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Prof. Dr. Rudolf Boch
Vorlesung: Staat und Wirtschaft im 19. Und frühen 20. Jahrhundert. Deutschland mit europäischen Vergleichen
BEUGE PM 1, PM 3; MEUGE SM 4; BEUST SK 1; BPOW; BSOZ; MNNG
Zeit: donnerstags, 11.30-13.00 Uhr
Beginn: 5.4.2012
Raum: 2/C104
Der ökonomische Aufstieg Europas zum unangefochtenen Zentrum der Warenproduktion und des Welthandels bis an die Wende zum 20. Jahrhundert wird heute nicht zuletzt auf einen beschleunigten Wandel institutioneller Arrangements, auf eine ?institutionelle Revolution? seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert, zurückgeführt. Die Vorlesung will vornehmlich am Beispiel der späteren Zollvereinsstaaten und des Deutschen Reiches der Frage nachgehen, welche Rolle der Staat und welche Rolle die Wirtschaft bzw. die Zivilgesellschaft in dieser ?institutionellen Revolution?, die schließlich auch im deutschsprachigen Raum eine Wachstumswirtschaft etablieren half, spielte.
Mit einiger zeitlicher Verzögerung vor allem gegenüber Großbritannien und Frankreich wur-den seit Beginn des 19. Jahrhunderts auch durch deutsche Staaten ? namentlich Preußen ? neue Rahmenbedingungen und Normen für die Entfaltung des Wirtschaftslebens gesetzt. Die Wirtschaft wurde in eine relative Autonomie vom Staat entlassen. Zugleich aber wuchsen dem Staat neue Staatsaufgaben zu. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, verstärkt seit den späten 1870er Jahren, begann sich dann das staatliche Aufgabenregime selber, d. h. die Funktion und Funktionsweise des Staates als immaterieller Produktionsfaktor in der Volkswirtschaft, in Richtung auf einen (modernen) Interventionsstaat zu verändern. In diesem Prozess spielte Deutschland in Europa eine Vorreiterrolle. Am Beispiel zentraler Themenfelder ? von der Gewerbeordnungs-, Gewerbeförderungs-, Zoll- und Eisenbahnpolitik des Vormärz bis hin zur Unternehmertätigkeit und Daseinsvorsorge durch Staat und Kommunen im Kaiserreich ? soll den Ursachen und Bedingungen des Wandels der Rolle des Staates im institutionellen Modernisierungsprozess und Industrialisierungsprozess nachgegangen werden. Dabei wird auch immer wieder die phasenweise wechselnde Dynamik der Veränderung, der Wechsel des Mo-mentums, zwischen Wirtschaft/Zivilgesellschaft einerseits und dem Staat im Staatsbildungsprozess andererseits thematisiert. Exkurse zu Großbritannien und Frankreich sollen Vorbildfunktion und Transfergeschichte institutioneller Neuerungen und neuartiger staatlicher Mo-dernisierungsbemühungen des Wirtschaftslebens in Europa beleuchten und die Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede in der Entwicklung herausarbeiten. Die Vorlesung wird zum besse-ren Verständnis des historischen Neuartigen durch einen Rückblick auf das Ancien Régime und die weichenstellenden Agrar- und Gewerbereformen in Preußen (1806 -1820) eingeleitet.
Einführende Literatur:
Eine Literaturliste wird zu Beginn der Vorlesung ausgegeben.
Prof. Dr. Rudolf Boch
Hauptseminar: Industriegeschichte und ihre museale Darstellung - Sachsen und das Rheinland
BEUGE PM 6, MEUGE SM 4, MEUGE, Neue Studienordnung, EM 1, MNNG
Zeit: freitags 11.30-13.00 Uhr
Beginn: 13.4.2012
Raum: 2/NK003
Im Seminar soll ein Überblick über die Geschichte der wichtigsten Industriezweige in Südwestsachsen/Chemnitz und im nördlichen Rheinland (Schwerpunkt: Bergisches Land) vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts erarbeitet werden. Ausgehend von einigen neueren Untersuchungen aber auch älterer Literatur soll Industrialisierung als regionales Phänomen im Kontext eines sich herausbildenden Weltmarkts analysiert werden. Zugleich werden konzeptionelle und didaktische Möglichkeiten bzw. Probleme der heutigen musealen Darstellung von Industrialisierungsgeschichte erörtert. Diese sollen am Beispiel von Industriemuseen in Südwestsachsen und der in den 1980er und 90er Jahren eingerichteten Industriemuseen des Landschaftsverbandes Rheinland sowie des neu eröffneten Ruhr Museums in Essen exemplifiziert werden.
