ohne familiäre Wurzeln,
ohne festen Wohnsitz, ohne geregelte Arbeit, ohne ausreichende Sprachkenntnisse,
aber mit hoher krimineller Energie. Keiner weiß, wo der illegale Grenzgänger
herkommt, nur der Migrationshintergrund ist offenkundig. Ist er womöglich
aus Italien geflüchtet, als die Ära Bärlusconi zu Ende ging?

Ob auch der Stoibär
in die Falle geht?
Quelle: www.spiegel.de
Aber die Lage ist zu ernst, um
billige Witze zu machen: Mehr als ein Dutzend Nutztiere fielen dem Attentäter
schon zum Opfer, der im Gegensatz zu al Sarkawi immer noch sein Unwesen im
schwer zugänglichen Grenzgebiet treibt. Die Bärilla-Taktik – kurz
auftauchen, zuschlagen und schnell wieder verdrücken – macht es den Behörden
schwer, den Aggressor zu fassen. Da ist es eine Bärensache für einen
verantwortlich handelnden Politiker, dass er sich dieser nationalen Bedrohung
mit ganzer Kraft widmet und den Schießbefehl an Deutschlands Grenze
wieder einführt. Unvorstellbar, was passieren würde, wenn Bruno
nach Bärlin vordringen und das Fest der Freunde gefährden könnte.
Hat aber der Stoibär dem Land
womöglich einen Bärendienst erwiesen? Denn wie behandelt man nun
so einen Problembären? Legt man ihn nicht gleich um, sondern im Freud-Jahr
lieber auf die Couch? Oder zerfetzt der Schadbär letztere nebst Therapeuten,
da er statt zur Regression zur Aggression neigen könnte?
Derzeit ist keine saubäre
Lösung in Sicht. Und so ist die große Industrienation Deutschland
wie schon beim PISA-Schock auf expertische Hilfe aus dem kleinen Finnland
angewiesen. Diesmal in Form von fünf finnischen Bärenhunden. Wenn
nur alle Probleme mit Braunen in diesem Lande so zu beheben wären.
Der Fall Bruno ist noch nicht gelöst
und schon wird im Erzgebirge die nächste Bedrohung bekannt: Angeblich
wurde am Wochenende ein streunender Löwe gesichtet. Noch unklar ist,
ob es sich um einen Normal-, Schad- oder Problemlöwen handelt. Oder gar
um den entlaufenen Goleo. Nur der Migrationshintergrund ist wiederum offenkundig.
Stoibär, übernehmen sie.
Mehr dazu?
Die Stoibär-Rede im Wortlaut
und als Audio
Stoiber beim
Staatsbürgertest
LEOLexikon: Der "Migrationshintergrund"
Veröffentlicht
am 13.06.2006, zuletzt aktualisiert am 26.06.2006
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