Grundbegriffe der Medienpädagogik
Medienwirkung
 
 
 

 

II Das Modell der Allmachtsthese der Medien

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wird Vorstellung einer Gesellschaft als Massengesellschaft deutlich und auch den Medien wird eine immer bedeutendere Rolle zugeschrieben. Wurde - wie im Kaffeehaus-Modell - die Wirkung anfangs in der dienenden, meinungsvermittelnden Funktion der Massenmedien gesehen, verschiebt sich nun das Machtverhältnis zwischen Mensch und Medien: Nicht mehr das Individuum bedient sich der Presse, sondern die Massenpresse hat es in der Hand die Rezipienten zu beeinflussen oder gar gleichzuschalten. Man spricht von einer Omnipotenz der Medien - Medien werden als allmächtig betrachtet und als Überredungsmittel verstanden.

Das Modell der Allmachtsthese der Medien lässt sich in vier Kerntheorien gliedern:
 

1. Kanalmodell: Hier nimmt man an, dass Informationen bzw. Zeichen ähnlich wie elektrische Impulse durch Kanäle von Sender zu Empfänger geben.

2. Container-Modell: Diese Theorie besagt, dass Informationen in einer ´Box` von Sender zu Empfänger übertragen werden.

3. Kanonentheorie: Medienwirkung versteht man hier als physikalische Kraft. Der Kommunikator ´zielt` auf den Empfänger. Sobald dieser ´getroffen` wird, stellt sich die jeweilige Wirkung ein.

4. Stimulus-Response-Modell: Das S-R-Modell ist das wichtigste Modell dieser Quadrilogie, welches besagt, dass jedem bestimmten Reiz eine direkte und unvermittelte Reaktion folgt (Skinner)