Eng verbunden mit der musealen Darstellung von Industriegeschichte, aber doch weit darüber hinaus weisend ist die Diskussion um die Förderung bzw. den Erhalt einer spezifischen "Industriekultur", welche u. a. die Regionalentwicklung traditionsreicher Industriestandorte und eine neue Form des Tourismus beflügeln soll. Auch in dieses aktuelle Thema soll das Seminar kritisch einführen.
Besuche in sächsischen Industriemuseen sowie eine Exkursion im Juni 2012 zu den Muse-umsstandorten im Rheinland dienen der Veranschaulichung und Vertiefung der Lehrinhalte und werden von den Teilnehmern gemeinsam vorbereitet. Bei besonderem Interesse können zudem Praktikantenstellen für die Semesterferien vermittelt werden. Die Teilnahme an der 6tägigen Exkursion vom 04.06. bis 09.06.2012 ins Rheinland - gemeinsam mit dem HS von Prof. Dr. Stefan Pfeiffer - ist für Studierende des BA Moduls PM 6 verpflichtend.
Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Eine erste Vorbesprechung mit Themenvergabe der Referate/Hausarbeiten findet am Freitag, dem 03. Februar 2012, um 13.30 Uhr, im Raum 333, Reichenhainer Str. 39 statt. Weitere Themenvergaben können in den Feriensprechstunden erfolgen.
Literatur zur Vorbereitung:
Boch, Rudolf/Krause, Manfred, Historisches Lesebuch zur Geschichte der Arbeiterschaft im Bergischen Land, Köln 19862.
Feldkamp, Jörg/Lindner, Ralph (Hg.), Industriekultur in Sachsen. Neue Wege im 21. Jahrhundert, Chemnitz 2010.
Karlsch, Rainer/Schäfer, Michael, Wirtschaftsgeschichte Sachsens im Industriezeitalter, Leipzig 2006.
Kiesewetter, Hubert, Die Industrialisierung Sachsens, Stuttgart 2007.
Roeckner, Katja, Ausgestellte Arbeit. Industriemuseen und ihr Umgang mit dem wirtschaftlichen Strukturwandel, Stuttgart 2009.
Schaller, Karlheinz, ?Einmal kommt die Zeit?. Geschichte der Chemnitzer Arbeiterschaft von Ende des 18. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg, Bielefeld 2001.
Prof. Dr. Rudolf Boch
Proseminar: Europas Arbeiterbewegung im 19. Und frühen 20. Jahrhundert
BEUGE PM 1, PM 3, BPOW, BEUST B 4
Zeit: donnerstags 17.15-18.45 Uhr
Beginn: 5.4.2012
Raum: 2/NK003
Die Arbeiterbewegung war ein historisch neuartiges, aber auf älteren kulturellen Werthaltungen und Denkmustern aufruhendes, gesamteuropäisches Phänomen. Mit gewissen Zeitverschiebungen und in unterschiedlicher Stärke konstituierte sie sich seit dem zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts in zahlreichen gewerblich entwickelten Regionen und Städten West- und Mitteleuropas (einschließlich Norditaliens und Kataloniens). Einerseits kann sie als eine durchaus konservative Züge tragende Reaktion auf die Herausforderungen und neuen Zumutungen des modernen Handels- und dann Industriekapitalismus betrachtet werden. Sicherlich war sie auch eine Reaktion auf einen erstarkenden Staat in Europa, der im Zuge der "inneren Staatsbildung" in immer mehr Lebensbereiche eindrang und zunehmend auf die "Entfesselung der Wirtschaftskräfte" und einer Disoziierung der Ökonomie von der Gesellschaft setzte. Andererseits war sie nicht nur eine soziale Bewegung gegen die vorandrängenden Kräfte einer neuen Zeit, sondern suchte die gesellschaftlichen Emanzipationschancen des liberalen Zeitalters zu nutzen und ?"alteuropäische" Werte der"gezügelten Konkurrenz" und des "auskömmlichen Lebens" in zukunftsträchtige Leitideale einer neuen sozialistischen Gesellschaftsordnung umzudeuten.
