Lehre

Die langjährige Lehrtätigkeit ist bereits in den Anfängen interdisziplinär orientiert. Mit der Entwicklung der Textlinguistik und der zunehmenden Verschränkung linguistischer und computertechnologischer Fragestellungen in den 70er Jahren fand die Forschung in diesen Bereichen zeitnah Eingang in die Lehre. Diese Linie, die an der Universität des Saarlandes ihren Ausgang nahm und sich inhaltlich mit der Mischung von Semantik, Text- und Computerlinguistik an den Universitäten Koblenz und Greifswald fortsetzte, wurde mit der Lehrtätigkeit an der Fachhochschule Hannover erweitert durch eine zweite Dimension, nämlich durch die Verbindung von Theorie und Praxis, wie sie nun dort mit der Curriculumentwicklung für den Vollstudiengang ‚Technische Redaktion’ relevant geworden ist.

Die Gegenstände sind in diesem Bereich festgelegt auf Dokumente der Technischen Kommunikation. Sie haben die Funktion, sowohl Wissen/Verständnis als auch Fertigkeiten/Anwendungen zu vermitteln. Von linguistischem Interesse sind vor allem die Rolle des Fachwissens im Text und seiner Vermittlung (Experten-Laien-Kommunikation), Strategien der Analyse und Produktion von Dokumenten, Fragen der Kohärenzbildung im linearen bzw. nicht-linearen Text (Printmedien, Hypermedien) sowie der Umgang mit Mehrsprachigkeit. Auf einer weiteren Ebene geht es um das Management von Dokumenten (u. a. Retrieval, Verwaltung der Dokumentversionen) sowie den Einsatz von Ressourcen und Softwarewerkzeugen als kontrollierte Unterstützung beim ‚work flow’.

Die Umsetzung dieser Themen in ‚Inhalte’ und ‚Materialien’ für die Lehre ist dabei nicht beschränkt auf den deutschen Sprachraum, sondern wurde im internationalen Kontext entwickelt und getestet (vgl. Kurs zu ‚Hypertextproduktion’ an der Universität Warschau, 1999; Entwicklung eines europäischen Masterstudiengangs ‚Technische Redaktion’ in Zusammenarbeit mit den Universitäten Paris VII und Limerick, 2000–2002; Curriculum-Entwicklung für COLC, Computing for Language Careers, in Kooperation mit der Universität Joensuu/Savonlinna (Finnland), 2001 – 2004.

In diesem Rahmen interessieren ebenfalls neue Formen der Lehre, u. a. ‚apprenticeship’ als Verbindung von Studium und Projektarbeit im Unternehmen, oder e-learning (vgl. Kooperation mit Universität Hildesheim/Fachhochschule Flensburg bei der Anwendung des Pilotprogramms MEUM).

Der Aufbau bzw. die Reorganisation des Studiengangs Technikkommunikation an der TU Chemnitz (seit Wintersemester 2003/04), der an der Professur Angewandte Sprachwissenschaft angegliedert und als Kombinationsprofil interfakultativ in der Kooperation der geisteswissenschaftlichen Fakultät mit sechs naturwissenschaftlichen bzw. ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten strukturiert ist, ist geprägt durch die Integration wissenschaftlicher Grundlagen der beteiligten Disziplinen und deren Anwendung auf Problemfelder, die aus der Praxis (Experten-Laien-Kommunikation) entstehen. In dieser Sichtweise geht es um die Etablierung des Faches Technikkommunikation auf Universitätsniveau, das mit der (in Planung befindlichen) Bachelor - und Master-Strukturierung zugleich in den internationalen Rahmen eingebunden wird.