Rekonstruktive Verarbeitung
Die Rekonstruktive Verarbeitung beinhaltet das wieder erkennen und reproduzieren von Bildern.
Wenn man sich versucht, ein Bild zu merken, kann man nicht alle Details in Erinnerung halten, sondern nur wesentliche Objekte, die strukturelle Anordnung, die farbliche Gestaltung und die Aussage des Bildes. Das kommt daher, weil nicht das Bild an sich, sondern die Verarbeitungsschritte und Prozesse, die während der Bildauswertung abgelaufen sind, im Gedächtnis aufgezeichnet werden. Erinnern ist demnach die Rekonstruktion des Bildes aufgrund dieser vorher abgespeicherten Prozessspuren.
Bilder werden verschieden repräsentiert. Visuelle Repräsentationen werden im visuellen Langzeitgedächtnis als Erinnerungen und Vorstellungen gespeichert, die nicht so detailliert sind wie das Original. Räumliche Repräsentationen geben die Anordnungen der Dinge im Raum wieder. Als konzeptuelle Repräsentation oder auch begrifflich-sprachliche Beschreibung wird die bei der Detailauswertung hergestellte, teilweise Versprachlichung eines Bildes aufbewahrt. Außerdem können Mentale Modelle entstehen, die ganzheitliche, anschauliche und dynamische Repräsentationen eines Realitätsbereiches verknüpfen.
Bilder haben die willkommene Eigenschaft, sehr gut wieder erkannt zu werden, was auf die mehrfachen Repräsentationen zurückzuführen ist. Wie gut Bilder wieder erkannt werden, wird z.B. durch die Bedeutungshaltigkeit, Komplexität, Farbigkeit, Bizzarrheit der Bilder und der Verarbeitungstiefe beim Betrachten beeinflusst.
Bilder werden auch gut wiedergegeben, aber bei weitem besser erkannt. Oft werden weniger wichtige Merkmale und Details vergessen, das Thema aber stets erinnert.