Über Jahrzehnte blieb diese Bewegung vom Typus des Handwerker-Arbeiters geprägt. Daher spricht man heute auch von einer "handwerklichen Phase" der Arbeiterbewegung, die ihren Zenit mit dem Aufstand der "Pariser Kommune" (1871) und der nachfolgenden Auflösung der Londoner I. Internationale (Konflikt Marx versus Bakunin) überschritt. Erst in den letzten zwei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts wurde die neue Industriearbeiterschaft sukzessive zur eigentlichen sozialen Trägerschicht dieser Bewegung. Nun entstanden - auch außerhalb von Großbritannien - zunehmend einflussreiche Gewerkschaften und - nach deutschem Vorbild - auf Wahlerfolge setzende sozialdemokratische Parteien. In diesem Prozess der relativ erfolg-reichen Ausbildung von Organisationen und Parteien zur Interessenvertretung der Industrie-arbeiterschaft ging der Bewegungscharakter freilich weitgehend verloren. Zudem änderten sich ? vor dem Hintergrund der abnehmenden Massenarmut in Kerneuropa ? die Ziele: Nicht nur war die ursprüngliche Idee des Aufbaus einer "Volksindustrie von unten" gegen die sog. Große Industrie durch den fulminanten Siegeszug des Industriekapitalismus seit den 1870er Jahren obsolet geworden. Auch das Ziel einer grundlegenden Veränderung der Gesellschaft wurde im alltäglichen Bemühen um eine Verbesserung der Lebenssituation der arbeitenden Bevölkerung relativiert und von der großen Mehrheit der organisierten Arbeiterschaft sukzessive aufgegeben. Schließlich ging der Anspruch eine dezidiert internationale (freilich faktisch europäische) Bewegung zu sein durch die enorme Massenwirksamkeit des Nationalismus und die beginnende Integration der organisierten Arbeiterschaft in die Gesellschaften der jeweiligen europäischen Nationalstaaten verloren. Das wurde spätestens mit dem völligen Scheitern der 1889 gegründeten II. Internationale bei Kriegsausbruch 1914 offenbar.
Das Proseminar will die Teilnehmer mit der Geschichte der bedeutendsten regionalen und na-tionalen Arbeiterbewegungen in Europa in der Zeit des "langen 19. Jahrhunderts" in Grundzügen vertraut machen. Dabei sollen sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede - aufgrund der teilweise anderen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ? herausgearbeitet wer-den. Zugleich werden wichtige Ereignisse von gesamteuropäischer Bedeutung für die Arbei-terbewegung (1848, 1871, 1914) sowie die Versuche einer Kooperation jenseits der erstarkenden oder entstehenden Nationalstaaten beleuchtet. Gerade in den Debatten und Kontrover-sen der I. und II. Internationale spiegeln sich nicht nur damals aktuelle Herausforderungen der europäischen Arbeiterbewegung (etwa der Umgang mit nationalen Minderheiten oder die Verhinderung eines großen europäischen Krieges) wider, sondern auch die krisenhafte Ablösung von Ideologien und von deren jeweiligen Protagonisten (v. a. Proudhon, Bakunin, Marx).
Einführende Literatur:
Braunthal, Julius, Geschichte der Internationale, Bd. 1, Hannover 1961.
Geary, Dick (Hg.), Labor and Socialist Movements in Europe before 1914, Oxford/New York 1989.
Kocka, Jürgen (Hg.), Europäische Arbeiterbewegungen im 19. Jahrhundert, Göttingen 1983.
Lenger, Friedrich, Die handwerkliche Phase der Arbeiterbewegung in England, Frankreich, Deutschland und den USA - Plädoyer für einen Vergleich, in: Geschichte und Gesellschaft 13 (1987), 232 - 243.
Weber, Petra, Sozialismus als Kulturbewegung. Frühsozialistische Arbeiterbewegung und das Entstehen zweier feindlicher Brüder Marxismus und Anarchismus, Düsseldorf 1989.
Welskopp, Thomas, Das Banner der Brüderlichkeit. Die deutsche Sozialdemokratie vom Vormärz bis zum Sozialistengesetz, Bonn 2000.
