Professur Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft






Leitfaden für die schriftliche und mündliche Magisterprüfung in NDVL

 

Folgender Leitfaden hilft Ihnen, eine schriftliche Disposition für Ihre schriftliche und mündliche Prüfung zu erstellen. Er bietet nur eine erste Orientierung. Die Einzelheiten besprechen Sie individuell mit Ihren Prüfern.

1. Themenschwerpunkte

Für die schriftliche Prüfung in NDVL  entscheiden Sie sich für einen thematischen Schwerpunkt. Für die mündliche Prüfung entscheiden Sie sich für zwei thematische Schwerpunkte, wobei ab dem Wintersemester 2011/12 zu berücksichtigen ist, dass wenigstens ein Schwerpunkt  diachron angelegt, d.h. sich über einen längeren literarhistorischen Zeitraum erstrecken sollte (charakteristisch hierfür wären gattungs-, rezeptions- oder motivgeschichtliche Themen).

Manchmal eignen sich auch Seminarthemen als Schwerpunkte für die Prüfung. Wagen Sie ruhig auch experimentierfreudigere Themen!

 

Beispiele für mögliche Schwerpunkte:

  • Gattung/Genre/Schreibweisen: Bildungsromane von Goethe bis Grass; Elegien von Goethe bis Grünbein; parodistisches Schreiben bei ..., ... und ...; Geschichte des Hörspiels seit den 1930er Jahren, autobiographisches Schreiben bei Goethe, Keller und Canetti, Kurzprosa von Musil bis Bichsel (diachron);
    frühneuzeitliche Schuldramen, geistliche Lyrik des Barock, Komödien der Aufklärung, Novellen des Realismus, Kurzgeschichten nach 1945 (eher synchron);
  • ‚großer’ Autor: Goethes/Schillers/Rilkes/Brechts/Eichs/Grünbeins Lyrik, Goethes Meister-Romane, Fontanes Frauenromane, Thomas Manns Josephs-Roman, Kafkas Romanfragmente, Thomas Bernhards Prosa, Lessings/Schillers/Goethes/Tiecks/Hauptmanns/Kaysers/Brechts/Dürrenmatts/Handkes Dramen, Ingeborg Bachmanns Hörspiele (eher synchron);
  • Motiv, Stoff, Thema: Homer und die deutsche Literatur, Literarische Mythenrezeption (z.B. Antigone, Ödipus, Iphigenie-Rezeption), Mondgedichte vom Barock bis in die Gegenwart, Alpinismus in der Literatur, Androgynie, Geschichte des Faust-Stoffs vom Volksbuch bis Goethe (diachron), Orientalismus in der deutschen Literatur, Kafka und das Judentum, Literatur und Holocaust, Existentialismus und Nachkriegsdichtung, Dichter-Skandale von Strauß bis Grass (eher synchron)
  • Poetologie und Literaturtheorie: Geschichte der Hermeneutik seit Schleiermacher, rhetorische Systeme von ... bis ..., Aristoteles-Rezeption von Lessing bis Brecht, Probleme der Erzähltheorie/Lyriktheorie/Gattungstheorie/Literaturgschichtsschreibung (diachron);
    Poetik der Aufklärung von Wolff bis Lessing, Adornos „Noten zur Literatur“, Hans-Robert Jauß’ Rezeptionsästhetik, Dekonstruktion bei Derrida und de Man, New Historicism am Beispiel von ..., Literaturpsychologie am Beispiel von ..., Literaturverfilmungen, Gender Studies (eher synchron)

 

Diese Beispiele bieten nur einen kleinen Ausschnitt möglicher Themen. Bei der Wahl Ihrer persönlichen Schwerpunkte sollten Sie sich vor allem von Ihrer Studien- und Lesebiografie und von Ihren persönlichen Interessen leiten lassen.

2. Primärtexte

Der Umfang der Primärliteratur hängt von Ihrer Themenwahl ab. Sofern Sie sich für ein ‚reines‘ Lyrikthema entschieden haben, sollten Sie mindestens sieben Gedichte, sofern für ein ‚reines‘ Dramenthema mindestens vier Dramen, sofern für ein ‚reines‘ Prosathema mindestens vier kürzere epische Texte oder zwei längere Romane auswählen.  Bei literaturtheoretischen, gattungsübergreifenden oder experimentierfreudigeren Themen kommt es auf die Absprache mit dem Prüfer an.

Bei Lyrikthemen stellen Sie eine kleine Anthologie zusammen, die Sie Ihrer Themen- bzw. Literaturliste beigeben.

3. Bezug zur Forschung

Sie bereiten sich anhand relevanter Forschungsliteratur selbständig auf Ihre Schwerpunkte vor und führen auf Ihrer Themen- bzw. Literaturliste pro Thema (nicht pro Text!) zwei bis drei Sekundärwerke an.

4. Kontakt zum Prüfer/zur Prüferin

Sie besprechen Ihre Themenschwerpunkte rechtzeitig mit Ihrem Prüfer/Ihrer Prüferin; in diesem Leitfaden sind lediglich modifizierbare Richtlinien formuliert.

Sie reichen Ihr Thema für die schriftliche Prüfung sowie Ihre Themen für die mündliche Prüfung mit genauen Angaben zu den Primärtexten, den Sekundärwerken sowie einer Textzusammenstellung bei Gedichtthemen spätestens zwei Wochen vor der Prüfung im Sekretariat oder in der Sprechstunde des Prüfers/der Prüferin ab; alternativ können Sie die Liste auch als Email-Anhang schicken.