2.1 Anteil des Exports und des Imports am Jahresumsatz der befragten Unternehmen
Einen Anteil von unter 10% am Jahresumsatz machen sowohl Export als auch Import in der überwiegenden Mehrzahl der befragten Unternehmen aus, beim Export liegt er bei 64,4% der Betriebe bei unter 10% Anteil, beim Import bei 69,4% der Betriebe. Besonders wichtig ist der Export in den Branchen Elektronik (27,3% der Firmen, die eine Exportrate > 10% haben), Maschinenbau (20,3%) und Textilherstellung und -vertrieb (22,7%). Da gerade die Unternehmen, die viel exportieren, einen größeren Bedarf an Fremdsprachenkenntnissen haben, ist bei einer Bedarfsanalyse vor der Einrichtung von berufsspezifischen Fremdsprachenweiterbildungskursen besonders auf diese zu achten.
2.2 Fremdsprachenkenntnisse und Fremdsprachenbedarf in den Betrieben
Bei der Beantwortung der Frage danach, wie häufig bestimmte Fremdsprachenkenntnisse in den Unternehmen benötigt werden, konnte abgestuft werden nach den Kategorien: sehr häufig - häufig - mittel - selten - nie. Lediglich bei Englisch fiel die Mehrzahl der Antworten in eine der ersten drei Kategorien. 9,3% der Unternehmen gaben an, Englisch sehr häufig zu benötigen, 19,2% häufig und 26,5% mit mittlerer Häufigkeit. Mehr oder weniger häufig benötigen also 55% der Unternehmen Englisch. Bei allen anderen Sprachen überwogen bei weitem die Kategorien 'selten' und 'nie'. Bei den anderen Sprachen zeichnet sich ab, daß Russisch, wenn auch nur geringfügig, häufiger benötigt wird als Französisch, was Anlaß geben könnte dazu, über die zweite Fremdsprache an den Gymnasien nachzudenken, die ja besonders häufig Französisch ist. Bei der Frage danach, welche drei Fremdsprachen am Gymnasium gelernt werden sollten, wenn drei Fremdsprachen bis zum Abitur verpflichtend eingeführt werden sollten, wurde an dritter Stelle nach Englisch und Französisch sowohl bei den Betrieben als auch von den Lehrern Russisch genannt. Für Russisch sprach man sich bei 50,0% der Betriebe und 45,0% der Schulen aus, für Französisch bei 96,4% der Betriebe und 82,5% der Schulen und jeweils einstimmig für Englisch.
Die Qualität der Fremdsprachenkenntnisse der Mitarbeiter wird in Abhängigkeit von der jeweiligen Sprache recht unterschiedlich eingeschätzt. Bei den bisher genannten Sprachen wurde jeweils mehrheitlich angegeben, die Mitarbeiter besäßen keinerlei Kenntnisse. Dies war für Französisch der Fall bei 62% der Unternehmen, für Spanisch bei 81,7%, für Polnisch bei 85,6% und für Tschechisch bei 81,7%. Besonders interessant ist für Sachsen der detailliertere Vergleich der Kenntnis in den Sprachen Englisch und Russisch. Dieser fällt wie folgt aus:
|
Kenntnisse |
Englisch |
Russisch |
|
sehr gut |
4,0% |
0,7% |
|
gut |
19,3% |
7,5% |
|
mittel |
42,7% |
38,8% |
|
schlecht |
29,3% |
35,1% |
|
keine |
4,7% |
17,9% |
Inwieweit die Zahlen zum einen die häufig diskutierte ablehnende Haltung gegenüber dem Russischen und zum anderen die Tatsache, daß Grundkenntnisse im Englischen relativ schneller erworben werden können, widerspiegeln, sei dahingestellt. Viel wichtiger erscheint die Tatsache, daß die im Vergleich besseren Englischkenntnisse gut korrelieren mit dem bereits dargestellten wesentlich höheren Bedarf der Unternehmen an Englischkenntnissen ihrer Mitarbeiter. Daß bei nur 4,0% der Betriebe sehr gute Englischkenntnisse und bei 19,3% gute angegeben wurden, sollte allerdings im Hinblick auf den effektiven Einsatz der Sprache Anlaß zum Nachdenken geben. Die Annahme, daß der Umfang der Sprachkenntnisse abhängen könnte von der Größe der Unternehmen, wird in der Untersuchung nicht bestätigt, wie die nachfolgende Tabelle illustriert. Die angegebenen Prozentzahlen fassen die Englischkenntnisse des Managements und die der Arbeiter und Angestellten zusammen:
|
Zahl der Mitarbeiter |
Englischkenntnisse |
||||
|
sehr gute |
gute |
mittlere |
schlechte |
keine |
|
|
< 10 |
13,0% |
4,3% |
34,8% |
30,4% |
17,4% |
|
10-19 |
3,6% |
12,5% |
42,9% |
32,1% |
8,9% |
|
20-49 |
1,9% |
9,4% |
38,7% |
31,1% |
18,9% |
|
50-59 |
4,0% |
30,0% |
24,0% |
22,0% |
20,0% |
|
100-499 |
5,6% |
11,1% |
27,8% |
40,7% |
14,8% |
|
> 500 |
- |
25,0% |
25,0% |
50,0% |
- |
Das starke Abweichen der Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl < 10 bei sehr guten Englischkenntnissen ist darin begründet, daß von den drei Unternehmen, die sehr gute Englischkenntnisse angaben, eines den Hauptsitz in Großbritannien hat und eines in den USA. Die Mitarbeiter von 93,6% aller befragten Unternehmen haben ihre Fremdsprachenkenntnisse in der Schule erworben, in 49,7% der Unternehmen hatten die Mitarbeiter Sprachkurse besucht und in immerhin 32,7% der Betriebe waren die Fremdsprachenkenntnisse im Ausland erworben und gefestigt worden. Ganz offensichtlich wird die Verantwortung, die dem Schulunterricht im Bereich Fremdsprachen zukommt, wenn man die berufliche Bedeutung der vermittelten Kenntnisse ins Auge faßt. Es wäre nun aber vollkommen verfehlt, die im vorigen Absatz angesprochenen fehlenden guten Kenntnisse grundsätzlich der Schule anlasten zu wollen. Hier sind nämlich zweierlei Dinge zu beachten. Zum einen liegt in der Regel der Schulunterricht für die nun in den Betrieben arbeitenden Personen so weit zurück, daß das Vergessen von Gelerntem eine gewichtige Rolle spielt; in der Situation der neuen Bundesländer ist die Zeitspanne zwischen schulischem Lernen und Anwenden in der Regel ganz besonders lang, da meist erst nach der Wende die Möglichkeit und Notwendigkeit bestand, Englisch anzuwenden. Zum anderen war das oberste Ziel des Englischunterrichts zu DDR-Zeiten das verstehende Lesen, das nach der Wende in den Unternehmen nicht die am häufigsten benötigte Tätigkeit darstellt (s. hierzu Tätigkeitsbeschreibung weiter unten in diesem Kapitel). Bestimmte Kenntnisse fehlen also zwangsläufig noch.
In allen befragten Betrieben erfahren auf Fremdsprachenkenntnisse abzielende Fortbildungsmaßnahmen nur sehr wenig oder gar keine Unterstützung. In 84,2% der Fälle werden keine Fortbildungsmaßnahmen zum Erwerb von Fremdsprachen angeboten. Von den 24 Firmen, die innerbetriebliche Fremdsprachenkurse haben, bieten vier Anfängerkurse, drei Aufbaukurse, sechs gemischte Kurse und zehn mehrere der drei genannten Kurstypen für die Sprache Englisch an. Nur zwei Unternehmen bieten Französischkurse an (in einem Fall als gemischten Kurs und im anderen getrennt nach Anfängern und Fortgeschrittenen). Genau wie die innerbetriebliche Fremdsprachenfortbildung wenig Unterstützung erfährt, werden auch außerbetriebliche Aktivitäten zur Vermittlung berufsrelevanter Fremdsprachenkenntnisse kaum gefördert; ein bemerkenswerter Unterschied zwischen der Behandlung von Management und der Gruppe der Arbeiter und Angestellten ist nicht festzustellen. Beim Management werden außerbetriebliche Fortbildungsmaßnahmen in 74,6% aller Fälle nicht finanziell unterstützt und in 65,3% der Fälle werden Angehörige des Managements nicht freigestellt. Die Gruppe der Angestellten und Arbeiter wird noch etwas weniger unterstützt.