Während des Semesters steht den Studierenden ein Semesterapparat zur Verfügung.
Die Teilnehmerzahl ist auf 35 begrenzt.
ANMELDUNG ÜBER OPAL. Nähere Informationen dazu siehe oben.
Prof. Dr. Rudolf Boch
Übung: Staat und Wirtschaft in Deutschland - Quellen und Texte
BEUGE PM 1, PM3, MEUGE SM 4, MNNG
Zeit: mittwochs, 17.15-18.45 Uhr
Beginn: 11.4.2012
Raum: 2/NK003
In der Übung sollen vornehmlich edierte Quellen und weiterführende Aufsätze zu Teilaspekten des Themas besprochen werden. Die Lektüre deutschsprachiger und in begrenztem Um-fang englischsprachiger Texte sowie die gemeinsame Quellenanalyse sollen die Kenntnisse der Hörer der Vorlesung vertiefen.
Die Teilnehmerzahl ist auf 35 begrenzt.
ANMELDUNG ÜBER OPAL. Nähere Informationen dazu siehe oben.
Dr. Timo Luks
Hauptseminar: Theorie und Geschichte des Kapitalismus
BEUGE PM 7; MEUGE SM 3, SM 4; MNNG; BEUST SV 1; BPOW
Zeit: montags, 17.15-18.45 Uhr
Beginn: 2.4.2012
Raum: 2/W037
Ist ?Kapitalismus? ein politischer, ideologischer oder analytischer Begriff? Bezeichnet er ein Wirtschaftssystem oder eine Gesellschaftsformation? Wenn es ?Kapitalismus? gab und gibt: Wann und wo fing er an? Was sind seine Voraussetzungen und Folgen? Veränderte und ver-ändert er sich? Das Hauptseminar widmet sich diesen Fragen und den Antworten, die immer wieder darauf zu geben versucht wurden ? unter anderem von Karl Marx und Max Weber, Fernand Braudel und Rodney Hilton, Joseph Schumpeter und Milton Friedman.
Vorbereitende Lektüre:
West, Nathanael: Eine glatte Million. Oder: Die Demontage des Lemuel Pitkin, Zürich 2011 [1934].
Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen beschränkt.
ANMELDUNG ÜBER OPAL. Nähere Informationen dazu siehe oben.
Dr. Timo Luks
Übung: Teenage Riot. Jugend, Pop und Protest im 20. Jahrhundert
BEUGE PM 3, 4; MEUGE SM 4; MNNG; BEUST SK 1; BPOW
Zeit: mittwochs, 15.30-17.00 Uhr
Beginn: 4.4.2012
Raum: 3/B101
Jugend, Pop und Protest wurden im Verlauf des 20. Jahrhunderts, vor allem nach 1945 immer wieder auseinander bezogen und zusammengedacht. Es ist die Jugend, die regelmäßig protes-tiert. Es ist die Jugend, die Popkultur lebt. Es ist der Pop, der der Jugend eine Stimme und ein Gefühl gibt. Es ist der Pop, der Protest mobilisiert und den Revolten einen Soundtrack gibt. Es ist der Protest, der die Jugend zusammenbringt. Es ist der Protest, der Pop mit der Aura der Wirkmächtigkeit umgibt. Jedenfalls fast. In der Übung wird die komplizierte Dreiecksge-schichte von Jugend, Pop und Protest anhand ausgewählter Beispiele - Bürgerrechtsbewegung, Anti-Vietnamkriegs-Bewegung und Woodstock; Aufrüstung, Kalter Krieg und ein bisschen Frieden; Punk und die DDR - etwas genauer unter die Lupe genommen.
Vorbereitende Lektüre:
Lynskey, Dorian: 33 Revolutions per Minute. A History of Protest Songs, from Billie Holiday to Green Day, New York 2011.
Protestsongs.de - Eine Kreuzfahrt durch die Geschichte des deutschsprachigen Protestsongs (2 CDs), Bundeszentrale für Politische Bildung 2011.
Die Teilnehmerzahl ist auf 35 Personen beschränkt.
ANMELDUNG ÜBER OPAL. Nähere Informationen dazu siehe oben.
