Erfahrungsberichte
Christina Richter - German Department der MUK (Uganda) und Goethe Zentrum Asunción (Paraguay)
Was habe ich gemacht?
Ich absolvierte zwei Praktika, in zwei Urlaubssemestern, zwischen dem vierten und fünften Fachsemester. Im Rahmen der Praktika hospitierte ich in Sprachkursen und übernahm später eigenständig Phonetikunterricht und Deutschkurse für Anfänger.
Wo war ich?
- German Department, Makerere University Kampala, Uganda (betreut durch DAAD-Lektor)
- Instituto Cultural Paraguayo Alemán, Goethe Zentrum Asunción, Paraguay (betreut durch Leiterin der Sprachabteilung)
Wie habe ich alles finanziert?
Das Praktikum in Paraguay wurde vom Goethe Zentrum stundenweise und landesüblich bezahlt. Damit konnte ich den Lebensunterhalt gut bestreiten. Den Flug habe ich selbst finanziert (theoretisch wäre ein
Reisekostenzuschuss des DAAD möglich gewesen).
Was hat mir das Praktikum gebracht?
Erfahrungen, die ich nicht mehr missen möchte! Ich habe die Angst vorm Unterrichten verloren, fremde Länder und Kulturen kennengelernt, viele interessante Menschen kennengelernt und festgestellt, dass DaF der richtige Weg für meine Zukunft ist.
Warum würde ich ein Auslandspraktikum weiterempfehlen?
Im Ausland lernt man nicht nur neue Kulturen kennen und erweitert seine Fremdsprachenkenntnisse, sondern kann auch viel Erfahrung im Unterrichten sammeln - in Deutschland ist ein abgeschlossenes Studium meist Voraussetzung für eine Lehrtätigkeit in Institutionen. Und mal ganz ehrlich: Wann hat man denn noch mal Zeit für längere Auslandsaufenthalte, wenn das Studium vorbei ist?
Noch Fragen?
Schreibt mir. Trefft mich. Ich beantworte euch alle eure Fragen gern.
Christina Richter
Chri-Ri@web.de
Anja Ranft - Arbeitsgruppe In- und Ausländer e.V. Chemnitz
Was habe ich wo gemacht?
Ich absolvierte ein einmonatiges Praktikum im Projekt "Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge" des e.V. "Arbeitsgruppe In- und Ausländer" in Chemnitz. Meine Aufgaben bestanden darin, den in dieser Institution angebotenen Deutschkurs für einzelne Lerner sowie Lernergruppen vorzubereiten und durchzuführen. Die Jugendlichen verschiedenster Herkunft verfügen über unterschiedliche Erstsprachen, Deutschkenntnisse und schulische Vorerfahrungen, sodass der Unterricht größtenteils auf Deutsch erfolgt und wenig auf Erst- oder Zweitsprachen der Lerner zurückgegriffen werden kann - eine DaZ-Situation.
Ziel des Deutschkurses ist es, die Jugendlichen zu alltäglichem sprachlichen Handeln zu befähigen.
Was hat mir das Praktikum gebracht?
Das Praktikum zeigte mir einen Einblick, wie schwer es ist, die für Muttersprachler und vor allem Linguisten selbstverständlichen sprachlichen Sachverhalte nicht zu kompliziert zu vermitteln, Geduld zu üben sowie auf einzelne Lerner adäquat einzugehen - und nicht zuletzt auf dem Hintergrund ihrer Biographien genügend Einfühlungsvermögen zu zeigen und nicht zu streng zu sein.
Warum würde ich ein inländisches Praktikum weiterempfehlen?
Bei einem DaZ-Praktikum kann man Menschen verschiedenster Kulturen kennen lernen, die aufgrund ihres (Migrations- oder Flüchtlings-)Hintergrundes ein existentielles Interesse haben bzw. haben müssen, Deutsch zu lernen.
Bei Fragen an mich:
Anja Ranft
anja.ranft@s2007.tu-chemnitz.de
Adresse der Praktikumseinrichtung:
Arbeitsgruppe In- und Ausländer e.V.
Elisenstr. 1
09111 Chemnitz
Bei der AGIUA e.V. werden Praktikanten und Ehrenamtler immer gesucht.
Susan Findler & Doreen Dörfeld - Sächsischer Ausbildungs- und Erprobungskanal Zwickau
Was haben wir wo gemacht?
Wir absolvierten ein vierwöchiges Praktikum beim Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanal Zwickau (SAEK). Dort produzierten wir in einem Pilotprojekt eine Radiosendung mit Immigranten (Schüler der Bénédict-School Zwickau). Zuerst befassten wir uns intensiv mit dem Themenaufbau einer Radiosendung, Radiosprache, Schreiben fürs Hören und Grundlagen des Audioschnitts. Diese Fähigkeiten vermittelten wir anschließend den fünf Projektteilnehmern. Die Immigranten kamen aus unterschiedlichen Herkunftsländern mit unterschiedlichen Sprachniveaus. Sie berichteten in der Radiosendung über ihr Leben in Deutschland, den damit verbundenen Problemen und ihre Zukunftsvorstellungen. Die Teilnehmer schrieben selbst die Berichtstexte und führten Interviews. Anschließend bearbeiteten sie das Audiomaterial unter unserer Anleitung mittels Audioschnittsoftware. Zum Ende des Projektes konnten sich die Teilnehmer und wir über eine fertige Radiosendung freuen.
Herausforderungen während des Projektes
Aufgrund der unterschiedlichen Sprachniveaus brauchten die Teilnehmer vor allem bei der Arbeit mit der Audioschnittsoftware unsere Unterstützung. Dadurch kam es zu Zeitverzögerungen. Die Postproduktion der Radiosendung mussten wir letztendlich selbst übernehmen. In Bezug auf die definierten Projektziele war dies jedoch nicht problematisch. Die Teilnehmer hatten somit mehr Zeit, sich intensiv auf die sprachlichen Besonderheiten im schriftlichen Bereich sowie das Einsprechen der Beiträge im Studio zu konzentrieren.
Warum würden wir dieses Praktikum empfehlen?
Es war eine sehr anwendungs- und praxisorientierte Form des Fremdsprachenunterrichts, in der die Teilnehmer ihre Fertigkeiten auf eine spielerische Weise aktiv ausbauen und verbessern konnten. Motivierend war insbesondere, dass sie das Ergebnis der Arbeit anschließend in Form einer Radiosendung auf CD in den Händen halten konnten. Für uns war sehr angenehm, dass wir unsere eigenen Ideen umsetzen konnten. Ohne Lehrwerke und andere strikte Vorgaben hatten wir die Möglichkeit, das Projekt gemeinsam mit den Immigranten auszugestalten. Das Praktikum war dadurch sehr abwechslungsreich und eine Herausforderung für uns.
Bei Fragen an uns:
Susan Findler: susan.findler@s2008.tu-chemnitz.de
Doreen Dörfeld: doreen.doerfeld@s2008.tu-chemnitz.de
Adresse der Praktikumseinrichtung:
SAEK-Projekt Plauen/Zwickau Telefon: 0375 / 21 06 85
Standort Zwickau Fax: 0375 / 21 06 86
Alter Steinweg 18
08056 Zwickau