Keinen hauseigenen Dolmetscher haben 86,7% der befragten Betriebe, 83,5% haben keinen Übersetzer im Haus. Die Dienste von Dolmetscherbüros nehmen 83,1% nicht in Anspruch, die Dienste von Übersetzern 60% nicht. Die Unternehmen, die besagte Dienste nutzen, zeigten sich in der Mehrzahl mit der Qualität der geleisteten Dienste zufrieden; als sehr gut stuften 26,3% die Dienste der Dolmetscher und 25% die Dienste der Übersetzer ein, als gut 63,2% bzw. 60%. Die den Übersetzern und Dolmetschern übertragenen Aufgaben im Fall von Englisch haben die folgenden prozentualen Anteile (in allen Fällen wurden zu jeweils geringeren Anteilen auch Französisch bzw. die Kombination Englisch mit Französisch genannt):
| 1. Betreuung ausländischer Gäste: | 71,3% |
| 2. Schreiben von Berichten: | 64,3% |
| 3. Korrigieren von Texten: | 60,7% |
| 4. Führen von Telefonaten: | 58,3% |
| 5. Schreiben von Briefen: | 56,5% |
| 6. Lesen von Fachzeitschriften und Fachbüchern: | 50,0% |
| 7. Lesen von Briefen: | 37,5% |
| 8. Lesen von Berichten: | 33,3% |
| 9. Entgegennehmen von Anrufen: | 33,3% |
Bei den eigenen Mitarbeitern der einzelnen Unternehmen, die Tätigkeiten in Englisch ausüben, sieht die Bedeutung der einzelnen Tätigkeiten anders aus. Dies sei verdeutlicht an der zusammengefaßten Darstellung der Einschätzung von Tätigkeiten als 'sehr wichtig' bzw. als 'von mittlerer Bedeutung':
| 1. Führen von Telefonaten: | 91,8% |
| 2. Annehmen von Anrufen: | 91,5% |
| 3. Lesen von Briefen: | 89,9% |
| 4. Schreiben von Briefen: | 83,5% |
| 5. Betreuung ausländischer Gäste: | 78,3% |
| 6. Lesen von Berichten: | 74,8% |
| 7. Lesen von Fachzeitschriften: | 67,3% |
| 8. Schreiben von Berichten: | 53,4% |
| 9. Korrigieren von Texten: | 30,6% |
Auffällig ist hierbei besonders, daß die ersten vier Plätze von dem Geschäftsalltag zuzuordnenden Tätigkeiten Telefonieren und Abwickeln von Korrespondenz eingenommen werden. Die vier häufigsten Tätigkeiten der Übersetzer und Dolmetscher entfallen hingegen auf das wohl weniger häufig erforderliche Betreuen von ausländischen Gästen, das Schreiben von Berichten, das Korrigieren von Texten (das aufgrund der Außenwirkung z.B. beim Versenden ins Ausland bevorzugt delegiert wird an Personen, die eben eine größere fremdsprachliche Kompetenz besitzen als die Verfasser der Texte im Betrieb) und auf das für die Mitarbeiter an erster Stelle genannte Führen von Telefonaten. Es verwundert nicht, daß gerade diese in der Fremdsprache ohne viel Übung besonders schwierige Aufgabe auch häufig geschulteren Personen übertragen wird. Daß das Führen von Telefonaten aber die bereits genannte äußerst wichtige Stellung für die Mitarbeiter der einzelnen Unternehmen einnimmt, sollte unbedingt bei Weiterbildungsmaßnahmen berücksichtigt werden. Wie wichtig die Qualität von Texten ist, die in einer fremdsprachlichen Fassung verschickt werden, sei für den Export untermauert mit der Aussage von Hock (1993: 69): "Customers prefer offers to be made in their own language." Interessant ist die Frage danach, mit welchen Ländern regelmäßig Kontakt auf englisch unterhalten wird. Dies kann nämlich z.B. direkte Implikationen für die Wahl bestimmter Varietäten bei Fortbildungsmaßnahmen haben. Die im folgenden genannten Prozentzahlen sind insofern zu relativieren, als eigentlich gleichzeitig berücksichtigt werden müßte, zu welchen Ländern überhaupt regelmäßiger Kontakt besteht. Über 5% der befragten Firmen nannten die folgenden als die Länder, zu denen sie regelmäßig Geschäftsbeziehungen auf englisch haben:
| 1. Großbritannien: | 57,7% |
| 2. Nordamerika: | 39,8% |
| 3. Italien: | 26,8% |
| 4. Tschechien: | 26,0% |
| 5. ehemalige UdSSR und Ostasien jeweils: | 24,4% |