PD Dr. Heidrun Homburg
Hauptseminar: Kredit- und Schuldenwesen als Wachstumsmotor? Zur Ökonomie und Kulturgeschichte von Geldmärkten im langen 19. Jahrhundert
BEUGE PM 7, MEUGE SM 4, MNNG, BPOW, BEUST SV 1
Zeit: donnerstags, 17.15-18.45 Uhr
Beginn: 12.4.2012
Raum: siehe Aushang
Nach Ende der Napoleonischen Kriege stand Kontinentaleuropa vor zwei ökonomischen Herausforderungen: Abbau der Staatsschulden und Wiederaufbau der Wirtschaft. In beiden Hin-sichten erschien England vielen Zeitgenossen als Vorbild und mächtiger Herausforderer. Was musste man, was wollte man, aber auch was und wie konnte man von England lernen - das waren jetzt höchst aktuelle Fragen und an ihnen schieden sich die Geister. Einige Stränge die-ser Debatten, aber auch institutionelle Neuerungen in den Bereichen des öffentlichen und privaten Kredit- und Schuldenwesens sowie deren Durchschlagskraft auf das "Alltagsleben" sollen im Seminar vergleichend für Preußen/Deutschland und Frankreich aufgearbeitet werden. Es wird also darum gehen, die zeitgenössischen politökonomischen Positionen (z.B. von Smithianern, Saint-Simonisten, Vertretern der Historischen Schule der Nationalökonomie) auszuleuchten, Gesetzgebungsakte zur Regulierung bzw. Deregulierung von Geld- und Kapitalmarkt zu analysieren sowie den literarischen Niederschlag (etwa Balzac, Zola, Heine, Weerth, Freytag, Fontane) und die publizistische Begleitung der "neuen Zeit" zu verfolgen, in der sich der Faktor "Kapital" als eine zentrale Größe im Wirtschaftsprozess erwies und damit dem Kreditwesen zuvor ungekannte Bedeutung zuwuchs.
Literatur:
Ch. P. Kindleberger, A Financial History of Western Europe, 2. Aufl., Oxford 1993; H.-P. Ullmann, Der deutsche Steuerstaat, München 2005 (TB)
N. Ferguson, Politik ohne Macht. Das fatale Vertrauen in die Wirtschaft (EA Cash Nexus: Money and Power in the Modern World 1700-2000, New York 2001), München 2003
C. Wischermann / A. Nieberding, Die institutionelle Revolution. Eine Einführung in die deutsche Wirtschaftsgeschichte des 19. Und frühen 20. Jahrhunderts, Stuttgart 2004
G. Budde (Hg.), Kapitalismus. Historische Annähe-rungen, Göttingen 2011.
Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen beschränkt.
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PD Dr. Heidrun Homburg
Übung: Globalgeschichte(n) des 19. Jahrhunderts. Vergleichende Lektüre von C.A. Bayly und J. Osterhammel
BEUGE PM 1, 3, 4; MEUGE SM 4, BEUST, BPOW, MNNG
Zeit: freitags, 11.30-13.00 Uhr
Beginn: 13.4.2012
Raum: siehe Aushang
Das lange 19. Jahrhundert war ein Jahrhundert des umfassenden Wandels in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, in ihm formte sich die moderne Welt aus mit ihren vielfachen Interdependenzen und Vernetzungen, die in unsere Gegenwart hineinragen. In der Übung sollen die globalgeschichtlichen Gesamtdarstellungen von Christopher A. Bayly, Die Geburt der modernen Welt. Eine Globalgeschichte 1780 und 1914, Frankfurt am Main 2006 (EA The Birth ft he Modern World, 1780-1914, Oxford 2004) sowie Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009 gelesen und daraufhin befragt werden, wie die beiden Autoren jeweils ihre Darstellungen konzipieren, welche Faktoren, Strukturen und Ereignisse sie in den Blick nehmen und wie sie den Umformungsprozess Europas und der Welt in seinen Antriebskräften und wesentlichen Ergebnissen analysieren.
Literatur:
Christopher A. Bayly, Der Geburt der modernen Welt. Eine Globalgeschichte 1780 und 1914, Frankfurt am Main 2006 (EA The Birth oft he Modern World, 1780-1914, Oxford 2004 u.ö.)
Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009 u.ö. (Sonderausgabe, München 2011).
Die Teilnehmerzahl ist wegen des Charakters als Lektürekurs auf 25 Personen beschränkt.
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