Professur für Germanistische Sprachwissenschaft






EU-Projekt "Border Identities"
Border Discourse:
Changing Identities, Changing Nations, Changing Stories in European Border Communities

Kurzdarstellung des Forschungsvorhabens:

Das Forschungsprojekt mit dem Kurztitel "EU Border Identities" untersucht die diskursive Konstruktion von Identitäten in Grenzregionen entlang der Ost- und Südostgrenze der EU. Mit qualitativen Methoden der Sozialforschung (Diskursanalyse und ethnografische Methoden) werden die Selbst- und Fremdbilder der Menschen am ehemaligen Eisernen Vorhang untersucht. Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der geschichtlichen Entwicklung werden mit Hilfe von Archivarbeit, Medienanalysen und Fotodokumentationen entschlüsselt. In fokussierten Interviews mit den Mitgliedern von Drei-Generationen-Familien wird erforscht, welche Bilder die Leute von der Grenze und von den Menschen jenseits der Grenze in sich tragen. Wir betrachten detailliert, wie sich diese Bilder über die Generationen übertragen und/oder verändern und wovon sie beeinflusst werden. Das Projekt arbeitet am ehemaligen Eisernen Vorhang zwischen Ost- und Westeuropa, aber auch an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Die Untersuchungen werden in Gemeinden durchgeführt, die durch die Grenze geteilt wurden und die deshalb, trotz räumlicher Nähe und oft auch über lange Zeit gemeinsamer Geschichte, heute über große Unterschiede in der Entwicklung und den politischen Zugehörigkeiten verfügen. Die vermittelten und überlieferten Bilder der Grenze und der Leute auf der anderen Seite der Grenze können die Bedeutung der borderline im lebensweltlichen Kontext der EinwohnerInnen dieser Räume ans Licht fördern. Das Wissen um die Bilder und um deren Entstehung, so hoffen wir, eröffnet die Möglichkeit, das Zusammenleben harmonisch zu gestalten. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur präventiven Friedenssicherung im Europäischen Raum.
Darüber hinaus werden Gespräche geführt mit örtlichen policy makers über deren Meinung zur Grenzsituation und über laufende oder geplante grenzüberschreitende Projekte, die durch verschiedene EU-Programme unterstützt werden.

Am Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft TU Chemnitz wird die deutsch-tschechische Grenze untersucht. Neben dem Schwerpunkt der Grenzsituation in Bärenstein und Vejprty befasst sich das Chemnitzer Team mit den allgemeinen Problemen und Perspektiven, die sich im alltäglichen Leben zwischen Deutschen und Tschechen ergeben.

Wer sind wir?

Zur Projektgruppe gehören folgende Personen:

Projektleiter: Projektmitarbeiter:
Prof. Dr. Werner Holly (Chemnitz)
PhDr. Jiri Nekvapil, CSc.
Ilona Scherm
PhDr. Pavla Tiserová

Das Gesamtprojekt:

Das insgesamt 25-köpfige Projektteam setzt sich aus ForscherInnen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Disziplinen zusammen, die allesamt mit der gleichen Methodik das Feld bearbeiten, mit ihrem jeweils unterschiedlichen Hintergrund, aber in Forschungsdesign und Interpretation der Resultate ihre fachspezifischen Perspektiven und Kompetenzen einbringen.
Beteiligt sind die Universitäten von Southampton (UK), Wolverhampton (UK), Chemnitz (D), Klagenfurt (A), Triest (I) und Bern (CH).

Gesamtdauer des Projektes:

01.02.2000 – 31.01.2003

Weiter Informationen unter

http://www.borderidentities.soton.ac.uk