| 6. Irland und Spanien jeweils: | 13,0% |
| 7. Südamerika: | 10,6% |
| 8. Mittelamerika und Restasien jeweils: | 8,9% |
| 9. Frankreich: | 7,3% |
Die gegenüber Nordamerika häufigere Nennung von Großbritannien als Gesprächspartner impliziert, daß bei nicht direkt auf eine Firma ausgerichteten Fremdsprachenkursen British English vielleicht Vorrang haben sollte, ohne dabei American English auszuklammern. Gerade die Varianz von Fachtermini (oder auch unterschiedliche Buchstabierkonventionen wie bei <z> gerade im Hinblick auf Telefonate) muß in jedem Fall berücksichtigt werden. Bei Kursen, die auf ein spezifisches Unternehmen zugeschnitten sind, ist es natürlich leichter, den entsprechenden Bedürfnissen der jeweiligen Branchen im Hinblick auf bestimmte Fachtermini und besonders häufig benötigte Fähigkeiten (beispielsweise das Annehmen von Zimmerbestellungen im Hotelgewerbe oder das Übersetzen von Broschüren für Exportprodukte) gerecht zu werden. Die folgenden drei Tabellen geben Aufschluß darüber, welchen Anteil die einzelnen Branchen in der Befragung am Kontakt nach Großbritannien und in die USA hatten:
|
Branche |
Kontakte GB |
Kontakte USA |
rel. Anteil GB : USA |
|
Bauwesen |
6,0% |
- |
100 : 0 |
|
Computerdienstleistung |
4,5% |
2,0% |
75 : 25 |
|
Elektronik |
18,0% |
20,4% |
45,5 : 54,5 |
|
Feinmechanik |
4,5% |
10,2% |
37,5 : 62,5 |
|
Hotellerie |
6,0% |
8,2% |
50 : 50 |
|
Lebensmittelhandel |
3,0% |
- |
100 : 0 |
|
Maschinenbau |
13,8% |
14,3% |
56 : 44 |
|
Metallherstellung |
3,0% |
4,1% |
50 : 50 |
|
Metallverarbeitung |
4,5% |
4,1% |
60 : 40 |
|
Textil |
15,0% |
14,3% |
59 : 41 |
|
Werkzeugbau |
3,0% |
- |
100 : 0 |
In der obigen Tabelle können drei Gruppen von Unternehmen unterschieden werden, nämlich diejenigen mit ausschließlichem Kontakt nach Großbritannien, wie Bauwesen und Lebensmittelhandel, die Gruppe mit gleich großen oder beinahe gleich großen Anteilen in beiden Ländern, wie Hotellerie und Elektronik, und eine dritte Gruppe mit Kontakten in beide Länder bei Bevorzugung von einem, z.B. Computerdienstleistung mit Bevorzugung von Großbritannien und Feinmechanik mit Bevorzugung der USA. Wie bereits angesprochen, ist dies für berufsspezifische Fremdsprachenkurse von Bedeutung, besonders dann, wenn Fachausdrücke in den beiden großen nationalen Varietäten nicht übereinstimmen.
Insgesamt sollte auch die große Bedeutung der auf pragmatische Bedürfnisse wie landesspezifische Höflichkeitsformen oder Gesprächsführung ausgerichteten Landeskunde nicht außer acht gelassen werden. Die Tatsache, daß Englisch im Umgang mit den beiden Vertretern der wichtigsten nationalen Varietäten am häufigsten verwendet wird, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, daß Englisch eben auch besonders häufig mit Nichtmuttersprachlern verwendet wird. Deshalb wird nach Auskunft von Frau Dr. Heidrun Katzorke z.B. bei der fremdsprachlichen Ausbildung in Wirtschaftswissenschaft an der Technischen Universität Chemnitz besonderer Wert auch auf Kenntnisse in praktischer Rhetorik gelegt, dahingehend, daß vorbereitet wird auf interkulturelle Kommunikation auch mittels einer Sprache, die von beiden Seiten nicht als Muttersprache gesprochen wird. Hier sind wichtig z.B. Unterschiede in der Form von Entschuldigungen und der ihnen beigemessenen Bedeutung.
Müller (1993: 31) beschreibt, wie häufig z.B. Probleme bei Verhandlungen auf die jeweils beteiligten Personen zurückgeführt und interkulturelle Probleme in der Sprachverwendung schlichtweg negiert werden. Die bloße Kenntnis von Fachausdrücken in der Fremdsprache reicht aber eben nicht aus, auch die Interaktion mittels der Fremdsprache muß gelernt werden (Müller 1993: 32).
