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Laufende Forschungsprojekte

Grenzraum 2.0

Das Ziel3-Projekt „Grenzraum 2.0“ verfolgt die Weiterqualifizierung deutscher und tschechischer Studierender der beteiligten Universitäten TU Chemnitz, TU Liberec und UJEP Ústí nad Labem, es leistet einen Beitrag zur innovativen Wiederbelebung des sächsisch-tschechischen Grenzraumes und es trägt zur weiteren Verflechtung der sächsisch-tschechischen Universitäten bei.
 
Im Zeitraum von 26 Monaten sollen 30 Studierende der beteiligten Universitäten mit Hilfe von Projektsimulationen mit den Themenbereichen regionale Entwicklung, demographischer Wandel, Umweltschutz, Tourismus sowie Bürgergesellschaft im sächsisch-tschechischen Grenzraum vertraut gemacht werden. Hinzu kommen Informationen über Stiftungen, öffentliche Institutionen und Förderer im sächsisch-tschechischen Grenzgebiet.
 
In sechs Coaching-Seminaren werden neben den angeführten thematischen Aspekten auch Kenntnisse über die Grenzregion, ihre Besonderheiten, die institutionelle Infrastruktur, die Regionalpolitiken beiderseits der Grenze und die praktischen Aspekte von Projektarbeit, d.h. Beantragung, Abwicklung, Monitoring etc. vermittelt. Begleitende Maßnahmen decken Aspekte interkulturellen Trainings, rechtliche und sozioökonomische Grundlagen der sächsischen bzw. tschechischen Gesellschaft, Präsentationstechniken und weiteres mehr ab und werden im Rahmen von 2 Blockseminaren unterrichtet.

Mithilfe dieser Maßnahmen sollen die Studierenden notwendige Fertigkeiten und Kenntnisse für Berufsperspektiven im sächsisch-tschechischen Grenzraum erwerben. Das Projekt möchte so einen kleinen Beitrag gegen den "brain drain" in der Region leisten.
 
Der Wirkungsbereich des Projektes erstreckt sich auf den Grenzstreifen beiderseits der Grenze und umfasst alle grenznahen, sächsisch-tschechischen Kreise in den Euroregionen  Neisse – Nisa – Nysa, Elbe/Labe, Erzgebirge/Krušnohoří und EUREGIO EGRENSIS.
 
Die beteiligten Studierenden werden über einen Zeitraum von drei Semestern für die Entwicklung und Beantragung der eigenen Projektideen in einer Reihe von aufeinander aufbauenden Veranstaltungen geschult.
 
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.
 

Grenzüberschreitende Konsumentennachfrage von Handels- und Dienstleistungseinrichtungen im tschechischen Grenzgebiet

Die Professur Kultur- und Länderstudien führt ein von der IHK Chemnitz beauftragtes Forschungsprojekt im sächsisch-tschechischem Grenzraum durch.

Im Rahmen des Projekts wird eine grenzüberschreitende Konsumentenbefragung in Tschechien zu den Themen Handel, Tourismus, Freizeit, Dienstleistungen und Verkehr durchgeführt. Ziel ist es auf wissenschaftlichen Kriterien beruhende, quantifizierbare und aussagekräftige Erkenntnisse zu folgenden Punkten zu erhalten:

  • Besuchshäufigkeit des Nachbarlandes,
  • Anlass,
  • Budget,
  • genutzte Verkehrsmittel und –wege,
  • Verweildauer,
  • sonstige „Nebennutzung und Kopplungseffekte“ der Konsumente,
  • Stärker und Schwächen der besuchten Einrichtungen.

Die Konsumentenbefragung beruht methodisch auf einer Stichprobenauswahl von ca. 1000 Konsumenten, die die Grenze zum Nachbarland zum Zwecke des Aufsuchens eines Konsumortes überquert haben. Die Befragung wird in Einkaufs- und Freizeitstätten durchgeführt. Dabei werden studentische Projektmitarbeiter die deutschen Konsumenten auf der tschechischen Seite des Erhebungsraumes befragen.

Die Untersuchung wird entlang der West-Ost-Erstreckung des Kammergebiets der IHK südlich bis Karlovy Vary an etwa 10 Befragungsorten durchgeführt.

Die Ergebnisse des Projektes werden Juli 2012 dem interessierten Fachpublikum präsentiert.

Projektverantwortlich ist Herr PD Dr. Christoph Waack (christoph.waack@phil.tu‐chemnitz.de)

 


Polonia restituta? Aktuelle polnische Migration in Norddeutschland: soziale Netzwerke, Gruppenidentität und Traditionsbildung

Die Professur für Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas wird in den kommenden zwei Jahren im Rahmen eines durch die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung mit 100.000 Euro geförderten Forschungsprojekts unter Leitung von Professor Dr. Stefan Garsztecki die aktuelle polnische Migration in Norddeutschland (Bremen, Hannover, Hamburg) einschließlich ihrer Traditionslinien untersuchen. Projektpartner ist das Zentrum für Studien und Forschung zur Polonia(Ośrodek Studiów i Badań Polonijnych) der Universität Szczecin.

Mit Hilfe von Interviews, teilnehmender Beobachtung, Archivstudien und der Aufzeichnung der Organisationsstruktur in den genannten Städten wird eine eigens hierfür geschaffene Mitarbeiterstelle die sozialen Netzwerke von Menschen mit kulturell polnischem Hintergrund, ihre Identität auch in der Tradition der alten Polonia und ihre Formen der Vergesellschaftung herausarbeiten. Eingeleitet wird das Projekt durch einen Workshop in Stettin, auf dem nicht nur Inhalte des Projekts – Identität der Gruppe, Existenz transnationaler Räume, Sprachunterricht, kulturelle Aspekte des Lebens der Migranten, etc. – konkretisiert, sondern an dem auch Studierende beteiligt werden, die zur Abfassung von Bachelor- bzw. Masterarbeiten angehalten werden. Auf Stettiner Seite soll ein dreimonatiger Forschungsaufenthalt in Deutschland einem Nachwuchswissenschaftler Gelegenheit bieten, eigenen Forschungsvorhaben nachzugehen, wie etwa den Motiven polnischer Migranten aus dem Stettiner Gebiet in Mecklenburg-Vorpommern. Am Ende des Projektzeitraumes wird eine internationale Konferenz an der TU Chemnitz die Ergebnisse des Projektes im Kontext der Migrationsforschung und anderer Migrationen diskutieren. Eine abschließende Publikation wird nicht nur Konferenzergebnisse, sondern auch Projektergebnisse wie zum Beispiel exemplarische Lebensläufe, einen Nachweis von Polonia-Organisationen, Hinweise auf z.T. noch nicht erforschte Archivalien und weitere Materialien umfassen.


Projektverantwortliche: Dr. Joanna Rzepa (jrzepa@gmx.de)