2.3 Meinungen zur europäischen Sprachenpolitik
Die Sprachenpolitik der Europäischen Union sieht vor, daß es in den Organen der Gemeinschaft grundsätzlich jedem Mitglied möglich sein muß, wenigstens eine der Amtssprachen seines Heimatlandes zu benutzen. Dies bedeutet momentan bei 15 Mitgliedsstaaten 11 Amtssprachen. Immerhin 12,4% aller befragten Unternehmen hatte keine Meinung darüber, ob die derzeitigen Amtssprachen weiterhin gleichberechtigt bleiben sollten, 57,6% sprachen sich dagegen aus und 30,1% dafür. Bei der Frage danach, welche Amtssprachen bei einer Einschränkung der Zahl unbedingt vertreten sein sollten, sieht die Präferenz bei den vorgegebenen Sprachen wie folgt aus. Dafür, daß sie weiterhin vertreten sein sollten, stimmten 99,0% bei Englisch, 94,3% bei Deutsch, 76,8% bei Französisch, 47,5% bei Spanisch und 26,0% bei Italienisch. Niemand stimmte für die Abschaffung von Englisch als Amtssprache, keine Meinung vertrat hier nur 1% der Befragten. Im Fall von Deutsch hatten 3,4% keine explizite Meinung, gegen Deutsch stimmten 2,3% der Unternehmen. Bei den möglichen freien Nennungen wurde auch Russisch als Sprache genannt, die unbedingt vertreten sein sollte.
2.4 Fremdsprachen und Beruf aus Sicht der befragten Betriebe
2.4.1 Fremdsprachenunterricht an den Schulen
Bei der Befragung in sächsischen Dienstleistungs- und Industrieunternehmen fanden sich etwa gleich viele Befürworter wie Gegner einer Verpflichtung zum Unterricht in drei Fremdsprachen bis zum Abitur. Dafür stimmten 46,3% der Befragten, dagegen 42,3% und 11,4% hatten keine Meinung.
Obwohl immerhin 30,9% zweisprachigen Unterricht in ausgewählten Fächern wie Biologie und Geschichte begrüßen würden, überwiegt doch mit 48,9% die Zahl derer, die eine solche Unterrichtsform ablehnen.
Die überwiegende Mehrheit aller Befragten, nämlich 84,4%, fordert mehr internationale Austauschprogramme an den Schulen.
2.4.2 Fremdsprachen in der Berufsausbildung
Die Mehrzahl der befragten Firmen sprach sich dafür aus, daß der Lehrplan der Berufsschulen zwei Fremdsprachen vorsehen solle. Noch deutlicher ist mit 82,4% die Forderung danach, daß die Universitäten ihr Fremdsprachenangebot für Hörer aller Fakultäten erweitern (vgl. hierzu die kritischen Anmerkungen in Punkt 1.6.2).
2.4.3 Fremdsprachliche Weiterbildung
Sowohl bei den Industrie- und Handelskammern und Volkshochschulen als auch in Funk und Fernsehen wird eine Erweiterung des Fremdsprachenangebots gewünscht. Im Fall der Industrie- und Handelskammern fordern 59,2% der befragten sächsischen Firmen, daß das Angebot an berufsspezifischen Fremdsprachenkursen erweitert wird. Auch für das Kursangebot an den Volkshochschulen wünschen sich 59,3% der Befragten eine gezieltere Ausrichtung auf spezifische Berufsgruppen. 46,6% sähen gerne, wenn in Funk und Fernsehen insgesamt mehr Sprachlernsendungen ausgestrahlt würden.
2.5 Beurteilung der Verständigung zwischen Sachsen und seinen Nachbarn
Die größten Chancen für die Verständigung zwischen Sachsen und seinen Nachbarn werden den Sprachen Englisch und Deutsch eingeräumt. Als gut betrachten die Chancen für Polnisch 12% der Befragten, bei Russisch 23% und bei Tschechisch 12,1%. Demgegenüber betrachten 61,9% das Englische als sehr gut geeignetes und 31,3% als gut geeignetes Verständigungsmittel.
Beim Deutschen entfallen auf die Einschätzung als sehr gut 27,8% und als gut 11,1%. Der hier ganz unmißverständlich angesprochene große Nutzen des Englischen zur Verständigung mit den Nachbarn ist auch so zu verstehen, daß Kenntnisse in der englischen Sprache eine der Grundvoraussetzungen für die wirtschaftliche Verflechtung in der Grenzregion sind, wobei gleichzeitig die Verständigung mittels Deutsch einen hohen Stellenwert hat.
|
|
|
|
|